29.9.19

krimis machen 4 28.9.2019

krimis machen 4 am 28.9.2019 

Arbeitsgruppe Regionalkrimi


AG Regionalkrimi mit Stefanie Rahnfeld (Emons), Monika Geier,
Alf Mayer (Moderation) Joachim Feldmann und Uta-Maria Heim (Foto: Jahn)

 Mit - von links nach rechts - Stefanie Rahnfeld, Emons Verlag, Monika Geier, Alf Mayer (Moderation) Joachim Feldmann und Uta-Maria Heim (Autorin)

Es ging um eine kurze Geschichte des Regionalkrimis (Feldmann) und die Frage, was den Erfolg ausmacht, bzw was der Leser darin sucht (Mayer). Nämlich HEIMAT (Feldmann) Uta-Maria Heim: "Es gibt keinen gelungenen Regionalkrimi - und wenn es gelungen ist, ist es kein Regionalkrimi."
Der Regionalkrimi ist ein Label, unter dem die verschiedensten Formen des Kriminalromans existieren (Rahnfeld), er ist vielleicht aber auch "die bad bank des deutschen Krimis" (Tobias Gohlis aus dem Publikum), und er geht mit seiner aktuellen Ausformung, dem "Ferienkrimi" der "falschen Franzosen" in eine ungewisse Zukunft (Feldmann).


Monika Geier, Alf Mayer, Joachim Feldmann und Uta-Maria Heim
  krimis machen 4 2019, Köln (Foto:Reinhard Jahn)

Monika Geier, Alf Mayer, Joachim Feldmann und Uta-Maria Heim
  krimis machen 4 2019, Köln (Foto:Reinhard Jahn)

krimis machen 4 29.9.2019

krimis machen 4 am 29.9.2019

Die Büchse der Pandora Teil 2

Tatort: Bürgerhaus Stollwerck
Kirsten Reimers, Judith Merchant, Else Laudan und Angela Spizig
bei krimis machen 4 in Köln (Foto: Reinhard Jahn)

Diskussion mit Kirsten Reimers, Judith Merchant, Elsa Laudan (Ariadne), moderiert von Angela Spizig
Besieht man sich die heutige Gesellschaft, so fällt auf, dass immer mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind, was besonders für die Buchverlage gilt. Das Krimiprogramm vieler großer Verlage wird vielfach von Frauen gemacht - und von Frauen gelesen.
 



krimis machen 4 in Köln, 2019
(Foto: Reinhard Jahn)
krimis machen 4 in Köln, 2019
(Foto: Reinhard Jahn)


Gespannte Aufmerksam und engagierte Diskussionbeim Publikum. Es ging um die Sichtbarkeit von Frauen in der Branche, besonders aber in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. So werden z.B. in der Regel Bücher von Männer rezensiert, und zwar von Männer. Die Frage war: wie könnte man dieses Verhältnis ändern?

24.9.19

Kaffee mit José und Co


José Giovanni & Jean Schmitt: Wölfe unter sich (Foto: Reinhard  Jahn)

 

José Giovanni (1923-2004), eigentlich Joseph Damiani, wurde 1948 wegen Erpressung und Mittäterschaft bei einem Mord zum Tode verurteilt, 1956 begnadigt und nach elf Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Ermutigt durch seinen Anwalt begann er zu schreiben. Sein erstes Buch wurde 1957 schnell von Gallimard veröffentlicht, der sich sofort eine Option auf zehn weitere Romane sicherte.
Giovanni schrieb insgesamt 20 Romane, 33 Drehbücher und drehte 15 Filme, unter anderem mit Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura.


José Giovanni & Jean Schmitt: Wölfe unter sich. (Les loups entre eux, 1982). Ein Polit-Thriller. Aus dem Französischen von Wolfgang Proll. Deutsche Erstausgabe. Frankfurt/M.: Ullstein, 1985, Ullstein-Buch Nr. 10311, 229 S.

21.9.19

ZbV - Agent mit Zukunft



 
ZbVRoman Nr 30 , Pabel-Verlag 1975 (Foto: Reinhard Jahn)

"ZbV - Zur besonderen Verwendung" ist eine Serie von  rund 50 Romanen, zuzerst 1957 als Leihbuch bei Balowa veröffentlicht, später als Romanheft und noch später wieder als Taschenbuch, diesmal bei Pabel (Rastatt) nachgedruckt. Von  dort stammt die hier gezeigte Ausgabe.

Geschrieben wurde sie von  Karl-Herbert "Handgranaten" Scheer (1928 -1991) , ehe er dann 1961 mit Clark Darlton (=Walter Ernsting)  Perry Rhodan erfand. "ZbV" ist eine Art SF-Geheimagentenserie, im Mittelpunkt steht Thor Konnat, ich-erzählender "Agent HC-9" der GWA (= Geheime Wissenschaftliche Abwehr), der im ersten Band gleich einer gehirnhchirurgischen Spezialbehandlung unterzogen wird, die ihn  immun gegen jedwede chemische oder hypnotische Beeinflussung macht. Ehe sich "ZbV" später zu einer reinen SF-Serie entwickelte, war sie in den Anfangsbänden eine Art robuster James Bond  mit SF-Anklängen, dessen Handlung zu Beginn des 21. Jahrhunderts - also für die damalige Zeit weit in der Zukunft spielte.

15.9.19

Caffee mit Conny

 
Conny Lens: Steeler Straße - Casablanca ist weit (Foto: Reinhard Jahn)
Einer der Erfinder des Ruhrpottkrimis
Conny Lens (* 1951 in Essen) begann als - heute würde man sagen: Selfpublisher mit dem selbst gegründeten Hitzbleck-Verlag. Nach den ersten Romanen dort landete er beim Zürcher Haffmans-Verlag, wo er seine Serie "Steeler Straße" um ein marodes Essener Detektivbüro veröffentlichte.
Zum ersten Band hieß es in den "Ruhr Nachrichten": "Der Versuch, eine realistische deutsche Variante dieser typisch amerikanischen Variante des Krimis zu schaffen, ist rundum gelungen - nicht nur daß Conny Lens die großen Vorbilder gekonnt ironisiert und auf ein lebendiges Maß zurückstutzt, mit Wolli Schröder und seiner Mitstreiterin Chris Ullmann ist ihm ein durch und durch sympathisches Detektivteam gelungen."
#

Die Steeler-Straße-Romane:
1988 Die Sonnenbrillenfrau
1989 Ottos Hobby
1991 Casablanca ist weit
1992 Endstation Abendrot
1995 Die Kattowitz-Connection


Mehr zu Conny Lens beim krimilexikon.de

11.9.19

Gisbert Haefs: Mord am Millionenhügel

Gisbert Haefs: Und oben sitzt ein Rabe (Foto: Reinhard Jahn)
Er ist dick, er ist verfressen, er ist ein Klugscheißer und er trägt schreiend gelbe Morgenmäntel. Sein Name ist Matzbach, Balthasar Matzbach, und er trat zum ersten Mal 1981 auf, in dem Roman MORD AM MILLIONENHÜGEL, mit dem Gisbert Haefs aus Bonn den ersten Preis in einem Krimi-Wettbewerb des Goldmann-Verlages gewonnen hatte. Bzw nicht nur gewonnen, sondern auch verdient: denn dieser Matzbach, der in Bonn - damals noch Sitz des Parlaments und auch bekannt als "Bundesdorf" - ist die deutsche Antwort auf alle Superdetektive von Sherlock Holmes bis Nero Wolfe - und zugleich auch deren Parodie.

Matzbach ist fett, faul und verfressen, hat schlechte Manieren aber er ist ein gottverdammtes Genie, was seine diversen Gegenspieler zur Raserei treibt. Kein noch so abseitiges Wissensgebiet, in dem der universal halbgebildete Matzbach nicht in brillant dilettiert.

Matzbach kam, wie es in seiner fiktiven Biographie heißt, im gleichen Jahr über die Welt wie der Zweite Weltkrieg. Später studierte er Philosophie und Kernphysik, erfand "irgendetwas für das Betatron", was ihm bis heute ein regelmäßiges Patent-Einkommen bringt. Außerdem komponierte er irgendwann einmal einen Gassenhauer, für den ihm die GEMA jedes Jahr Tantiemen überweist.

Seitdem praktiziert Matzbach als Universaldilettant, indem er im wesentlichen seinen Mitmenschen auf die Nerven geht: unberechenbar, besserwisserisch und mit drastischem Witz. Und nur aus Langeweile betreut er die Ratgeberspalte einer Frauenzeitschrift, wo er unter FRAGEN SIE FRAU GRISELDIS Lebensratschläge gibt.

Matzbachs erster Fall ist jetzt . zusammen mit seinen anderen Fällen, beim KBV-Verlag wieder neu aufgelegt worden:

Mord am Millionenhügel führt ins ins Bundesdorf Bonn in den Achtzigern, wo Balthasar Matzbach eines Morgens nach einer ausgedehnten - einer sehr ausgedehnten - Zechtour durch die Bonner Altstadt - in seinem Badezimmer eine fremde Zahnbürste findet.
Nun gut, das kann passieren.
Normale Menschen gehen über so etwas hinweg.
Nicht so Matzbach.
Er versucht zu rekonstruieren, woher die Zahnbürste stammt und kommt dabei einem unauffälligen Mann auf die Spur, der die de Bürste möglicherweise hinterlassen haben könnte.
Doch... der Mann ist verschwunden.
Weg.

Was Matzbach nur zu weiteren, intensiveren Recherchen animiert, zu denen er seinen gesamten Freundeskreis einspannt: den Reporter Moritz, den Schriftsteller Henry und den Arzt mit dem seltsamen Namen Römertopf.

Alle Spuren führen unsere ermittelnden Freunde schon bald zum Millionenhügel, einer Ecke in Bonn, wo in ein paar nachbarlichen Häusern eine paar besser situierte Menschen leben, die offenbar durch ein großes Geheimnis miteinander verbunden sind...
Die Neuausgabe des ersten Matzbach-Abenteuers: Für die Matzbach-Fans der ein Muss und für die, die Matzbach-Fans werden wollen sowieso.
Reinhard Jahn

Gisbert Haefs
Mord am Millionenhügel
Neuausgaben bei KBV

8.9.19

Old Time Radio



SABA Modell Wildbad (Foto: Reinhard Jahn)

Mit dem SABA Wildbad aus den 1960er-Jahren, einem UKW-Gerät mit "magischem Auge", habe ich nicht nur die Perry Clifton-Krimis von Wolfgang Ecke im Kinderfunk des WDR gehört, sondern auch die spannenden Paul Temple-Mehrteiler von Francis Durbridge – mit René Deltgen in der Hauptrolle.
Überhaupt – Hörspiele!
Ich war davon so fasziniert, dass ich später als "H.P. Karr" dann selbst einige "Krimis am Samstag" für den WDR geschrieben habe.

SABA Modell Wildbad (Foto: Reinhard Jahn)

Einige Hörspielmananuskripte auf meiner Homepage www.hpkarr.de

4.9.19

Martin Calsow: Quercher und das Jammertal


Martin Calsow: Quercher und das Jammertal


Ein Tegernseer Bauunternehmer   stirbt bei der Explosion seines Segelbootes. Ein Unfall? Es gibt Zweifel. Der frühere LKA-Beamte Max Quercher beginnt damit, Nachforschungen anzustellen.

Wie Politik und Geld zusammengehen, das erzählt Martin Calsow nicht zum ersten Mal, aber hier bisher am perfektesten. Er verfolgt den Weg des Geldes aus den Kassen eines russischen Oligarchen über den Tegernsee und undurchsichtige Stiftungen bis in die bayerische Staatsregierung. Sein Ex-LKA-Mann Quercher ermittelt das alle mit gewohnt scharfem Blick für die kriminellen Aspekte des Wirtschaftslebens - und sehr viel Persönlichkeit.
(Reinhard Jahn)

Martin Calsow: 
Quercher und das Jammertal 
285 Seiten
Dortmund: Grafit (15. Oktober 2018)
ISBN 978-3894255893

2.9.19

Ein falscher Follett



Mittagspause mit einem falschen Follett...
Was an diesem Titel eines französischen Journalistentrio, das sich hinter dem Namen Rene Louis Maurice versteckt, von Follett ist, weiß man nicht so genau - am wenigsten weiß Follett es selbst.
Die - nennen wir es einmal wohlwollend "Novelization des Bankeinbruchs von Albert Spaggiari in Nizza" - erschien unter anderem unter den Titeln 



  • -The gentlemen of 16 July
  • -Under the streets of Nice
  • -The heist of the century
  • -Sorpresine nel bosco
  • -Unter den Strassen von Nizza
  • COOL - Der Bankraub von Nizza
  • -5 milliards au bout de l'égout
  • -Pod ulicami Nicei
und wurde, ehe Follett einschritt, als dritter Bestseller des Autors verkauft. Follett selbst zu dem Fall:

„This book is a nightmare. A London publisher bought a French book called Cinq Milliards au Bout de l’Egout, about a spectacular bank robbery in Nice, but the translation was very badly written.[...] So offered me £750 to fix the book. [...] It’s still not a good book, but I turned a completely unpublishable manuscript into something more or less respectable. [...] But an unscrupulous American publisher tried to bring it out as the new Ken Follett book. I was outraged. After all the work I had put into Eye of the Needle and Triple, they wanted to present this thing that I had spent 12 days on asmy number three. [...] I took them to court to try and stop publication. The judge enforced a compromise, underwhich they had to make it clear that I was one of four authors.
[...] Unfortunately it continues to rear its ugly head every so often. A convicted con-man called Clemens von Bezard is still trying to flog it. I recently had to take legal action to stop him selling the rights for a game called Ken Follett’s Heist of the Century to a German toy company! I won that one but I’m afraid The Heist of the Century has plagued me for 30 years and will probably continue to do so.” 
zitiert nach:
The Heist of the Century, auf www.ken-follett.com

http://ken-follett.com/bibliography/the_heist_of_the_century/
https://archive.fo/eV9gY
Mehr über Ken Follett:
Andrea Fladenhofer: Die Rezeption Ken Folletts im deutschen Sprachraum, Masterarbeit, Universität Wien 2014 (PDF hier)