27.12.16

Stefan Winges
Ehrenfeld-Blues










Igor ist tot – allem Anschein nach mit seinem Karman Ghia tödlich verunglückt. Doch so recht glauben das seine Freunde, ganz besonders der Kneipier Max Cremer, nicht. Und tatsächlich tauchen Zweifel auf – bei der Sichtung von Igors Nachlass. Da gibt es eines Brief an seine Freunde, der sie zu einem alten Super-8-Film führt. Der wurde in den Siebzigern in Amsterdam aufgenommen und zeigte einen Raubüberfall auf eine Diamantenlieferung.
Und Igor war dabei. Jetzt scheint er den einen oder anderen Räuber von damals mit seinem Material unter Druck gesetzt zu haben. Das nimmt jedenfalls Max an, als einer der Diamantenräuber ermordet wird, kurz nachdem Max ihn aufgesucht hat.
Die klassische Geschichte von den Schatten der Vergangenheit, die zu einer tödlichen Verstrickung im Hier und Jetzt führen erzählt Stefan Winges auf hohem Niveau, voller subtiler Beobachtungen aus dem Alltag der alt gewordenen 75er und des Lebens i, Szene-Viertel Köln Ehrenfeld. Das ergibt alles in allem einen ganz und gar gelungenen Kriminalroman.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung) Dezember 2016

Stefan Winges
Ehrenfeld-Blues
Emons

Anne Breckenridge
Engel der Themse

WDR5 Mordsberatung am 17.12.2016


London 1864, das Zeitalter Königin Victorias. Immer wieder verschwinden Kinder, man sagt, "die Schatten" hätten sie geholt. Auch Tom, der kleine Bruder von Gladys verschwindet eines Nachts in den nebeldunklen Gassen. Gladys muss sich allein durchbringen, sie stammt aus den ärmlichsten Verhältnissen und wächst in einem Arbeitshaus und bei Geschäftsleuten auf, an die sie ausgeliehen wird, um zu arbeiten.
Da hat es die 16-jährige Emma schon etwas besser getroffen – sie ist Küchenmädchen bei Lord Collingwood. Als dessen Sohn plötzlich verschwindet, wird die Polizei schlagartig aktiv - und verdächtig schnell Emma, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Emma muss fliehen und trifft auf Gladys, die inzwischen ihren Bruder wiedergefunden hat - als kriminellen Straßenjungen.
Eine packend erzählte Geschichte zweier Mädchen, dazu die detailreiche Schilderung der Armut und des Lebens im London des 19. Jahrhunderts – das alles macht den Roman zu einem besondere Leseerlebnis. Dazu tragen besonders die beiden Heldinnen bei, die von Kindesbeinen an ums Leben und Überleben kämpfen müssen.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung) Dezember 2016

Anne Breckenridge
Engel der Themse
Dryas

Tetsuya Honda:
Blutroter Tod: Reiko Himekawa ermittelt in Tokio




Reiko Himekawai ist Kriminalkommissarin in Tokio, bei der Keishi-cho, der Kripo. Und sie muss im Fall des Toten ermitteln, der über und über durch Glassplitter verletzt aufgefunden wurde. Und nur durch Zufall  weil Reiko sich gern mit dem Rechtsmediziner über seltsame Todesarten unterhält – wird eine weitere, ähnlich brutal misshandelte Leiche gefunden. Schnell ist klar, dass es sich hier um eine größere Serie von Morden handelt. Doch wie hängen die Taten zusammen? Die Opfer sind Angestellte in leitender Position, hoch effziente Arbeiter, bei denen es  dann aber vor kurzem einen seltsamen Leistungseinbruch gab. Aus dem sie mit scheinbar neuer, gößerer Kraft wieder hervorgegangen sind.

Was den Roman auszeichnet, ihn über die Masse ähnlicher Polizei- und Serienmordgeschichten hinushebt, ist das bunte, detailreich geschilderte Leben in Tokio und die genau beschriebene Arbeit der Mordkommission. Streng hierarchische Denken, eine latente Frauenfeindlichkeit und ein kleinkariertes Kompetenzgerangel lassen ein dichtes, eindringliches Bild vom Leben in der Millionen-Metropole entstehen.
(Reinhard Jahn, WDR5 Mordsberatung) Dezember 2016

Tetsuya Honda:
Blutroter Tod: Reiko Himekawa ermittelt in Tokio

Verlag: Fischer Taschenbuch, 24.11.2016,
Übersetzung: Irmengard Gabler,
ISBN: 9783596036660




15.12.16

Die Mordsberatung auf WDR5



Krimi-Kompetenz auf WDR5: Reinhard Jahn, Thomas Hackenberg
Ingrid Müller-Münch und Ulrich Noller (Bild: WDR)

Mörderische Landlust - Natur im Krimi
Zurück zur Natur – der aktuelle Krimitrend entdeckt das mörderische Potential von Land und Landschaft, Feld und Wald.

Die neuen spannenden Mordgeschichten spielen in der Betragne, den Highlands, dem australischen Outback – aber auch in Eifel und Allgäu. Die Natur als Partner der Ermittler oder als Gegner des Guten – Krimi goes Landlust. "Chief-Inspector" Thomas Hackenberg hat die WDR5-Krimiexperten Ulrich Noller (KrimiZEIT-Bestenliste), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistin Ingrid Müller-Münch in den Kleinen Sendesaal des WDR eingeladen, um mit ihnen über die kriminelle Liebe zur Natur zu sprechen. Und natürlich gibt das Krimi-Kompetenzteam auch wieder seine Top-Geschenk-Empfehlungen und beantwortet Fragen aus dem Publikum.
Die telefonische Mord(s)beratung | 17. Dezember 2016, 21.05 Uhr | WDR 5
Redaktion: Petra Brandl-Kirsch
Mörderische Landlust - Natur im Krimi


Zur Erinnerung: (ohne Gewähr)
Die erste Mordsberatung ever:
24.06.2000 ab 20.05 Uhr im WDR5, mit Manfred Sarrazin und Reinhard Jahn, Moderation: Barbara Kowallek

Und dann die zweite: am 7.7.2001,  um 20.05 Uhr im WDR5, mit Manfred Sarrazin, Reinhard Jahn und Anka Zink, Moderation: Thomas Hackenberg

Aber jetzt zu der aktuellen Sendung:
 

Krimi auf dem Land – wie soll das gehen?
Kriminalliteratur ist doch eine Literatur der Stadt, der Großstadt. Hier wird von den Verbrechen erzählt, die Menschen begehen, die auf engstem Raum zusammenleben. Es werden gesellschaftliche und politische Strukturen als Hintergrund verwendet, wie man sie nur in Städten findet.
Auf dem Land hingegen leben Menschen in kleinen sozialen Verbänden, vielleicht auch allein und dort im Kampf (oder Koexistenz) mit der Natur. Wenig Raum für eine Kriminalhandlung also. Oder doch?

Der Ethno-Krimi:
Geschichten die das Leben von und in Naturvölkern als Hintergrund verwendne oder thematsieren. Wie etwa
Arthur W. Upfield, der den Inpektor Napoleon Bonaparte schuf, einen australischen Polizisten, der von der Herkunft her Aborigini ist. (siehe Australien-Sendung)

Tony Hillerman (1925 – 2008)  – der die beiden   -Ermittler Jim Chee und Joe Leaphorn von der Navajo Tribal Police schuf, die in New Mexiko und Arizona ermitteln. Etwa in "Die Nacht des Skinwalkers" (1986)

Stan Jones: Gefrorene Sonne
Alaska, am Rande des Permafrost, in Chukchi, einer Siedlung, in der städtisches Leben und Gebräuche der der Ureinwohner aufeinandertreffen. Nathan Active ist Polizist in Chukchi, ein State Trooper, der hier in der Grenzwelt zwischen Weißen und Inupiaq genau richtig ist - Sohn einer Eskimo-Mutter aufgewachsen bei Pflegeeltern in der Stadt, jetzt wieder im land seiner Väter - als Vertreter des Gesetzes.
Ein äußerst intensiver Roman, Krimi und Psychogramm in einem, voller bunter, eindringlicher atmosphärischer Schilderungen vom Leben in Alaska am Rande des ewigen Eises.
Jaron Palmer hat eine Frage, einen Auftrag für Nathan: Der Prediger aus Chukchi bittet Active, seine Tochter zu suchen: Grace. Die ehemalige Schul-Schönheitskönigin, die Ausreißerin, von der man zuletzt nur noch hörte, dass die im Rotlichtbezirk der nächsten Stadt gesehen wurde. Scham und Schande für die Familie. Aber Palmer senior möchte wissen, was mit seiner Tochter Grace los ist - und Nathan Active möchte helfen
mehr hier
1999 Weißer Himmel, schwarzes Eis
2008 Gefrorene Sonne
2003 Schamanenpass


Die Natur als Feind – im Thriller:
wie etwa in dem Klassiker "Der Schwarm" (2004) von Frank Schätzing, in dem sich Mikroorganismen der Ozeane zu einer intelligenten Lebensform ("Yrrr") entwickeln

Die Natur als Feind: CONGO / Expedition Kongo  (1980) von Michael Crichton
Es geht um eine Expedition auf der Suche nach Diamanten in dem Dschungel von Zaire. Neben der abenteuerreichen Expedition geht es auch um Menschenaffen, die sich im Dschungel in einer neuen Entwicklungsstufe zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben.



Die Natur als Feind – im klassischen Krimi
wie etwa in "Eisstation Zebra" von Alistair MacLean
Der Film vom 1968 verändert sie Romanhandlung stark – im Roman geht es deutlicher darum, in einer abgeschlossenen Gruppe (U-Boot) einen Verräter und Saboteur zu ermitteln:




Die Natur als Schauplatz:
Die Ranger-Serie von Nevada Barr (*1952). Die meisten ihrer 16 Romane um die Rangerin Anna Pigeon spielen in US-ameirkanishen National Parks. Die Beschreibungen der Landschaft und der Eigenheiten von Flora und Fauna gehören zu den Stärken Nevada Barrs.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nevada_Barr
Zum Beispiel:
1993 Track of the Cat (dt. Die Spur der Katze) spielt im Guadalupe Mountains Nationalpark
1994 A Superior Death (dt. Einer zuviel an Bord) spielt im Isle Royale Nationalpark
1995 Ill Wind (dt. Zeugen aus Stein) spielt im    Mesa Verde
Nationalpark
1996 Firestorm (dt. Feuersturm) spielt im Lassen Volcanic
Nationalpark

12.12.16

Kristina Ohlsson





Sympathische Schweden
Vor der Stockholmer Salomon-Schule wird eine Erzieherin erschossen, wenig später verschwinden zwei Schüler. Sie werden ermordet, man findet sie mit Papiertüten über den Köpfen, auf die ein "Gesicht" gemalt ist.  
Gehören die beiden Fälle zusammen? Das fragen sich die Kommissare Alex Recht und Fredrika Bergman in ihrer kleinen Sondereinheit. Ihre Recherchen führen sie zu der Legende vom "Papierjungen", einer Art Schwarzer Mann, von dem man sagt, dass er kommt und Kinder holt. Liegt hier die Erklärung für das bizarre Arrangement der toten Kinder? "Papierjunge" ist ein großer, opulent angelegter Schwedenkrimi mit allem, was dazu gehört. Alex Recht und Fredrika Bergman sind ein tolles Ermittlerteam, von dem wir auch gelgentlich Privates erfahren – und die, darauf legt Kristina Ohlsson wert, psychisch nicht so angeschlagen sind wie Mankells Wallander. Das tut dem Roman sehr gut – denn dadurch bleibt er ganz nah an dem packend erzählten Kriminalfall. ..rja
Einwandfreie Schwedenspannung
(fünf Sterne)
Kristina Ohlsson
Papierjunge
Limes, 576 Seiten

NRZ / WAZ / Funke-Medien 15.12.2016


12.11.16

Petra Pallandt
Bittere Rache



Bombe im Tal
Kommissarin Sandra Santori hat es nicht leicht auf ihrer neuen Dienststelle in Wuppertal. Der Kollege ein gewöhnungsbedürftiger Pedant, der Chef steckt in alle Ermittlungen seine Nase hinein. Wie etwa in Sandras Untersuchung des Bombenanschlags auf ein Auto mit drei Insassen – da liegt plötzlich Terror-Verdacht über der Schwebebahnstadt. Doch ganz so hoch hängt die zugezogene Wuppertalerin Petra Pallandt in Bittere Rache den Kriminalfall dann doch nicht. Sandra Santoris Ermittlungen führen erst ins Milieu halbseidener Musikproduzenten und dann zum organisierten Drogenhandel im Tal. Und fast ebenso wichtig wie die Auflösung des letztlich überschaubaren Bombenrätsels ist in dem Krimidebüt der ausgebildeten Psychotherapeutin die Schilderung der inneren Dynamik im Ermittlerteam und die behutsame Annährung zwischen Sandra Santori und ihrem am Ende gar nicht mehr so seltsamen Kollegen. rja
Heimat-Krimi mit Herz (drei Sterne)
Petra Pallandt:
Bittere Rache
KBV, 350 Seiten,


NRZ / Funke-Medien
12-11-2016

30.10.16

Krischan Koch
Dreimal tote Tante

Die "Tote Tante"  muss man sich als einen heißen Kakao mit Schuss vorstellen. Und Sahnehäubchen. Serviert wird der in der der "Hidde Kist", der heißen Kiste, dem Imbiss im nordfriesischen Fredenbüll – von Mandy, der neuen sächsischen Bedienung, die noch ein wenig mit der friesischen Einsilbigkeit fremdelt. Genau wie die Friesen mit dem sächsischen Dialekt.
Wie auch immer – das Verbrechen lebt auch in Fredenbüll. Wir Leser wissen schon, dass im Moment eine Frau von einem unheimlichen Täter gefangen gehalten wird . Da wird im Jauchebecken von Bauer Schlotstedt auch noch eine skelettierte Tote gefunden. Ein Fall für den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Ermittlungshelfer aus der Heißen Kiste: Landmaschinenvertreter a. D. Piet Paulsen und Imbisswirtin Antje. Die lösen die Geschichte souverän, denn dies ist der dritte Friesenkrimi aus der Heißen Kiste. Über allem liegt diese sympathisch bizarre Absurdität, wie wir sie aus dem US-Film "Fargo" kennen. Kein Wunder, denn Autor Krischan Koch ist Filmkritiker (beim NDR) und weiß deshalb auch genau, welchen Twist er der Handlung geben muss, um sein Personal zur Bestform auflaufen zu lassen.


Krischan Koch
Dreimal tote Tante
dtv

Yrsa Sigurdardóttir
DNA




Krimi im Breitwandformat
Drei Kinder müssen adoptiert werden – soll man sie trennen? Beisammenlassen? Die Entscheidung, die getroffen wird, wird tödlichs ein.
Jahre später beginnt eine mysteriöse Mordserie, deren erstes Opfer eine junge Mutter ist, die gequält und dann mit einem Staubzuger zu Tode gefoltert wird. Ein Fall für Kommissar Hulder, der mit der Psychologin Freya zusammenarbeiten muss – ohne sich dabei von den privaten Verwicklungen beeinflussen zu lassen, die die beiden verbinden.

Zur gleichen Zeit fängt ein Funkamateur Funkspräche mit mysteriösen Zahlenkolonnen auf, wie man sie aus der Spionage in der Zeit des Kalten Krieges kannte. Und er macht sich daran, die Bedeutung der Funksprüche  herauszufinden.
Ein großer, breit präsentierter Thriller, der wenig unerzählt lässt. Ein Krimi im Breitwandformat sozusagen, mit weiten Schwenks über die Figuren, ihre Geschichten, ihre Befindlichkeiten und ihre Träume. Auf keinen Fall etwas für den schnellen Krimigenuss zwischendurch, sondern eher für die Langstrecke.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung)

Yrsa Sigurdardottir
DNA
Limes

NRZ / Funke Medien 23.12.2016

WAZ / WR / Funke-Medien 23.12.2016

Eva Ehley
Sünder büßen

Wir kennen Sylt als die Insel der Reichen und Schönen. Dass auch hier Mord und Totschlag gibt, davon erzählt Eva Ehley in ihrem inzwischen sechsten Sylt-Krimi. Alles beginnt beim Biikebrennen, einer Art Osterfeuer, zu dem sich die Insulaner im Februar zusammenfinden. AM nächsten Tag liegt Larissa Paulmann tot  neben der Feuerstelle. Larissa war – wie schon ihre Eltern – Hausbesorgerin in der Villa der steinreichen schweizer Familie Bürgli.
Die beiden Kommissar Silja Blanck und Bastian Kreuzer von der Inselkripo müssen jetzt also ermitteln, ob Larissas Tod etwas mit ihrem Job (und ihrer Leidenschaft für den Sohn der Bürglis) zu tun hat – oder mit ihrer überheblichen Art mit der sie sich auf der Insel einige Feinde gemacht hat. Darunter mehr als einen Mann, den sie vor den Kopf gestoßen hat. Immer mit bei den Recherchen dabei – der Ex-Journalist Fred Hübner.
Viel Lokalkolorit, ganz genau recherchierte Schauplätze und eine spannende Krimigeschichte.
Ein Sylt-Krimi - so gut wie ein Kurzurlaub auf der Insel.

Eva Ehley
Sünder büßen
Fischer

Yrsa Sigurdardóttir
DNA

Drei Kinder müssen adoptiert werden – soll man sie trennen? Beisammenlassen? Die Entscheidung, die getroffen wird, wird tödlichs ein.
Jahre später beginnt eine mysteriöse Mordserie, deren erstes Opfer eine junge Mutter ist, die gequält und dann mit einem Staubsauger zu Tode gefoltert wird. Ein Fall für Kommissar Hulder, der mit der Psychologin Freya zusammenarbeiten muss – ohne sich dabei von den privaten Verwicklungen beeinflussen zu lassen, die die beiden verbinden.

Zur gleichen Zeit fängt ein Funkamateur Funksprüche mit mysteriösen Zahlenkolonnen auf, wie man sie aus der Spionage in der Zeit des Kalten Krieges kannte. Und er macht sich daran, die Bedeutung der Funksprüche  herauszufinden.
Ein großer, breit präsentierter Thriller, der wenig unerzählt lässt. Ein Krimi im Breitwandformat sozusagen, mit weiten Schwenks über die Figuren, ihre Geschichten, ihre Befindlichkeiten und ihre Träume. Auf keinen Fall etwas für den schnellen Krimigenuss zwischendurch, sondern eher für die Langstrecke.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung) Oktober 2016


Yrsa Sigurdardóttir
DNA
btb

Nausicaa Marbe
Schmiergeld

Job ist Mitte 40, ein mittlerer städtischer Angestellter im Bauamt von Haarlem. Verheirat, Vater zweier pubertierender Töchter. Ein bübsches Haus in einem angemessenen Viertel der Stadt – alles scheint perfekt. Aber das ist natürlich, wie wir Leser schon zu Beginn erfahren, alles eine Täuschung. Eine brüchige Iydlle, eine schöne Oberfläche, unter der sich Abgründe auftun. Die unter anderem mit Jobs Affäre mit der attraktiven Judith zu tun haben, Tochter eines rumänischen Bau-Tykoons, der offenbar zwielichtige Geschäfte Jobs Chef, dem Bürgermeister macht.  Die Job zu gern an die Öffentlichkeit zerren würde – hätte man ihn nicht einfach gefeuert.
Da taucht Judith in Haarlem auf, ins einer nachbarscvhaft, gitb die gute Freundin, ists chon abld vertraut mit Jobs Familie und mischt sich auch auf andere Art und Weise in sein Leben ein.

Eine stille, langsam und ausufernd erzählte Geschichte aus dem mitteleuropäischen Mittelstand – die sicher spannender geworden wäre, hätte man den Krimi-Aspekt nicht so weiter in den Hintergrund geschoben.
(Reinhard Jahn, WDR5 Mordsberatung) Oktober 2016



Nausicaa Marbe
Schmiergeld
Eichborn

Ole Kristiansen
Der Wald bringt den Tod



Nur Probleme mit der Erbschaft. Die Journalistin Katja Jakobs hat ein altes Haus in Tachin in Norddeutschland geerbt. Ein verwunschenes Haus in einem großen Wald. Ein Haus, in dem zu früheren Zeiten einmal ein Alchemist gelebt hat – der so genannte "Bluthannes", der dem Geheimnis des ewigen Lebens nachgespürt hat. Und er soll immer noch dort leben – und sich von Jungfrauenblut und Knabenherzen ernähren. So erzählt man es sich jedenfalls.

Doch das alles ist nichts gegen den Schock, den Katja Jakobs bekommt, als sie sich ihre Erbschaft zum ersten Mal ansieht. In dem alten Gemäuer liegt ein Toter. Der junge Mann gehörte zu den Gegner  der Fracking-Arbeiten in der Gegend. Liegt darin das Motiv für den Mord, wie die Polizei vermutet? Oder ist der Bluthannes aktiv geworden?
Katja Jakob forscht in dieser Richtung weiter – und geht den Gerüchten nach, nach denen in der Gegend immer wieder Mädchen und Jungen spurlos verschwunden sind.

Mystery trifft Krimi – eine faszinierende Mischung, eine spannende Geschichte, ein waschechter Krimi mit Gänsehaut-Garantie.
(Reinhard Jahn, WDR5 Modsberatung) Oktober 2016


Ole Kristiansen
Der Wald bringt den Tod
dtv




Wald des Todes
Mystery trifft Krimi – eine faszinierende Mischung, eine spannende Geschichte, einen waschechten Krimi mit Gänsehaut-Garantie liefert das Autorenteam Ole Kristiansen, das eigentlich in der Fantasy zuhause ist.
Die Journalistin Katja Jakobs hat ein altes Haus im norddeutschen Tachin geerbt. Ein verwunschenes Haus in einem großen Wald, und in der Gegend heißt es "Der Wald bringt den Tod." Denn dort soll immer noch der "Bluthannes" umgehen, ein Alchemist, der sich auf der Suche nach dem ewigen Leben von Jungfrauenblut und Knabenherzen ernährt. So erzählt man es sich jedenfalls.
Entsprechend entsetzt ist Katja Jakobs, als sie bei der ersten Besichtigung ihres Erbes einen Toten findet. Der junge Mann war ein Gegner der Fracking-Arbeiten in der Gegend. Liegt darin das Motiv für den Mord? Oder ist der Bluthannes aktiv geworden? Krimifans können beruhigt sein – die Lösung ist trotz aller mysteriösen Ereignisse am Ende ganz logisch.    rja

Ole Kristiansen
Der Wald bringt den Tod
dtv, 400 Seiten, 


NRZ / WAZ / Funke-Medien
14.01.2017 Kultur


28.10.16

Kai Hensel
Bist du glücklich?

Laura und Patrick, typisches Berliner Hipster-Pärchen, sind in ihrem Cabrio auf einem Wochenendtrip nach Bugelow in Brandenburg. Da haben sie ein Schlösschen, und dort wollen sie Riley treffen. Der US-Investor interessiert sich die App, die Patrick entwickelt hat und die super eingeschlagen ist: "Bist du glücklich?" Eine Art Spiel, das aber Menschen auch glücklich macht.
Der Trip von Laura und Patrick wird immer alptraumhafter, surrealer, je länger er dauert, je weiter die einzige Nacht, in der der Roman spielt, fortschreitet.
Nichts ist so, wie es zuerst schien. Patrick hat die Idee für die App von dem Freak David gestohlen, den er in der Nähe des Schlosses gefangen hält, damit er weitere Level für das Spiel entwickelt. Aber David hat eine verhängnisvolle Leidenschaft – er saugt gern Menschen das Blut aus dem Hals. Unter anderem den beiden Ukrainern, die Laura und Patrick im Schloss vorfinden. Die Atmosphäre ständiger Bedrohung, das Gefühl permanenter Verunsicherung, die subtile Demontage aller vermeintlichen Sicherheiten des bürgerlichen Lebens, all das verdichtet Kai Hensel – orientiert an der Filmsprache von David Lynch - zu einem düsteren Protokoll einer Nacht.
Stilistisch perfekt, dialogstark und erzählerisch absolut versiert – ein einziger Genuss von einem Thriller.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung) Oktober 2016

Kai Hensel
Bist du glücklich?
Hoffmann und Campe

Cornelia Kuhnert und Christiane Franke
Miss Wattenmeer singt nicht mehr

Man kann nicht sagen, dass es langweilig ist in Neuharlingersiel, dem verträumten Ort an der friesischen Küste. Da liegt Aleke Dünnerschlag tot in der Halle der Fischzucht, die sie mit ihrem Mann Reent betrieben hat. Aleke, die die Kunst beherrschte, die Störe, die sie dort hielten, so zu massieren, dass sie ihr Eier abgeben – den Kaviar.

Mit dem Mord – denn um einen solchen handelt es sich natürlich – darf sich Ortspolizist Rudi Bakker natürlich nur als Unterstützer der Kripokollegen aus Wittmund beschäftigen.
Doch das hält ihn nicht davon ab, sich mit seinem Freund, dem Briefträger Henner und dessen stiller Verehrerin, der Lehrerin Rosa, über den Fall immer wieder auszutauschen. 
Und weil sie eben alle vor Ort leben, haben sie auch schnell soviel Klatsch und Tratsch, Fakten und Vermutungen beisammen, um eine stattliche Reihe von Verdächtigen präsentieren zu können.
Bodenständiger Friesenkrimi in der Agatha Christie-Tradition, der genau auf die kleinstädtischen Strukturen schaut.
(Reinhard Jahn, WDR5 Mordsberatung) Oktober 2016



Cornelia Kuhnert und Christiane Franke
Miss Wattenmeer singt nicht mehr
rororo



Morden im Norden
Man kann nicht sagen, dass es langweilig ist in Neuharlingersiel, dem verträumten Ort an der friesischen Küste. Besonders nicht, seitdem Christiane Franke und Cornelia Kuhnert dort ihre Tüftel-Krimis ansiedeln. Miss Wattenmeer singt nicht mehr ist der inzwischen dritte Fall für den Ortspolizisten Rudi, den Briefträger Henner und die Lehrerin Rosa. Diesmal wird Aleke Dünnerschlag im Becken der Fischfarm ertränkt, die sie mit ihrem Mann Reent betrieben hat. Eifersuchtsdrama? Intrige unter Fischzüchtern? Die drei Hobby-Ermittler haben den Voirteil, dass sie direkt vor Ort leben - da sind schnell eine Menge Klatsch und Tratsch, Fakten und Vermutungen zusammengetragen, um eine stattliche Reihe von Verdächtigen präsentieren zu können.
Ein küstenständiger Rätselkrimi in der Agatha Christie-Tradition, der genau auf die kleinstädtischen Strukturen schaut.
.     rja
Solide Friesenkost (Vier Sterne)
Franke und Kuhnert:
Miss Wattenmeer singt nicht mehr
rororo, 288 Seiten


NRZ / WAZ / Funke-Medien
16.1.2017

 

Die telefonische Mordsberatung auf WDR5:
Thema Revierkrimi

Die telefonische Mord(s)beratung

Live vom Krimifestival Mord am Hellweg

Das Mords-Team: Reinhard Jahn, Thomas Hackenberg, Ingrid  Müller-Münch, Ulrich Noller
Bild: WDR

Die Wiege des Bösen liegt im Revier. Hier zwischen Duisburg und Dortmund, Hattingen und Bottrop entstand Ende der 1980er-Jahre die erste deutsche Regionalkrimiszene - mit dem Revierkrimi.
  
Titel wie "Das Ekel von Datteln" , "Auf Teufel komm raus", aber auch "Blutiger Sommer" und "Bullenwinter" gehören inzwischen zu den Klassikern, Autoren wie Gabrielle Wollenhaupt, Reinhard Junge, Lucie Flebbe, Jörg Juretzka und viele anderen haben die deutsche Krimiszene nachhaltig geprägt.  Zu Gast im südlichen Ruhrgebiet sichert Chief Inspector Thomas Hackenberg mit seinen drei Krimi-Experten Ulrich Noller, Ingrid Müller-Münch und Reinhard Jahn den Tatort: Wer schreibt heute hier die besten Krimis?

Redaktion: Petra Brandl-Kirsch
Die telefonische Mord(s)beratung
Live vom Krimifestival Mord am Hellweg am Samstag, 29.10.2016

REVIERKRIMI  - DIE FAKTEN

Wann hat es angefangen?

1985 bis 1990


Wer hat damit angefangen:

Der Grafit-Verlag in Dortmund. Die ersten Revierkrimis stammten von Autoren, die im Revier lebten. Erste Autoren waren Reinhard Junge, Leo P. Ard, Werner Schmitz, Gabriella Wollenhaupt.


Worum ging es?

Sozialkritische und gesellschaftskritische Themen (wie sie etwa im "Soziokrimi" behandelt wurden) im Revierambiente. Also: SPD- und Gewerkschaftsfilz ("Das Ekel von Datteln") oder  Rechtsradikalismus unter Schülern ("Klassenfahrt")


  • 1985 Krimitage in Gladbeck  - erstes Genre-Festival
  • 1985 Gründung des Deutschen Krimi Preises durch das Bochumer Krimi Archiv
  • 1986 erste "CRIMINALE" – also Autorentreffen der Krimiautoren, die sich im SYNDIKAT zusammengeschlossen hatten -  in Gelsenkirchen. Drahtzieher: Reinhard Jahn und Peter Schmidt


Die Täter des Revierkrimis:

Reinhard Junge

Jahrgang 1946., Lehrer und Autor in Bochum. Erster Roman 1985.
Dann 1988: Miterfinder des Videoteams PEGASUS
http://krimilexikon.de/junge.htm
gemeinsam mit

Leo P. Ard (Alias Jürgen Pomorin)

Jahrgang 1953, gebürtiger Bochumer, Journalist, Autor, Schriftsteller, erfand mit Reinhard Junge das Video Team PEGASUS. Erster Team-Roman "Das Ekel von Datteln"
Thema. Gewerkschafts-SPD-Polit-Filz in der Kommune.
http://krimilexikon.de/ard.htm


Das PEGASUS-Team unter Leitung von

Kameramann Klaus Ulrich Mager, lokalisiert in Bochum, mit eigner TV-Produktionsfirma.  Zulieferer von Nachrichtenfilmen für den WDR und andere Sender. Teilweise Blaulichtjournalismus. Mager ist der politisch engagierte Familienmensch im Revierkrimi. Kämpft gegen Instanzen und Institutionen, obwohl er keine Chance hat und das auch weiß.
Letztes Buch: DATENGRAB (von Reinhard Junge, mit neuer Co-Autorin: Christiane Bogenstahl)


Gabriella Wollenhaupt

Jahrgang 1952, Reporterin, Journalistin (bei der WAZ), dann Redakteurin beim WDR, jetzt im Ruhestand.  Lokalisiert in Dortmund. Schöpferin von Maria Grappa, der cleveren Lokaljournalistin in Bierstadt (=Dortmund).
Seit 1998 mehr als zweieinhalb Dutzend Grappa-Abenteuer. Themen: Lokalpolitik mit allen Problemen, die man dort hat. Daneben auch: Lifestyle, Medienkritik
Gabriella Wollenhaupt ist die Patin des Revierkrimis.
http://krimilexikon.de/wollen.htm

Maria Grappa
clever, taff. Ich-Erzählerin, meist alleinlebend. Zuletzt Reporterin bei der Bierstädter Lokalzeitung. Allrounderin, mit Spezialisierung auf Lokalpolitik und Filz und Blaulicht.


Werner Schmitz

Jahrgang 1948. Bochumer, Reporter. Jäger.
War städtischer Angestellter, dann Reporter bei einer Kulturzeitschrift. Dann Wechsel zum STERN. Rechercheur. Spezialist für Crime-Stories. Später ausgebildeter Jäger.
Wenige Romane, dichte Stimmungsbilder. Seine Hauptfigur: Hannes Schreiber, Reporter. Alter Ego des Autors. Legendäre Story: "Wattenscheiß" von Werner  Schmitz über die Verflechtungen eines Unternehmers ("Flachmann" = Steilmann mit der Kommunalpolitik (Wattenscheid)



Horst Schimanski

darstellt von Götz George. Kriminalhauptkommissar, später im Ruhestand, bei der Kripo Duisburg.
Erster Auftritt 1981 im TATORT  "Duisburg Ruhrort".




Kennzeichen: Legerer Dresscode und lockeres Mundwerk ("Scheiße!"). Sozialromantiker, Kämpfer für die Interessen der kleinen Leute, Gegner von Strukturen und Institutionen.
Schimanski  in seinem Schmuddeloutfit löste den Trenchcoat-Kommissar Haverkamp (Hansjörg Felmy) aus Essen in der Tatort-Reihe ab und war bewusst als Gegenbild konzipiert. Geschäft wurde die Figur durch das Zusammenspiel mit seinem pedantischen Anzug-Partner Thanner (Eberhard Feik)
Starke Identifikation des Darstellers George mit der Figur. Später Kultstatus und nach dem Abschied aus dem TATORT eine eigene Reihe ("Schimanski").
Schimanskis ist der Ruhri des Strukturwandels. Entwurzelt, wütend, aber  mit einem großen Gerechtigkeitsgefühl auggestattet. Gibt nichts auf Äußerlichkeiten, ist oft emotional und dort wenig gefestigt. Schwachpunkt: Frauen.


Jörg Juretzka

Jahrgang 1955, Mülheimer
Zimmermann und Schriftsteller und Drehbuchautor.
Schöpfer von Kristof "Krüschel" Kryszinski.

Kristof Kryszinski: Ex-Biker. Ex-Junkie. Schnüffler in Mülheim Ruhr, Ich-Erzähler. Gnadenloser Feind des öffentlichen Nahverkehrs. Seit 1998 mehr als ein Dutzend Romane, in denen Krüschel in teilweise ins absurde spielende Fälle an exotischen Locations (Kreuzfahrtschiff) verwickelt wird.
Krüschel ist der einsame Wolf des Revierkrimis.
http://krimilexikon.de/juretzka.htm


Peter Schmidt (Der Außenseiter)

Jahrgang, Werbefachmann, Schriftsteller.
Schieb einige der ersten ernstzunehmenden deutschsprachigen Spionageromane , noch in der BRD/DDR-Zeit als Auseinandersetzung der Systeme, aber auch – in der le Carré-Tradition – als Portrait von tief in sich zerstrittener staatlicher Organisationen.
http://krimilexikon.de/schmidt.htm


Karr und Wehner (Eigenlob)

Jahrgang 1955 und 19523, lokalisiert in Essen.
Schufen ab 1992 das GONZO-Quartett mit ihrem Helden, dem freiberuflichen Videojournalisten und Blaulichtreporter Heinrich "Gonzo" Gonschorek.


Gonzo Gonschorek

lokalisiert in Essen, Einzelgänger, Zyniker, lebt für seinen Job. Jagt Sensationsbilder, lässt nur selten Skrupel zu. Emotional wenig gefestigt, mit deutlicher Chauvi-Attitüde.. Sein Vertrauter: Kommissar Hassenkamp von der Videotruppe der Polizei.







Balko (= Schimanski light)

Fernsehserie RTL ab 1994 (bis 2003) 124 Folgen
Allesamt geschrieben von Lea P. Ard (siehe dort) und Michael Illner. Kommissar Balko und sein Kollege Krapp (Ludger Pistor) sind eine durchgesoftete Version von Schimanski und Thanner (siehe dort), also ein Lederjacke / Anzug-Team. Lösen ihre Fälle in Dortmund, Kennzeichen: lockere Sprüche, Stoffe zunehmend comedyhafter.
Balko gespielt von Jochen Horst, (bis Folge 49) später von Bruno Eyron.
https://de.wikipedia.org/wiki/Balko



Die zweite Generation des Revierkrimis.


Lucie Flebbe (vormals Klassen)

Jahrgang 1977, Physiotherapeuthin und Autorin. Ab 2008/2010 Schöpferin von Lila Ziegler. Abiturientin, die vor ihrem Elternhaus (Juristen) flieht und in Bochum aufschlägt. Dort Partnerin  des heruntergekommenen Privatschnüfflers Tom Danner wird.
Starke Geschichten, trockener Witz, dazu ein Schuss Romantik (wenn's passt)
http://krimilexikon.de/flebbe.htm



Mike Steinhausen

Jahrgang 1969, Essener, Polizist in Essen. Erster Roman 2013 (mit einem historischen Stoff, dann zwei Romane mit dem unkonventionellen Privatschnüffler Robert Kettner.
Kennzeichen: taff, schnell, actionorientiert. Pageturner


Ursula Sternberg

Jahrgang 1958, Duisburgerin, lebt in Essen. Ab 2007 Kriminalromane - zunächst mit der unkonventionellen Heldin Toni Blauvogel. Privatdetektivin, die ihre Dienste in einem Tauschring anbietet. Aktuelle Romane sind Thriller, etwa zum Thema FRACKING ("Ruhrbeben")
http://krimilexikon.de/sternberg.htm






Thomas Schweres

Jahrgang 1959. Essener. Polizeireporter mit eigener Videoproduktionsfirma. Ausgebildeter Journalist, BILD: SAT1, RTL etc. Erster Krimi
2014 DIE ABTAUCHER
Seine Helden  Kommissar Schüppe und Tom Balzack Kameramann und Blaulichtreporter im Ruhrgebiet, in diesem Sinne verwandt mit  Kalle Mager (Junge/Ard) und Gonzo Gonschorek (Karr-Wehner)
http://krimilexikon.de/schweres.htm






Kommissar Peter "der Arsch" Faber und sein Team

dargestellt von Jörg Hartmann, seit 2012 in bisher neun TATORT Filmen zu sehen. Legitimer Erbe von Horst Schimanski. Lokalisiert in Dortmund. Trägt unförmigen Parka, oft unrasiert, psychisch labil bis gestört. - Dennoch großartiger Kriminalist mit der Gabe zu extremer Empathie für sein Gegenüber – egal ob Krimineller oder Wirtschaftsbonze.
Themen der Filme: Zeit- und Sozialkritisch (Rechtsradikalismus, Menschenhandel. Gentrifikation etc)






Nikolas Heldt (ZDF / Bochum)

seit 2013, dargestellt von Kai Schumann,
Nikolas Heldt und sein vorgesetzter Kollege Detlef Grün (Timo Dierkes) sind wiederum eine Variation des Lederjacke / Anzug-Teams (siehe Schimanski und Balko), ergänzt von einem weiblichen Partner – der Staatsanwältin, darstellt von Janine Kunze.
"Heldt" ist ambitionslose Vorabendunterhaltung, in der das Revier zu Versatzstücken verkommt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heldt_(Fernsehserie)


Maggie Abendroth

geschaffen von Minck und Minck. (Edda und Lotte Minck, in Wirklichkeit: Gabriele Brinkmann und Brenda Stumpf)
Maggie - Ex-Drehbuchautorin, aus Köln vertrieben, gescheitert in Bochum. Wird immer wieder in Kriminalfälle verwickelt die sie in die unterschiedlichsten Milieus führen (Bestattungsunternehmen, Hotline. Taxifahrer etc)
Krimi-Comedy
https://de.wikipedia.org/wiki/Edda_Minck


Margit Kruse

Jahrgang 1947,. Gelsenkirchenerin. Autorin.
Ihre Heldin: . Margareta Sommerfeld, Damenoberbekleidungsverkäuferin und passionierte Hobbydetektivin.


Peter Kersken

Jahrgang 1952 Oberhausener, Journalist. Historische Krimis aus Oberhausen und Umgebung

Ende

19.9.16

Edney Silvestre
Der stumme Zeuge




Brasilien kriminell
Mit Der stumme Zeuge von Edney Silvestre kann man sich einen ganz hervorragenden Eindruck von Brasilien jenseits der Olympischen Spiele verschaffen. Das Kidnapping eines kleinen blonden Jungen, den die Entführer aus Versehen für den Sohn der kriminellen Werbefachmannes Bettencourt halten, stößt ein Kaleidoskop von kriminellen Geschichten quer durch die Gesellschaft am Zuckerhut an. Mit kühler Beobachtung und analytischem Zugriff erzählt der Journalist Edney Silvestre über die Industrie der Gewalt und die Macht des Geldes im Brasilien. Dass dabei die auslösende Kidnapping-Story nur als Roter Faden dient, an dem die einzelnen Szenen aufgefädelt werden, ist ein leicht zu durchschauender Kunstgriff, den man dem Autor schnell verzeiht. Denn das Brasilien-Portrait, das er zeichnet, ist packender als der eigentliche Krimi. rja
Spannendes Sittenbild     (vier Sterne)
Edney Silvestre:
Der stumme Zeuge
Limes, 224 Seiten,



NRZ / WAZ / WR / Funke medien
19.09.2016


14.9.16

Der Mord macht die Musik
Ein Fall für Vera Falck

Schlagerstar überfährt Radfahrer

Diese Schlagzeile könnte Leo King das Genick brechen. Ausgerechnet jetzt, wo er eine neue Tour plant.
Was für ein Glück, dass sein gutmütiger Freund und Bassist Benno sich der Polizei als Unfallfahrer präsentiert.
Also alles gut für Leo King?
Keineswegs.
Denn einige Tage später wird Benno in seinem Studio erschlagen.
Kommissarin Vera Falck und ihr Team blicken bei ihren Ermittlungen tief in die Abgründe der Musikszene Ruhr. Sie erfahren, dass im Schlagerland mit harten Bandagen gekämpft wird und begegnen schillernden Charakteren wie…

… Ricky Wernicke, der mit seinem Talent-Casting in Bennos Studio den Nachwuchs abzockt.
… Mike Groschek, der smarte Musikmanager, der für Leo Kings Tour über Leichen gehen würde.
… Bronco, den einsamen Ruhrpott-Cowboy, der Johnny Cash liebt – und seinen Baseballschläger.
… und natürlich Leo King, der König der Gute-Laune-Lieder. Ist er wirklich nur der nette Schlager-Onkel?


bei amazon kdp

12.9.16

Martin Schüller
Der Bulle von Garmisch



Bulle von Garmisch
Was für ein Glücksfall, dass der Musiker Martin Schüller sich irgendwann entschlossen hat, neben seiner Karriere in der drittbesten Rockband der Welt "The Arschbombe" auch noch Krimis zu schreiben. Schnelle Dialoge, präzise getaktete Plots und unvergleichlich prägnante Charaktere zeichnen seine Romane aus. In "Der Bulle von Garmisch" trifft der smarte Düsseldorfer "Sicherheitsexperte" Jo Kant in Garmisch auf den Ex-Kommissar Schwemmer, Schüllers Serienhelden und titelgebender Bulle. Jo Kant sucht unter anderem nach den verschwundenen Millionen aus dem letzten Deal eines verschwundenen Großkriminellen. Um erst einmal ein wenig Bewegung in die Sache zu bringen, setzt er kurzerhand das Gerücht in die Welt, der Ex-LKA-Bulle  und seine kunstverständige Ehefrau hätten sich das Geld unter den Nagel gerissen. Nicht gerade der beste Start für eine tolle Freundschaft zwischen den beiden, aber dafür erstklassige Voraussetzung für spannende, scharfsinnige Krimi-Unterhaltung.  rja
Rundum gelungen (fünf Sterne)

Martin Schüller
Der Bulle von Garmisch
Emons, 272 Seiten, 

NRZ / WAZ / WT / Funke.Medien
12.9.2016

9.9.16

Stefan Keller
Stirb, Romeo!





Bonn 1984
Die Bundeshauptstadt in den Achtzigern ist das Operationsfeld für die sogenannten "Romeo-Agenten", die der DDR-Geheimdienst ausschickt, damit sie Sekretärinnen an den Schaltstellen der Politik verführen und ihnen geheime Informationen entlocken. Ein ideales Opfer für den angeblichen Musiker Yannick Moreno ist da Vera Marx aus einem Vorzimmer im Verteidigungsministerium. Halb zieht Yannick sie, halb sinkt sie hin, nachdem sie entdeckt hat, dass ihr Mann sie mit einer Praktikantin betrügt. Zu dem Wechselbad der Gefühle kommt für Vera das perfide Spiel von Wahrheit, Lüge, Täuschung und Betrug, mit dem Yannick sie konfrontiert. Der Düsseldorfer Autor Stefan Keller inszeniert "Stirb, Romeo!" als eine Geschichte über die Liebe in Zeiten des NATO-Doppelbeschlusses, mit Anklängen an die Fernsehserie "Deutschland 1983". Und das dramatische Finale führt uns dann noch auf die andere Seite der Mauer nach Wandlitz.    rja
Unterhaltsam (drei Sterne)
Stefan Keller
Stirb, Romeo!
Gmeiner, 342 Seiten, 


NRZ / WAZ / WR /Funke-Medien
9.9.2016



29.8.16

Brigitte Glaser
Bühlerhöhe




Attentat im Hotel
Die Bundesrepublik 1952. Der Kanzler heißt Konrad Adenauer, er ist gerade einem bis heute wenig bekanntem Bombenattentat entgangen, dessen Hintermänner in Israel sitzen. Jetzt wird er mit seiner Tochter seinen Sommerurlaub im Hotel Bühlerhöhe im Schwarzwald verbringen. Und sich dabei einer Frischzellenkur unterziehen.
Das ist das Szenario für den Einsatz von Rosa Silbermann, die vom israelischen Geheimdienst Mossad direkt aus dem Kibbuz heraus verpflichtet wird, um in dem Nobelhotel zusammen mit dem Agenten Ari ein Attentat auf den Kanzler zu verhindern, das radikale Israelis wegen der Adenauers Wiedergutmachungspolitik planen. Für Rosa wird der Auftrag zu einem aufregenden Spionage-Abenteuer, für den Leser zu einer liebevoll und mit außerordentlichem Detailreichtum erzählten Reise in die Jugendjahre der Bundesrepublik.
Brigitte Glaser vereinigt in Bühlerhöhe ebenso geschickt wie gekonnt Familien- und Zeitgeschichte, Spionagekrimi und Hotelroman zu einem großartigen Lesevergnügen. rja
Schmöker mit Niveau (fünf Sterne)
Brigitte Glaser:
Bühlerhöhe
List, 433 Seiten,



NRZ / WAZ / WR / Funke Medien
29.8.2016


19.8.16

Krimi von Ralph Petersen
Willkommen im Team

Badische neueste Nachrichten 34/2016 vom 27.8.2016 (Repro: Jahn)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ralph Petersen in den Badischen neuesten Nachrichten.

Mehr Krimis von ihm in "Mord nach Rezept", der erfolgreichen Story-Reihe von H.P. Karr. Nur bei amazon
Zum Beispiel in Band 6
08 Ralph Petersen: Eine clevere Falle
09 Ralph Petersen: Tod am Finnlandhaus

Oder in Band 7
01 Ralph Petersen: In die Irre geführt

Die telefonische Mordsberatung
Krimiland Australien FACTSHEET
















Das Krimikompetenzteam schaut nach Australien und untersucht die Krimiszene down under. Welche neuen Autoren schreiben in Sydney und Canberra und rund um den Ayers Rock? Gibt es eine zeitgemäße Version des klassischen Outback-Ermittlers Napoleon "Bony" Bonaparte von Arthur W. Upfield?
Unter der sachkundigen Anleitung von Chief-Inspector Thomas Hackenberg ermitteln die WDR5-Krimi-Experten Ulrich Noller (KrimiZEIT-Bestenliste), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistin Ingrid Müller-Münch live vor Publikum in der historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf, der bedeutendsten noch erhaltenen Industrieansiedlung aus dem 19. Jahrhundert im Märkischen Kreis. Und natürlich empfehlen die Experten auch wieder ihre persönlichen Favoriten und beantworten Fragen aus dem Publikum.
Hörerinnen und Hörer können sich per E-Mail an der Sendung beteiligen. mordsberatung@wdr.de
Redaktion: Petra Brandl-Kirsch
 

Datum: Samstag, 27.08.2016
Ort: Museum Barendorf
Baarstraße 220-226
58636 Iserlohn


Iserlohner Kreiszeitung 29.9.2016 (Repro: Jahn)

Spannung von down under – Krimiland Australien


Mal ganz spontan: was fällt uns bei AUSTRALIEN ein?
Ayers Rock
Bumerangs
Kanguruhs
das Opernhaus in Sydney

Und kulturell?




Picknick am Valentinstag 



Skippy das Kanguruh


 

Die fliegenden Ärzte


Also erstmal die Fakten:

Australien,

liegt auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland und südlich von Indonesien.
Hauptstadt: Canberra
Bekannteste Stadt: Sidney
Staatsoberhaupt: Queen Elizabeth II (Commonwealth)
Einwohner: 23 Millionen (3,1 Einwohner pro km²)
Telefonvorwahl +61
Kleine Fototour mit den Bildern von Thomas Schoch





Der Urvater aller Australien-Krimis:

Inspektor Napoleon Bonaparte, genannt "Bony"
geschaffen von Arthur W. Upfield (1890 – 1964)
 

Der Brite kam mit kanpp 20 Jahren nach Austarlien und durchstreifte das Land, ehe er sich niederließ. Ab 1929 veröffentlichte er unter anderem die Kriminalromane um die Ermittlungen des Detectives Napoleon Bonaparte, genannt Bony.
Bony, ist der Sohn eines weißen Vaters und einer Aborigine-Mutter. Wie er zu seinem Namen kam, erzählt er selbst so:


»Ich kann Ihnen versichern, daß ich nicht die Absicht hatte, mich auf eine Stufe mit dem Kaiser der Franzosen zu stellen«, erwiderte der Inspektor und zündete sich die angebotene Zigarette an. »Ich war zwei Wochen alt, als man mich im Norden von Queensland neben meiner toten Mutter unter einem Sandelholzbaum fand. Man brachte mich zur nächsten Missionsstation. Dort ergab sich die Frage, welchen Namen ich erhalten sollte. Und während sich die ehrwürdige Ordensschwester den Kopf zerbrach, beobachtete sie, wie ich an einem Buch kaute. Es war Abbotts ›Das Leben Napoleon Bonapartes‹.
Ich nehme an, daß die Schwester Sinn für Humor hatte, denn sie gab mir kurzentschlossen diesen Namen.«

(Bony und der Bumerang)
 

Und seine Vorgesetzten beschreiben ihn so:
»Er ist unter den Kriminalbeamten Australiens einer der besten, wenn nicht überhaupt der beste Kenner des Busches.«
(Bony und der Bumerang)

Bony ist sozusagen die Urform des Ethno-Detektivs, wie er später u.a. von Tony Hillerman beschrieben wurde.

Die Erzählungen von Bonys Fähigkeit, die Natur zu „lesen“, seiner Geduld und Intuition sowie seinem kombinatorischen Scharfsinn sind eine an die australischen Gegebenheiten angepasste Variante des Whodunnit-Krimis: Ein Mord ist geschehen, und der Detektiv muss mit Verhören und Deduktion dem Täter auf die Spur kommen.
Wobei Arthur W. Upfield durchaus große Phantasie entwickelte – wie etwa in ist »Death of a Lake«, 1954, (dt.: »Der sterbende See«, 1955): 

In der extremen Hitze und Trockenheit des Hochsommers im südlichen Hinterland Australiens warten sechs Männer und zwei Frauen auf einem einsamen Außenposten auf das Austrocknen eines Sees. Auf seinem Grund soll sich die Leiche eines Mannes befinden, der vor Jahren nach einem großen Lottogewinn eines Nachts beim Schwimmen im See verschwand. Unter ihnen ermittelt Bony undercover.


Für die Fernsehserienfassung (AUS 1972-73, 26 Folgen) wurde aus Bony dann BONEY



 

Die Dame:

Ngaio Marsh (1895 – 1982) war eine neuseeländische Schauspielerin, Regisseurin und Krimi-Autorin, die ihre 32 Romane – überwiegend Abenteuer des Ermittlers Roderick-Alleyn – in Großbritannien ansiedelte. Ihre Geschichten stehen in der Tradition des Goldenen Zeitalters des Krimis, das von Agatha Christie und Dorothy Sayers geprägt wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ngaio_Marsh


Der Hack-Writer:

Carter Brown (1923 – 1985) war gebürtiger Brite und naturalisierter Australier. Er arbeitete u.a. für die Fluggesellschaft QUANTAS, ehe er zu schreiben anfing. Er veröffentlichte zwischen 1953 bis 1981 etwa 200 Romane, von denen mehrere hundert Millionen Ausgaben weltweit verkauft wurden. Seine Serienhelden sind
-der Privatdetektiv Danny Boyd
-der Detektiv Rick Holman
-der Hollywood-Polizist Al Wheeler

Carter Browns Romane stehen in der Tradition der klassischen Privatdetektivromane, die Brown aufs Niveau  harmlos-erotischer Schundkrimis herunterbrach. Seine Romane spielen bis auf wenige Ausnahmen nicht in Australien, sondern in einem „Pappdeckelamerika“ (so ein Kritiker) und seine Figuren stattete er mit einem Slang aus, den er sich durch Bücher und Filme angeeignet hatte.



In Deutschland wurde Carter Brown besonders bekannt (und geliebt) wegen der schlüpfrigen Titelbilder und Titelformulierungen wie etwa
-Ackerbau und Unzucht
-Falltür, bitte kopfen
-Im Kille-Kille-Keller
(Material von Wikepdia)

Die aktuelle Krimiszene Australien:

Dazu zuerst einmal ein Artikel von Alf Mayer aus dem freitag vom 26.04.2016 , in dem ein Boom des Australien-Krimis festgestellt wird:

Mord in Down Under




Nun zu den einzelnen Autoren: 

Garry Disher 

(*1949), der Grandmaster des Australien-Krimis
Seit 1999: die Hal Challis Serie.
Polizeiromane
Seit 1991 die Wyatt-Serie
Wyatt ist ein Gesetzloser, ein Berufsgangster in der Tradition von Donald E. Westlakes "Parker".
Garry Dishers Romen sind weder thematisch noch stilistisch innovativ, sie sind aber in ihrer handwerklichen Perfektion und der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens stets auf höchstem Niveau.
(Mit Material von  krimi-couch.de)




Paul Thomas 

(* 1951)  wuchs in Neuseeland auf und studierte in Auckland. Später arbeitete er als Journalist in Auckland, London, Toulouse und Sydney. Bevor er sich als Krimiautor verdingte, war er Sportreporter. 1996 bekam er für seinen ersten Roman "Transfer" den Ned Kelly Award für den besten Krimi Australiens.  Im Mittelpunkt einer Romane steht oft  der rauhbeinige Inspector Tito Ihaka.
(Material von krimi-couch.de)

Michael Robotham  

(* 1960)  war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig und ein extrem erfolgreicher Biograhie-Ghostwriter, bevor er sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.
 

Über seine Autoren-Existenz sagt Robotham u.a.:
Ich habe entschieden, dass eines meiner Probleme als Schriftsteller darin besteht, dass ich viel zu normal bin.

  •     Ich stamme nicht aus einer zerrütteten Familie.
  •     Ich habe keine Kinder aus fremden Ländern gekauft.
  •     Ich habe meine Frau nicht für ein Model verlassen.
Anderseits aber auch: "Ich bin mit gerade einmal 117 geschriebenen Seiten an Verlage herangetreten und habe sie ihnen angeboten. Was dann folgte, war ein Wettbieten der Verleger. Das ging sogar so weit, dass mein Agent mich nachts um drei Uhr anrief und mir sagte, welche Verlage wo um mich buhlen würden. Das war unglaublich!"
(Material von amazon.de)

Bekannt wurde er mit seiner Joseph-O'Loughlin/Vincent-Ruiz-Reihe, die er 2004 begann und die inwzischen mehr als zehn Titel umfasst.
Prof Joe O’Laughlin ist einer der renommiertesten Psychotherapeuten Londons, er arbeitet oft mit dem (später Ex-)Inspektor Vincent Ruiz zusammen. Serienübergreifend wird die Entwicklung der Parkinson-Erkrankung von Joe O’Laughlin erzählt.

Zwei Robotham-Stoffe wurden für das deutsche Fernsehen adaptiert und unter dem Reihentitel "Neben der Spur" mit Ulrich Noethen in der Rolle des Psychologen verfilmt:

-Neben der Spur – Adrenalin. D 2014, Regie: Cyrill Boss & Philipp Stennert, 90 min, FSK 12.
-Neben der Spur – Amnesie. D 2016, Regie: Cyrill Boss & Philipp Stennert, 90 min, FSK 12.




Michael Robotham siedelt, wie viele andere australische Autoren auch, seine Romane nicht in seiner Heimat an. Schauplatz der Joe O’Laughlin-Geschichten ist das Commonwealth-Mutterland Großbritannien. Die Stoffe sind "Psycho-Thriller" von internationalem Zuschnitt.


Peter Temple 

(* 1946) stammt aus Südafrika, lebte in Deutschland und zog dann nach Australien.
Ein Teil seiner Romane hat den Privatdetektiv und Ex-Rechtsanwalt Jack Irish als Hauptfigur, der in Melbourne ermittelt.
2012 erhielt er den Deutschen Krimipreis für
Wahrheit (Truth) Deutsch von Hans M. Herzog
Es ist die Zeit der großen Waldbrände, die alles zu vernichten scheinen und auch die Stadt Melbourne bedrohen. In einem neu erbauten Luxuskomplex wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Stephen Villani, der die Ermittlungen leitet, wird von der Politik an der Aufklärung gehindert. Aber es beschäftigt ihn nicht nur die Frage, warum der Mord vertuscht werden soll. Die Ermordete sieht aus wie seine jüngste Tochter, die spurlos verschwunden ist. Und diese familiäre Situation zermürbt ihn mehr als der frustrierende Polizeialltag.
»Mit der Wucht des Titels "Wahrheit" stemmen sich hier die Aufrechten gegen das Schweinesystem; ihre Chance ist begrenzt, unser Lesevergnügen in derartigen Fällen immer besonders groß. So auch hier. Neben Garry Disher ist Peter Temple der andere große Krimiautor von Down Under und "Wahrheit" sein Meisterstück.« (Günther Grosser, Berliner Zeitung)
Mit Material von Wikipedia und  deutscher-krimipreis.de

Alan Carter 

(*1959) geboren in Sunderland, UK, wanderte 1991 nach Australien aus und lebt heute mit seiner Familie in Fremantle.

Sein Krimidebüt "Prime Cut" mit seinem Helden, dem in Ungnade gefallenen ehemaligen Vorzeigebullen Cato Kwong in dem westaustralischen Städtchen Hopetoun wurde allgemein gelobt.
Unter anderem auch so:
»Gibt’s im Krimi eigentlich noch irgendwas, was es nicht schon gegeben hat? Durchaus, das beweist zum Beispiel Prime Cut. Eine Entdeckung, der Autor und sein Team; noch ein klasse Krimiautor aus Australien, von dem man in den nächsten Jahren einiges erwarten darf.« Ulrich Noller, WDR 5
 

 Sein zweiter Krimi "Des einen Freund" erscheint in diesen Tagen (Ende August 2016) auf deutsch.
(mit Material von Edition Nautilus)



Candice Fox

(* 19??) ist der aktuelle heiße Tipp in Sachen Australien-Krimi. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, indem sie kreatives Schreiben an der University of Notre Dame, Sydney. 
Ihr Debüt-Roman »Hades« ist der erste Teil einer Trilogie, Eden und Fall folgen in den nächsten Monaten.

Alf Mayer (siehe oben) lobte: »Hades« ist ein Buch, das mit erzählerischer Raffinesse und schier unglaublicher Selbstsicherheit gleich drei Subgenres der Kriminalliteratur zu etwas Neuem fügt: den Polizeiroman, den Serienkiller-Topos und die Hardboiled-Erzählung. Der Thriller hat eine Heldin, wie es noch keine gab. Es ist die Polizistin Eden, die zusammen mit ihrem Bruder, ebenfalls einem Cop, nachts in Sydney jene Killer jagt und tötet, denen die legale Strafverfolgung nicht beikommt.
(mit Material von  suhrkamp.de und Wikipedia)




Und zum Schluss:

Und ein Sonderfall ist die deutsche Autorin Manuela Martina, die einige Australien-Krimis geschrieben hat,in deren Mittelpunkt Detective Shane O'Connor aus Brisbane steht:
--Ende--