16.11.18

Aus dem Krimi-Archiv:
Kojak - Einsatz in Manhattan

  Zwei "Fernsehromane" zur TV-Serie "Einsatz in Manhattan" (umgangssprachlich  "Kojak" genannt), die in den Siebzigern sehr erfolgreich war. 

Aristotelis "Telly" Savalas spielte den Lolli-lutschenden New Yorker Cop "Theo Kojak" ("Entzückend, Baby!"), der im Revier Manhattan Süd gegen das Verbrechen kämpfte. 


Bei Bastei-Lübbe erschienen nicht nur cirka 16 Taschenbücher mit Kojak-Abenteuern, sondern auch eine eigene Heftromanreihe, für die deutsche Autoren mit dem Personal der TV-Serie neue Romane ("Neuer Roman - noch nicht verfilmt!") schrieben.


  Auch die beiden hier gezeigten Taschenbücher - Autorenangabe "Gene R. Kearney" - sind eigens für die deutsche Publikation geschriebene Novelizations von Kojak-Episoden, deren Drehbuch von Gene A. Kearney stammte. Die Autoren waren die bewährte Heftroman-Profis Hans E. Ködelpeter und Richard Wunderer.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

H.P.Karr präsentiert

Mord nach Rezept – Band 17:  Ein Toter ist nicht genug  - Zwei Dutzend Kurzkrimis

 


Mit Mord kommt keiner durch – oder doch? Es ist alles eine Frage der Planung. Oder nicht? Wenn clevere Kommissarinnen und smarte Kriminalbeamte ermitteln, muss sich mancher Mörder warm anziehen. Aber nicht nur Krimirätsel sorgen hier für Unterhaltung. Es gibt auch Psychothriller, Gaunergeschichten und knallharte Krimi-Comedy. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.


H.P. Karr: Unter Verdacht
Kommissarin Vera Falck ermittelt gegen Kollegen. Wer aus der Revierwache Hattingen stalkt die neue Kommissarin? Die Sache ist ernster als sie zunächst scheint.

John Miller: Duell mit doppeltem Boden
Ein reicher Mann. Ein Flugzeugabsturz. Eine Lebensversicherung in Millionenhöhe. Ein  Versicherungsdetektiv. Ein Verdacht.

Manfred Mainau:  Späte Reue eines Egoisten
Wenn ein Mensch stirbt, trauern seine Angehörigen um ihn. Doch es gibt auch Menschen, so überlegte Hauptkommissar Clemens Bürger, über deren Tod die Hinterbliebenen erleichtert sind. Oder sich sogar freuen.  So schien es hier der Fall zu sein

Rudi Fischer: Zu viel Liebe wird mit Mord bezahlt
Zitternd starrte Undine Schaffrath auf die Textnachricht, die eben auf dem Display ihres Mobiltelefons erschienen war. »Dreitausend Euro - oder Dein Mann erfährt alles!«, stand da. »Heute Abend. Gleiche Zeit. Gleicher Ort!«

Jackie Kowal: Alte Liebe rächt sich nicht
Henry Steiner war eine harte Nuss. Selbst für Kommissarin Linda Krantz. Denn Henry Steiner stritt alles ab. Niemals war er im Südviertel gewesen. Auf keinen Fall hatte er dort vor dem Haus 34 in der Beethovenstraße gewartet. Und er hatte dort auch nie Denise Delamare attackiert, die Burlesquetänzerin aus dem Metropol-Varieté.

Helen Graf: Ein Betrüger taucht unter

Für die Polizei sollte es nach einem Unfall aussehen. Doch in Wirklichkeit war es ein Trick, mit dem sich der gesuchte Betrüger vor der Verfolgung schützen wollte. Und fast hätte es auch geklappt.


Und achtzehn weitere kurze Killer.


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PS:
Du bist Krimi- oder Literaturblogger und möchtest die »Mord nach Rezept«-Serie  kennenlernen? Schreib eine Mail, um Informationen und ein Rezensionsexemplar (ebook only) zu bekommen.

6.11.18

Filmroman

Michael Butler und Dennis Shryack

Der Mann, der niemals aufgibt


Das Buch zum gleichnamigen Film  mit  Clint Eastwood 

Ben Shockley ist ein abgebrühter erfahrener Cop bei der Polizei von Phoenix‚ Arizona. Ein stoischer Typ, der nicht viel Worte macht. Eines Tages bekommt er von seinem Chef einen Sonderauftrag, einen „unbedeutenden  Zeugen für einen unbedeutenden Prozess" aus dem Gefängnis in Las Vegas nach Phoenix  zu überführen.In Las Vegas muss Ben feststellen, dass es sich bei dem Zeugen nicht etwa um einen Mann, sondern um ein ebenso attraktives wie kratzbürstiges Mädchen handelt; um eine Hure, genauer gesagt. Die Polizei setzte sie ein, wenn sie etwas wissen wollte,  und der Mob bediente sich ihrer -  und beide taten es bedenkenlos zu ihrem Schaden. Ohne es zu ahnen; stehen Ben Shockley und das  Mädchen bei der Ma?a sowohl als auch bei der Polizei von Arizona gleichermaßen auf der Abschussliste.
Cop und Hure müssen ungeheuer zäh und erfinderisch sein, wenn sie überleben wollen, und beiden bleibt nichts anderes übrig, als zu rennen.

Das Buch zum gleichnamigen Film  mit  Clint Eastwood im der Hauptrolle



Michael Butler und Dennis Shryack
Der Mann, der niemals aufgibt
Originaltitel: THE GAUNTLET
Aus dem Amerikanischen von Leni Sobez


BESTSELLER KRIMI 22 im Erich Pabel Verlag
Rastatt 1978
Copyright © 1977 by Chrisjen Productions and Windmill Enterprises, Inc.
Das Titelbild von Frank Frazetta veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Warner / Columbia
Deutsche Erstveröffentlichung

27.10.18

Krimi der Woche - Alte Liebe rächt sich nicht


Alte Liebe rächt sich nicht

Von Jackie Kowal
   
Henry Steiner war eine harte Nuss. Selbst für Kommissarin Linda Krantz. Denn Henry Steiner stritt alles ab. Niemals war er im Südviertel gewesen. Auf keinen Fall hatte er dort vor dem Haus 34 in der Beethovenstraße gewartet. Und er hatte dort auch nie Denise Delamare attackiert, die Burlesquetänzerin aus dem Metropol-Varieté.
    »Diese Dame braucht Publicity, deshalb erfindet sie diesen Vorfall!«, erklärte Henry im Brustton der verfolgten Unschuld.
    Kommissarin Krantz schaute auf die Uhr. Fünf vor zwölf. Ihr nächster Termin saß ihr im Nacken. Aber vor ihr saß leider immer noch Henry Steiner.
    »Denise behauptet aber, Sie genau erkannt zu haben«, sagte sie.
    Henry hob die Schultern. »Natürlich kennt sie mich. Von früher. Als sie noch Tabledance gemacht hat, im ›Trocadero‹ am Steintor. Wir hatten damals eine Affäre. Sie glaubte, ich würde sie heiraten, aber das hat sich dann leider… zerschlagen. Deshalb will sie es mir jetzt wohl heimzahlen!«
    Lindas Kollege Kraiczek kam herein. »Gleich zwölf – Ihre Besprechung mit dem Polizeichef!«
    »Sie können mir also nichts nachweisen!«, triumphierte Steiner. »Dann kann ich ja wohl gehen, oder?«
    »In Gottes Namen!«, seufzte Linda Krantz.
    Sie überließ es Kraiczek, Henry hinauszubringen. Der Polizeichef wartete. Pünktlich betrat sie sein Büro im obersten Stock des Polizeipräsidiums. Der Leiter der Forensik und ein Vertreter des Kriminaldauerdienstes waren schon da. Bei der Besprechung ging es um die Neustrukturierung der Ermittlungsabteilungen. Ein Thema, so interessant, dass sich Linda Krantz fast schon die Vernehmung von Henry Steiner zurückwünschte.
    Und als schien das Schicksal ihren Wunsch erhört zu haben, platzte ihr Kollege Kraiczek schon nach fünfzehn Minuten aus dem Büro das Polizeichefs. »Es tut mir leid, Chef – aber Kollegin Krantz hat einen dringenden Einsatz!«, sagte er. Und leise setzte er hinzu: »Denise Delamare hat uns alarmiert. Henry Steiner hat ihr angeblich soeben einen Stein ins Fenster geworfen!«
    Linda Krantz war schon auf dem Weg zur Tür, als der Polizeichef irritiert fragte, wer denn Denise Delamare sei. »Steht alles später in meinem Bericht!«, beruhigte die Kommissarin ihn. Kraiczek hatte schon einen Streifenwagen organisiert, der im Hof wartete. Mit Blaulicht und Sirene ging es hinaus in Südviertel, wo Denise wohnte. Schon eine halbe Stunde nach Denises Anruf stoppten Linda Krantz und ihr Kollege in der Beethovenstraße. Die Burlesquetänzerin erwartete sie in der Tür, im seidenen Morgenmantel überm knappen Mieder. »Kommen Sie! Kommen Sie herein! Sehen Sie sich alles an!«
    Im Wohnzimmer ihres kleinen Einfamilienhäuschens war die Fensterscheibe zersplittert. Scherben und ein Stein lagen auf dem Teppich. »Es war Steiner, ich habe ihn genau erkannt!«, sagte die Tänzerin leicht hysterisch. »Seine Rache für meine Anzeige gegen ihn. Ich hasse ihn!«
    Draußen auf der Straße fuhren die Fotografen vom »Kurier« und vom »Super Express« mit ihren Motorrollern vor. »Denise!«, riefen sie über den Gartenzaun. »Was ist passiert?«
    »Sie entschuldigen ...« Denise raffte ihren Morgenmantel und eilte hinaus. Die Kameraverschlüsse der Reporter rasselten. »Ich muss Ihnen von einem Attentat auf mich berichten!«, setzte Denise an.
    »Das Attentat haben Sie selbst inszeniert«, sagte Kommissarin Linda Krantz neben ihr kühl.
    »Pfft!«, machte Denise. »Ich weiß doch, was ich gesehen habe.«
    »Ja, was haben Sie gesehen?«, riefen die Reporter. »Erzählen Sie!«
    »An Ihrer Stelle würde ich jetzt nicht behaupten, dass Sie Henry Steiner gesehen haben!«, sagte Linda Krantz leise zu Denise. »Denn Henry war bei mir im Präsidium und ging dort um 12 Uhr. Und Punkt 12.15 Uhr melden Sie dieses Attentat. Aber man braucht vom Präsidium bis hierher mindestens dreißig Minuten. Selbst wenn er hätte fliegen können, hätte Henry das nicht geschafft.«
    Denise stutzte. Dann strahlte sie die Reporter an. »Es tut mir leid, meine Herren! Aber ich muss Kommissarin Krantz jetzt bei ihren Ermittlungen helfen. Sie hat wohl schon eine heiße Spur.«
    »Genau!«, sagte Linda Krantz.



H.P. Karr präsentiert
Mord nach Rezept
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https://belletristica.com/de/author/1548

28.9.18

Judith Arendt beim Mord am Hellweg


Debriefing mit Judith Arendt und Sina Ziegler
(Foto: Reinhard Jahn)

Nach der Veranstaltung: Debriefing mit Judith Arendt (links) und Sina Ziegler vom Orga-Team des Festivals  #mordamhellweg
Gast der Veranstaltung im  LÜSA  in Unna war Judith Arendt mit ihrem Roman "Helle und der Tote im Tivoli", soeben bei Atlantik erschienen.
Helle, das ist Helle Jespers, Polizeichefin des Ortes Skagen, einer 8000-Seelen-Gemeinde am nördlichsten Ende von Dänemark.
Sie erfährt von  ihren Kollegen aus Kopenhagen, dass Gunnar Larsen, ehemaliger Direktor des Gymnasiums in Skagen, im Tivoli grausam ermordet wurde.


Reinhard Jahn und Judith Arendt beim  Mord am Hellweg
(Foto: Sina Ziegler)
Der Tote im Tivoli ist der ehemalige Direktor des Gymnasiums vom Skagen, einer 8000-Seelen-Gemeinde am nördlichsten Ende von Dänemark. Einmal im Jahr fuhr er nach Kopenhagen, um sich mit alten Freunden zu treffen. Oder war das ein Vorwand?
Seine Frau Matilde macht deutlich, dass ihre Ehe schon lange nur noch auf dem Papier existierte. Was war geschehen? Hatte Gunnar seine homosexuellen Neigungen entdeckt? Oder schlummert da im Hintergrund etwa eine Neigung zu Kindern? Warum hat man ihn umgebracht?



DO, 27.09.2018, 19:30 Uhr
Judith Arendt
Location
LÜSA-Tagesstrukturzentrum „Re.mise“
Friedrich-Ebert-Straße 2a
59425 Unna

24.9.18

Krimi-Nostalgie: Die drei ???


Heute aus dem Krimiarchiv:

Alfred Hitchcock präsentiert:

Die drei ??? und das Gespensterschloss
Die drei ??? und der Zauberspiegel



Doppelband / Buchclubausgabe
Wenn Enid Blyton mit ihren "Fünf Freunden" die Mutter aller Jugenddetektivgeschichten ist, dann sind "Die drei ???" der Vater aller Teenager-Ermittler-Teams.
Ihren ersten Auftritt hatten die "Three Investigators" (so das Original) 1964 in den USA mit Unterstützung von Kultregisseur Alfred Hitchcock in "The Secret of Terror Castle". Hitch - pardon - Mr Hitchcock war von Serienerfinder Robert Arthur (1909 - 1969) als Promotionhilfe an Bord geholt worden, um die Abenteuerserie um die Fälle von Bob, Justus und Peter aus dem Örtchen Rocky Beach besser zu verkaufen. Im ersten Fall "Die drei ??? und dass Gespensterschloss" erteilt Mr. Hitchcock den dreien ihren ersten Auftrag - nachdem sie sich zu ihm aufs Studiogelände geschmuggelt haben, weil sie gehört haben, dass Hitch - pardon: Mr Hitchcock ein Spukhaus für seinen nächsten Film sucht. 
Mr Hitchcock macht also einen Deal mit dem - heute würde man sagen Ermittlungs-Startup, das die drei auf dem Schrottplatz - pardon: dem Gebrauchtwagen-Center von Justus' Onkel gegründet haben: Sie kriegen Aufträge und er darf ihre Fälle als betreuender Herausgeber veröffentlichen. Und kommentieren - was er in den ersten Büchern mit eingeschobenen Anmerkungen ausgiebig und witzig tut.



Nachdem der Vertrag mit Hitchs - pardon: Mr Hitchcocks - Tod im Jahr 1980 ausgelaufen war, musste er in Neuausgaben getilgt werden. So auch in den deutschen Ausgaben, die ab 1968 im Stuttgarter Kosmos-Verlag erschienen. Die Schwaben begriffen schnell, welchen Hit man da aus den USA eingekauft hatte - und sicherten sich die Rechte, nach Auslaufen der Originalreihe in den USA eigene deutsche Fortsetzungen schreiben zu dürfen. Von der Serie gibt es derzeit zweihundert Bände (geschätzte Gesamtauflage 16,5 Mio), ein Ende ist nicht abzusehen.
Durch die Decke gingen die "Drei ???" dann allerdings ab 1979 mit den Hörspielkassetten, deren Ursprungsversionen von der Queen of Hörspielkassette Heikedine Körting und ihrem EUROPA-Label produziert wurden. Die Serie prägte die Kindheit einer ganzen Generation von Krimifans und wird bis heute produziert (bisher geschätzte 45 Mio verkaufte Einheiten).

Alfred Hitchcock präsentiert:

Die drei ??? und das Gespensterschloss / Die drei ??? und der Zauberspiegel
Doppelband / Buchclubausgabe
(C) Franck'sche Verlagshandlung W. Keller & Co, Stuttgart für die deutsche Originalausgabe













Die neue Ausgabe ist da:

H.P.Karr präsentiert

Mord nach Rezept – Band 17:  Ein Toter ist nicht genug  - Zwei Dutzend Kurzkrimis

 


Mit Mord kommt keiner durch – oder doch? Es ist alles eine Frage der Planung. Oder nicht? Wenn clevere Kommissarinnen und smarte Kriminalbeamte ermitteln, muss sich mancher Mörder warm anziehen. Aber nicht nur Krimirätsel sorgen hier für Unterhaltung. Es gibt auch Psychothriller, Gaunergeschichten und knallharte Krimi-Comedy. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.


H.P. Karr: Unter Verdacht
Kommissarin Vera Falck ermittelt gegen Kollegen. Wer aus der Revierwache Hattingen stalkt die neue Kommissarin? Die Sache ist ernster als sie zunächst scheint.

John Miller: Duell mit doppeltem Boden
Ein reicher Mann. Ein Flugzeugabsturz. Eine Lebensversicherung in Millionenhöhe. Ein  Versicherungsdetektiv. Ein Verdacht.

Manfred Mainau:  Späte Reue eines Egoisten
Wenn ein Mensch stirbt, trauern seine Angehörigen um ihn. Doch es gibt auch Menschen, so überlegte Hauptkommissar Clemens Bürger, über deren Tod die Hinterbliebenen erleichtert sind. Oder sich sogar freuen.  So schien es hier der Fall zu sein

Rudi Fischer: Zu viel Liebe wird mit Mord bezahlt
Zitternd starrte Undine Schaffrath auf die Textnachricht, die eben auf dem Display ihres Mobiltelefons erschienen war. »Dreitausend Euro - oder Dein Mann erfährt alles!«, stand da. »Heute Abend. Gleiche Zeit. Gleicher Ort!«

Jackie Kowal: Alte Liebe rächt sich nicht
Henry Steiner war eine harte Nuss. Selbst für Kommissarin Linda Krantz. Denn Henry Steiner stritt alles ab. Niemals war er im Südviertel gewesen. Auf keinen Fall hatte er dort vor dem Haus 34 in der Beethovenstraße gewartet. Und er hatte dort auch nie Denise Delamare attackiert, die Burlesquetänzerin aus dem Metropol-Varieté.

Helen Graf: Ein Betrüger taucht unter

Für die Polizei sollte es nach einem Unfall aussehen. Doch in Wirklichkeit war es ein Trick, mit dem sich der gesuchte Betrüger vor der Verfolgung schützen wollte. Und fast hätte es auch geklappt.


Und achtzehn weitere kurze Killer.

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23.9.18

Michael Burk: Dann gnade dir Gott

Bestseller aus den Siebzigern:

Michael Burk: Dann gnade dir Gott

Michael Burk (*1924), Schauspieler, Kabaretttexter und Schriftsteller, hatte mit "Das Tribunal" (1973) und "Die Partei" (1974) gerade mal Achtungserfoge erzielt, als - so geht die Legende - Schneekluth-Verleger Ulrich Staudinger sagte: "Aus dir machen wir den neuen Simmel!"
Es folgte angeblich eine Marktforschung nach einem guten me-too-Titel, die am Ende "Niemand ist eine Insel" erbrachte. Leider wirklich der Titel des nächsten geplanten Simmels. Also entschied man sich für die Nummer zwei "Keine Stunde ist zuviel".

Der Titel wurde ausgiebig vorab beworben - samt des im Aussehen sehr an die Simmel-Umschläge erinnernden Covers. Was prompt juristischen Streit zur Folge hatte. (Der, sagt man, dadurch beigelegt wurde, dass auf dem endgültigen Burk-Cover der Name Burk größer gesetzt wurde).
 
Genau wie bei Johannes Mario Simmel war das Thema von "Keine Stunde ist zuviel" aktuell und brennend: Medizin und Herzinfarkt. Burk recherchierte (sagt man) lange in einer Klinik, um möglichst authentisch erzählen zu können. Auch seine weiteren Romane folgten diesem Muster: aktuelles, zeitnahes Thema, realistische, vorwärtstreibende Erzählung und vor allem Sex und Erotik, gut dosiert, aber ín allen Variationen.

Michael Burk: Dann gnade dir Gott
Originalausgabe: Schneekluth, 1978
hier; Heyne Taschenbuch 5752 (1982)

18.9.18

Zum Start des größten Krimi-Festivals Europas

NRW im Zeichen des Krimi-Festivals “Mord am Hellweg“

Reinhard Jahn im Interview


Von Jens Dirksen

Essen.  Reinhard Jahn (62) kennt die Entwicklung des deutschen Krimis aus allen erdenklichen Perspektiven. Er ist Gründer und Leiter des Bochumer Krimi-Archivs, des Deutschen Krimi-Preises und des Deutschen Krimi-Lexikons, aber auch als versierter Kritiker tätig. Zudem hat er gemeinsam mit seinem Kollegen Walter Wehner den polizeifunksüchtigen Video-Geier Gonzo Gonschorek erfunden (wobei ein revierbekannter Blaulicht-Reporter erkennbar Vorbild stand), der in den 90er-Jahren Furore machte und dem Duo den Literaturpreis Ruhr einbrachte.


Reinhard Jahn, der auch Rate- und Jugend-Krimis sowie Kriminal-Hörspiele geschrieben hat, ist zudem beteiligt an Europas größtem Krimi-Festival, dem „Mord am Hellweg“, das am heutigen Samstag startet. Jens Dirksen sprach mit ihm über den Regional-Krimi im Wandel der Zeiten.

Herr Jahn, wo sehen Sie die Anfänge des Regionalkrimis?

Angefangen hat alles Ende der 80er-Jahre mit dem „Ekel von Datteln“, um es grob zu sagen.

Wie? Nicht schon Mitte der 70er-Jahre mit Jürgen Lodemann und seinem Anita-Drögemöller-Roman?
Nein, das ist ja weniger ein Krimi als vielmehr ein Gesellschaftsroman, der den Krimi adaptiert, ein Sittenroman.

Also, Ende der 80er-Jahre….

… da hatten Autoren wie Werner Schmitz, Reinhard Junge oder Leo P. Ard schon zum Teil für den Dortmunder Weltkreis-Verlag bewusst trashige Romane geschrieben, mit Titeln wie „Roter Libanese“ oder „Fotofalle“. Und dann kam eben diese Trilogie über Datteln, es folgten ja noch „Das Ekel schlägt zurück“ und „Die Waffen des Ekels“. Die haben ja nicht zuletzt deshalb Aufsehen erregt, weil das Vorbild für die Ekel-Figur, der langjährige Bürgermeister Horst Niggemeier, stets bestritten hat, dass diese Figur irgendwas mit ihm zu tun hätte. Und die beiden Autoren haben immer wieder nachgelegt, das hat dann weiteren Auftrieb gegeben.

Da war der Krimi auch eine Chance, den sozialdemokratischen Filz im Ruhrgebiet zu beschreiben.
Genau, Junge und Jürgen Pomorin, der hinter dem Pseudonym Leo P. Ard steckt, verstanden den Regionalkrimi als eine Art Gegenöffentlichkeit.

Warum ist eigentlich das Ruhrgebiet so ein Epizentrum des Regionalkrimis?

Wegen der großartigen und einzigartigen Mischung von Milieus, seiner speziellen Lage und seiner besonderen Geschichte. Hier durchschneiden sich Idylle und Industrialisierung, Arbeit, Bergbau, Arbeitskampf und aktuell Strukturwandel. Man sieht sich nicht ungern als eine Art Los Angeles – eine Agglomeration von Groß- und Mittelgemeinden, die nicht so metropolenartig fokussiert ist wie New York oder Tokio. Im Revier ist deswegen jede Art von Kriminalität und Krimi möglich – und wahrscheinlich. Vom Trenchcoat-Herrn-Haferkamp bis zum Militärjacken-Proll-Schimanski.

Auch nicht ganz unwichtig: Der Grafit-Verlag in Dortmund machte aus dem Regionalkrimi ein Programm.

Und das ging dann ja auch schon bald übers Ruhrgebiet hinaus: Jürgen Kehrer mit seinen Wilsberg-Krimis in Münster etwa, oder die ehemalige journalistische Edelfeder Jacques Berndorf, der mit dem Journalisten Siggi Baumeister den Vater aller Eifel-Krimis erfand. Der hatte übrigens eine Vorgeschichte als Romanfigur im Bastei-Verlag, das lief da aber offenbar nicht so gut. Auch der hat immer noch zeitgenössische Themen aufgegriffen, die im Schwange waren.

Und heute?

Heute ist der Regionalkrimi der Mittelbau der deutschen Krimi-Landschaft, ein vormals kritisches und heute eher handwerkliches, weitgehend innovationsfreies Genre. Wir sind längst im Übergang vom politischen Engagement zum reinen Entertainment. Oder man könnte auch sagen: Regionalkrimis sind heute die Schlagersänger in der Spannungsliteratur, da gibt es dann alles, von Helene Fischer bis zum Wendler.

Wo geht denn der Trend hin bei den Regio-Krimis?


In die Urlaubregionen, ganz klar! Denken Sie an die Ostfriesen-Krimis, die Allgäu-Krimis…

…und der erfolgreichste deutsche Regiokrimi spielt Folge um Folge in der Bretagne, Jean-Luc Bannalec ist ja nur ein Pseudonym.

In der Tat, der Urlaubskrimi ist ja die logische Fortentwicklung des Regio-Krimis mit anderen Mitteln. Seltsamer Weise übrigens vorwiegend an der Atlantik-Küste bis runter nach Portugal. Dafür gibt’s bisher kaum Mallorca-Krimis, nur einen von Manni Breuckmann, der ist gar nicht schlecht. Es geht ja immer mehr um Charaktere und Erzählung, weniger um Spannung und Gesellschaft. Jung-Autoren achten heute schon verstärkt darauf, ihre Figuren als serientauglichen Charakter anzulegen, etwa wie Mankells Wallander. Aber insgesamt gibt es in der Krimi-Branche ein großes Wehklagen und Rätselraten, wo es mit dem Regio-Krimi hingehen könnte, ob ihm vielleicht Impulse aus dem Liebesroman oder aus dem Familienroman gut täten. Oder mehr Geheimnisvolles?

Gibt’s denn heute auch noch richtig gute Regionalkrimis?

Klar: Mechtild Borrmann und Norbert Horst sind die beiden Literaturgaranten im deutschen Krimi.

Erstveröffentlichung:
WAZ / NRZ / Funke-Medien 14.09.2018 - 14:38 Uhr (online)
WAZ / NRZ / Funke-Medien 15.09.2018 Print
© 2018 Funke Mediengruppe /Reinhard Jahn 




NRW im Zeichen des Krimi-Festivals “Mord am Hellweg“
Reinhard Jahn im Interview
WAZ / NRZ / Funke-Medien 15.9.2018

Horst Bosetzky (1938 – 2018)

Zum Tod von Horst Bosetzky alias -ky (1938 – 2018)

 

Der Vielfältige

 

Ein Nachruf von Reinhard Jahn (Bochumer Krimi Archiv)

 

Er war der Vielfältige – Horst Bosetzky alias -ky, alias John Taylor, alias John Drake. Er war Soziologe, Professor, Schriftsteller, Jugendbuch-, Hörspiel- und Drehbuchautor, er war einer der Väter der CRIMINALE, auf der sich die Krimiautoren des  Syndikats einmal im Jahr treffen. Er war – natürlich – maßgeblich an der Entstehung dieser „Autorenvereinigung deutschsprachiger Krimiautoren und Autorinnen" beteiligt, wie Das Syndikat noch bis zum Mai 2018 hieß – auch schon lange bevor er von 1991 bis 2001 einer ihrer Sprecher war. 

Auf die gleiche Vielfalt stößt, wer sein schriftstellerisches Werk zu dokumentieren versucht – es ist mit seinen insgesamt mehr als 150 Titeln so vielseitig und vielgestaltig, dass man in den Siebzigern, als er sich noch hinter dem –ky-Kürzel versteckte, ernsthaft annahm, dahinter verberge sich ein Team – oder wie man damals sagte: ein Kollektiv –, das als undercover-writer zum Marsch durch die Krimi-Institutionen angetreten war. Mit der Mission, das System von innen auszuhöhlen. 


Eine Mission die -ky gefallen hätte – er galt nach seiner Enttarnung nicht umsonst als der „Erfinder des deutschen Soziokrimis“. Also des Kriminalromans, der gesellschaftliche Missstände und strukturelle Gewalt thematisierte, ein Krimi, der seine Motive abseits der schon damals ausgetretenen Whodunnit-Pfade suchte, der seine Stories im aktuellen (also damaligen) Hier und Jetzt verankerte. Ein Krimi, der, mit Tempo und Witz erzählt, ein laufender Kommentar zum Zeitgeschehen war. Terror-Sympathisantenjagd, Mobbing, politisches Versagen, Wirtschafts- und Vereinigungskriminalität – alles konnte Thema sein, denn –ky konnte alles zum Thema machen. Seine Romane bildeten schon bald einen ganz eigenen Kosmos, –ky-Land könnte man sagen: Die Berliner Polizeigeschichten um Kommissar Mannhardt, die Stories aus der frei erfundenen Mittelstadt Bramme, die zahlreichen Kreuz- und Querverbindungen zwischen den Romanen, die immer neue Nischen des –ky-Kosmos ausleuchteten – bis zu dem fulminanten Meilenstein „Friedrich der Große rettet Oberkommissar Mannhardt“ (1985). 


Auf -ky folgte schließlich Horst Bosetzky mit seiner fulminanten Familiensaga, den „Kartoffel“-Romanen, in denen er mehr oder weniger verschlüsselt seine eigene Biografie im Wirtschaftswunderdeutschland nachzeichnete. 

Und natürlich kamen noch die historischen Kriminalromane dazu – „Die Bestie vom Schlesischen Bahnhof“ (2004) etwa oder „Der Teufel von Köpenick“ (2009), sowie die von ihm miterfundene Reihe „Es geschah in Berlin“, um die Fälle des Kriminalpolizisten Hermann Kappe. 

Wer –ky kennenlernen durfte, traf einen freundlichen, zugewandten Zeitgenossen mit einem hemmungslosen Hang zum Kalauer, der mit einer Vielzahl von Inselbegabungen überraschte. Angefangen bei der profunden Kenntnis des Berliner Nahverkehrs bis hin zur Begeisterung für das Werk von Theodor Fontane – alles wurde mit –ky-scher Energie bis zur Perfektion (oder zumindest nah daran) recherchiert, aufgesaugt und wiederverwendet. -ky der Vielfältige hat nicht nur in der Krimiszene, nicht nur in der Berliner Literaturlandschaft, nicht nur an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege seine Spuren hinterlassen. Er hat sie auch geprägt. Und deshalb wird er euch bleiben – auch wenn er jetzt gegangen ist. 


unredigiertes Manuskript
Erstveröffentlichung am 18. September 2018
auf www.das-syndikat.com



31.8.18

Mord nach Rezept - Band 17 out now

Die neue Ausgabe ist da:

H.P.Karr präsentiert

Mord nach Rezept – Band 17: 
Ein Toter ist nicht genug  - Zwei Dutzend Kurzkrimis

 


Mit Mord kommt keiner durch – oder doch? Es ist alles eine Frage der Planung. Oder nicht? Wenn clevere Kommissarinnen und smarte Kriminalbeamte ermitteln, muss sich mancher Mörder warm anziehen. Aber nicht nur Krimirätsel sorgen hier für Unterhaltung. Es gibt auch Psychothriller, Gaunergeschichten und knallharte Krimi-Comedy. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.


H.P. Karr: Unter Verdacht
Kommissarin Vera Falck ermittelt gegen Kollegen. Wer aus der Revierwache Hattingen stalkt die neue Kommissarin? Die Sache ist ernster als sie zunächst scheint.

John Miller: Duell mit doppeltem Boden
Ein reicher Mann. Ein Flugzeugabsturz. Eine Lebensversicherung in Millionenhöhe. Ein  Versicherungsdetektiv. Ein Verdacht.

Manfred Mainau:  Späte Reue eines Egoisten
Wenn ein Mensch stirbt, trauern seine Angehörigen um ihn. Doch es gibt auch Menschen, so überlegte Hauptkommissar Clemens Bürger, über deren Tod die Hinterbliebenen erleichtert sind. Oder sich sogar freuen.  So schien es hier der Fall zu sein

Rudi Fischer: Zu viel Liebe wird mit Mord bezahlt
Zitternd starrte Undine Schaffrath auf die Textnachricht, die eben auf dem Display ihres Mobiltelefons erschienen war. »Dreitausend Euro - oder Dein Mann erfährt alles!«, stand da. »Heute Abend. Gleiche Zeit. Gleicher Ort!«

Jackie Kowal: Alte Liebe rächt sich nicht
Henry Steiner war eine harte Nuss. Selbst für Kommissarin Linda Krantz. Denn Henry Steiner stritt alles ab. Niemals war er im Südviertel gewesen. Auf keinen Fall hatte er dort vor dem Haus 34 in der Beethovenstraße gewartet. Und er hatte dort auch nie Denise Delamare attackiert, die Burlesquetänzerin aus dem Metropol-Varieté.

Helen Graf: Ein Betrüger taucht unter

Für die Polizei sollte es nach einem Unfall aussehen. Doch in Wirklichkeit war es ein Trick, mit dem sich der gesuchte Betrüger vor der Verfolgung schützen wollte. Und fast hätte es auch geklappt.


Und achtzehn weitere kurze Killer.



PS:
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23.8.18

Mord nach Rezept - Band 4: Zwei Dutzend kleine Killer

Jetzt für kurze Zeit gratis

Mord nach Rezept - Band 4: Zwei Dutzend kleine Killer

Clevere Ganoven, eiskalte Killer. Gauner, die sich selbst im Weg stehen und Mörder, die bei ihren Plänen ein kleines, aber wichtiges Detail übersehen. Dazu smarte Kommissarinnen, knorrige Ermittler und smarte Detektive.
Das alles und noch viel mehr präsentiert Krimi-Kenner H.P. Karr in zwei Dutzend cleverer Crime-Stories. Mord nach Rezept – Kurzkrimis von Könnern.

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Leseprobe:

03 Jacqueline Kowalczik: Am Abgrund

Die Gegend war einsam. Zuletzt waren sie vor einer Viertelstunde durch ein Dorf gekommen. Hier im Vogelsberg in Hessen konnte man lange unterwegs sein, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Die Landstraße schlängelte sich durch den winterlichen Wald. Bernd schaltete hektisch und beschleunigte.
Er ist nervös!, überlegte Anne. Kein Wunder, schließlich will er mich umbringen. Er will mich zu Ellen fahren, und dann wollen die beiden mich betäuben, um mit mir einen Autounfall im Steinbruch bei Ebsdorfergrund zu arrangieren. Das lag nur wenige Kilometer hinter Wermertshausen, dem Ort, durch den sie vorhin gefahren waren.
»Es dauert nicht mehr lange«, sagte Bernd neben ihr. Seine Stimme klang rau. »Wir sind gleich da.«
Ja, wir werden gleich ankommen!, dachte Anne. Angeblich wollten sie hier im Vogelsberg ein Wochenende in einem Ferienhaus verbringen, das Freunden gehörte. Bernd hatte den ganzen Trip arrangiert und darauf bestanden, selbst zu fahren. So konnte er die Strecke durch das ausgedehnte Waldgebiet einschlagen, die bei Ellen vorbeiführte, ohne dass Anne Verdacht schöpfte.
Die Januarsonne brach durch die Baumwipfel. Es war kühl. vielleicht würde es bald schneien. Anne fröstelte, obwohl die Wagenheizung auf Hochtouren lief.
Bernd wusste nicht, dass sie seine Gespräche mit Ellen belauscht hatte. Er hatte ihr erzählt, dass er sich zweimal in der Woche in Gießen mit einigen Malerfreunden traf – in Wirklichkeit war er dann immer zu Ellen gefahren.
»Wir haben uns einfach nichts mehr zu sagen!«, hatte Bernd erklärt, als er mit Ellen zusammensaß. »Heute ist es für mich unvorstellbar, dass ich Anne einmal geliebt habe.«
»Warum trennst du dich dann nicht von ihr?«, fragte Ellen.
Einen Augenblick lang war Stille auf dem Band des Diktiergerätes gewesen, das das Gespräch aufgezeichnet hatte. Dann war wieder Bernds Stimme erklungen: »Nein. Anne hat sich so sehr in mein Leben gemischt, dass ich sie nicht einfach herausstreichen kann.«
»Rache«, sagte Ellen in die Stille hinein. »Ist es das, was du willst?«
Bernds Stimme war leise von dem Band gekommen, kaum zu verstehen: »Sie hat mich kaputtgemacht. Ihre Ratschläge waren in Wirklichkeit Vorschriften und ihre dauernde Fürsorge nichts anderes als Kontrolle. Wenn ich jemals wieder frei sein will, muss ich sie umbringen. Erst wenn sie tot ist, werde ich wieder richtig malen können.«
»Mag sein«, hatte Ellen erwidert. »Wann wirst du sie töten?«
»Bald«, erwiderte Bernd. »Du musst mir helfen. Wir betäuben sie und bringen sie zu dem Steinbruch bei Ebsdorfergrund. Ich werde sie mit dem Wagen hinunterstürzen.«

Anne hatte Bernds Beziehung zu Ellen von Anfang an aufmerksam beobachtet. Sie war nicht eifersüchtig auf Ellen, weil sie wusste, dass die dunkelhaarige, schlanke Frau Bernd sicher mehr helfen konnte als jeder andere. Ellen konnte zuhören, sich in Bernds Gedankenwelt hineinversetzen. Das hatte seine Bindung an sie noch verstärkt; er brauchte Selbstbestätigung, weil ihn seine dauernden Misserfolge als Maler deprimierten.
Anne hatte versucht, Bernd zu fördern, indem sie einen Galeristen in Frankfurt dazu überredete, seine Bilder auszustellen. Für eine Woche hatte Bernd wie in einem Rausch gelebt, dann war aus seinem Traum ein Alptraum geworden. Die Meinung der eingeladenen Kritiker war verheerend.
»Sie hassen mich!«, hatte Bernd mit gebrochener Stimme geflüstert, als er während der Vernissage mit Anne an der Sektbar stand.
Schweiß stand ihm auf der Stirn, er zitterte. Anne kannte diesen Zustand bei ihm – nur ein falsches Wort, und er würde einen hysterischen Anfall bekommen.
Doch da war plötzlich war Ellen zu ihnen getreten, hochgewachsen, dunkelhaarig, attraktiv. Eine Bekannte des Galeriebesitzers.
»Beruhigen Sie sich!«, hatte sie mit ihrer kehligen Stimme gesagt und Bernd dabei angesehen. »Ich gebe Ihnen etwas, das Ihnen hilft, sich zu entspannen.« Sie wandte sich an Anne und fuhr fort: »Ich bin Ärztin. Sie haben doch nichts dagegen, wenn ich mich um Ihren Mann kümmere, oder?«
Ellen hatte ihm wirklich geholfen. Während der Ausstellung und auch während des ganzen folgenden Jahres.
Obwohl Bernd versuchte, seine Treffen mit Ellen geheimzuhalten, war Anne stets genau informiert. Sie hörte sich die Aufnahmen seiner Gespräche mit Ellen an und wurde so Ohrenzeugin, wie in ihm der Plan reifte, sie zu töten.
»Ich glaube, mit dem Kühlwasser stimmt etwas nicht«, sagte Bernd plötzlich. Anne zuckte zusammen, obwohl sie gewusst hatte, dass er das sagen würde. »Besser, wir schauen, dass wir eine Gelegenheit finden, es aufzufüllen.«
»Ja«, sagte Anne. Sie spielte mit.
Bernd fuhr rechts in einen Privatweg. Nach ungefähr hundert Metern passierten sie ein Steinportal, hinter dem ein weitläufiger Park begann. Die Straße führte weiter zu einer prächtigen Jugendstilvilla.
Auf der Freitreppe stand Ellen. Bernd stellte den Motor ab und stieg aus.
»Hier ist sie!«, sagte er zu Ellen. Sein Lächeln war verzerrt, während er auf Anne deutete. »Wir müssen sie töten, damit ich endlich wieder meine eigenen Bilder malen kann.«

Anne trat zu Dr. Ellen Lagarde, der Leiterin des Privatsanatoriums »Waldesruh«. Ellen legte beruhigend ihre Hand auf Annes Schulter.
»Es ist das Beste für Ihren Mann«, sagte sie. »Er ist hochgradig schizophren. Sie haben selbst die Aufnahmen meiner Gespräche mit ihm gehört. Er hat nicht einmal wahrgenommen, dass er zu therapeutischen Sitzungen bei mir war. Und als er den Plan fasste, Sie umzubringen, Anne, hat er die Grenze endgültig überschritten.«
Zwei Männer waren aus dem Haus gekommen und hatten Bernd in die Mitte genommen. Ellen zog Anne ins Foyer des Sanatoriums und reichte ihr einige Papiere. »Die Einweisung und der Antrag, dass Sie seine Betreuerin werden. Bitte unterschreiben Sie, Anne.«
 


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04 Ralph Petersen: Angst ist kein Alibi

Beckrath fuhr hoch. War da ein Geräusch gewesen? Es war halb drei nachts. Er lauschte. Nichts. Oder war da doch ein leises Schaben? Er schlüpfte in seinen Morgenmantel. Ein Einbrecher? An der Schlafzimmertür zögerte er. Besser, er ging kein Risiko ein. Er schlich zum Bett zurück, nahm das Handy vom Nachttisch und wählte den Notruf.

»Sie, Frau Kommissarin?«, fragte er erstaunt, als er zehn Minuten später einer sportlichen, brünetten Frau die Tür öffnete. Zwei Uniformierte waren bei ihr.
»Ich habe heute Nacht Dienst in der Kriminalbereitschaft«, sagte Kommissarin Katja Kampp. Sie trat ein und blickte sich um. »Das ist doch Raimund Webers Haus gewesen, ja?«
»Ja«, sagte Beckrath. »Ich habe es übernommen, nachdem Weber … gestorben ist.«
»Richtig, jetzt erinnere ich mich«, sagte die Kommissarin. »Der Mordfall Weber. Weber wurde erschossen im Stadtpark gefunden. Bei den Ermittlungen haben wir uns kennen gelernt, nicht wahr? Der Täter ist immer noch auf freiem Fuß! Glauben Sie, dass dieser Einbruch bei Ihnen etwas mit seinem Tod zu tun hat?«
»Keine Ahnung«, erwiderte Beckrath.
Die Streifenbeamten hatten sich unterdessen im Haus umgesehen. »Nichts, Frau Kommissarin!«, meldete der Streifenführer.
»Sie haben sich wohl getäuscht, Herr Beckrath«, meinte Katja Kampp leichthin. »Dann noch eine gute Nacht!««

Beckrath saß im dunklen Wohnzimmer. Dass jetzt ausgerechnet die Kommissarin aufgetaucht war, die damals die Ermittlungen im Mordfall Weber geführt hatte – war das nur Zufall?
Sie hatte ihm seinerzeit nichts nachweisen können. Wie auch – bei dem Mord an Weber hatte ihn niemand beobachtet. Daraus, dass er als Webers Kompagnon nach dessen Tod die Geschäftsanteile und auch sein Haus erbte, konnte man ihm keinen Strick drehen.
In der Küche klapperte etwas. Beckrath zuckte zusammen. Er spürte, wie die Angst wieder in ihm hochkroch. Da war doch jemand! Leise erhob er sich und huschte in den Keller. Die Pistole lag versteckt hinter einem losen Stein in der Kellerwand, gleich neben dem Weinregal. Das kühle Metall der Waffe in der Hand beruhigte ihn. Er schlich wieder nach oben. Im Wohnzimmer wehte die Gardine vor der Terrassentür herein. Hatte er die Tür nicht abgeschlossen? Beckrath richtete die Pistole auf die Terrassentür. »Kommen Sie raus!«
Eine Gestalt löste sich aus dem Dunkel. »Ich hoffe, ich habe Sie nicht erschreckt!«, sagte Kommissarin Katja Kampp. Sie hatte die beiden Streifenbeamten im Schlepptau. Die Pistole zerrte plötzlich wie ein Tonnengewicht an Beckraths Hand. Katja Kampp nahm ihm die Waffe ab. »Mit einer solchen Waffe wurde Weber erschossen.« Sie musterte sie genau. »Oder war es etwa genau diese Waffe, Herr Beckrath? Was, meinen Sie, werden unsere Ballistikexperten herausfinden, wenn sie die Geschossspuren mit denen an der Kugel vergleichen, die Ihren Kompagnon Weber tötete?«
Aus!, schoss es Beckrath durch den Kopf. »Sie haben mich reingelegt!«, presste er hervor. »Sie haben hier vorhin Geräusche gemacht, damit ich denken sollte …«
»Aber, aber!«, sagte Katja Kampp und zog ihre Handschellen heraus. »Ich bin mit den Kollegen hier nur noch mal ums Haus gegangen, um mich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist – und dabei haben wir entdeckt, dass die Terrassentür offen stand!«
»Genau, Chefin!«, erklärte der Streifenführer. »Wir wollten Herrn Beckrath nur noch schnell sagen, dass er ordentlich abschließen soll.«

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27.7.18

Krimi der Woche

Der Schatz im Wald

Von Michael Rolandt
    

Endlich ein freies Wochenende. Kommissarin Eva Vollmer kann sich Zeit nehmen. Für sich und für ihr Patenkind Tom. Der Vierzehnjährige findet es »cool«, mit einer echten Kommissarin durch den Stadtwald zu bummeln. Mit von der Partie ist Floh, den kleine Beagle von Toms Mutter. »Was muss man denn als Kommissar können?«, fragt Tom.
    »Genau beobachten, logisch denken, schnell reagieren!«, wiederholt Eva Vollmer die Berufsbeschreibung der Personalabteilung. »Willst du etwa zur Polizei?«
    »Vielleicht werde ich auch Fußballprofi«, meint Tom. »Da muss man auch genau beobachten, logisch denken und schnell reagieren!«
    Plötzlich bleibt der Beagle stehen und fängt am Fuß eines Baumes, der beim letzten Sturm umgestürzt ist, zu buddeln an. Erstaunt sehen Eva Vollmer und Tom, wie ein Metallkoffer zum Vorschein kommt.
    »Ein Schatz?«, fragt Tom begeistert, während die Kommissarin den Beagle zur Seite schiebt und die Schlösser des Koffers aufschnappen lässt.
    »Wow!«, macht Tom, denn zum Vorschein kommen Geldbündel, eine Pistole, eine schwarze Sturmhaube und ein schmutziges Trikot der deutschen Fußball-Nationalelf. Eva erkennt das am DFB-Logo mit den vier Sternen auf dem Shirt.
    »Da informiere ich mal besser die Kollegen vom Raubdezernat!«, meint Eva Vollmer und ruft im Präsidium an. »In dem Koffer ist offenbar die Beute eines Überfalls«, sagt sie, nachdem sie den Sachverhalt geschildert hat.


    »Könnte gut sein«, erinnert sich der Beamte im Raubdezernat. »In der Gegend hat 2014 ein Maskierter die Sparkasse am Lessingplatz überfallen. Und die Tankstelle an der Aktienstraße ist zwei Jahre zuvor ebenfalls beraubt worden.« Der Kommissarin entgeht nicht, dass Tom die Ohren spitzt, um alles mitzuhören. »In beiden Fällen trugen die Täter schwarze Sturmhauben«, fährt der Kollege fort. »Und beide Überfälle konnten wir bisher leider nicht aufklären, Obwohl wir immer sofort die Umgebung abgesperrt und jeden kontrolliert haben. Aber mit etwas Glück finden wir an dem Koffer Spuren, die uns weiterhelfen!«


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    Tom legt die Stirn in Falten. »Aber es ist jetzt schon klar, aus welchem Überfall das Geld im Koffer stammt«, sagte er. »Denn nur einer der beiden Räuber kann ihn hier vergraben haben.«
    »Und zwar welcher?«, fragt die Kommissarin überrascht.
    »Na, der Sparkassenräuber«, sagt Tom. »Denn das Nationalelf-Trikot mit vier Sternen gibt es erst seit 2014 – seit Deutschland zum vierten Mal Weltmeister geworden ist.«
    »Stimmt!«, muss Eva Vollmer zugeben. »Danke für deine Hilfe, Tom. Genau beobachtet und logisch gedacht - aus dir wird bestimmt ein guter Kommissar.
    »Oder doch ein Fußballprofi«, meint Tom.



   
   
   




Michael Rolandt:
Der Schatz im Wald
Erstveröffentlichung in
Badische neueste Nachrichten
Ausgabe 7.7.2018

 © by author / Jahn facts&fiction

4.7.18

Keith Oatley: Der Fall Emily V.


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Keith Oatley: Der Fall Emily V.  
(The Case of Emily V.)

Geschickt konstruierter und handwerklich ordentlich gebauter Pastiche-Roman, der wiederum eine Begegnung zwischen Sigmund Freud und Sherlock Holmes annimmt.

Der Roman besteht - wie bei dieser Art von Geschichten üblich - aus einer Reihe von Manuskripten, die unter unterschiedlichsten Umständen verfasst wurden und erst jetzt dem Herausgeber (recte Autor) in die Hände gefallen sind. Aus dem Tagebuch der englischen Übersetzerin Emily erfahren wir die Geschichte einer Psychoanalyse bei Sigmund Freud in Wien, bei der zunächst einmal der Missbrauch zutage kommt, den Emily durch ihren Vormund - einen englischen Diplomaten - zu ertragen hatte. Emily versuchte, sich den Nachstellungen des Mannes zu entziehen, doch er folgte ihr nach Wien. Emily glaubt sich nun schuldig an seinem Tod, weil sie ihn in den Bergen von sich stieß und er in die Tiefe stürzte. Als weitere Teil der Geschichte setzt nun der Bericht von Dr. Watson ein, in dem es darum geht, wie Sherlock Holmes im Auftrag des Außenministeriums diesen Tod des Diplomaten zu untersuchen hat.
Die ganze Geschichte wird - mitunter sehr ausführlich - von der psychologischen Seite her betrachtet, wobei das Schicksal der titelgebenden Emily V. im Mittelpunkt steht.
(Reinhard Jahn)

Keith Oatley: Der Fall Emily V.
(The Case of Emily V.)
Droemer Knaur Taschenbuch 60618 (April 1998)
523 Seiten ISBN 3 426 60618 6
(C) 1993 by Keith Oatley
(C) 1998 deutsch by Amman Verlag und Co, Zürich
Vollständige Taschenbuchausgabe
Aus dem Englischen von Frieda Ellmann
12-4-1998

2.7.18

Krimi der Woche
Renate und der Mörder


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Renate und der Mörder

Von Marek Stein

Renate Wendt war müde, als sie heimkam. Das Haus wirkte leer, die Sommerluft stand in den Zimmern. Sie öffnete die Verandatür. Der Windhauch vom See brachte kaum Erleichterung. Auf dem Weg in die Küche fiel ihr Blick noch auf Roberts Bild auf dem Board. Sie zwang sich, nicht weiter an ihn zu denken, schob sich ein Fertiggericht in die Mikrowelle und machte das Radio an. Die Regionalnachrichten gingen gerade zu Ende: »Heute gegen 19 Uhr wurde in Neustadt die 79-jährige Witwe Hermine Müller ermordet. Bei dem Täter handelt es sich um einen etwa 1,80 großen Mann. Er trug eine dunkelgrüne Jacke und ... »
   Die Mikrowelle klingelte. Doch da war noch etwas anderes...  In der Tür stand ein großer Mann in einer dunkelgrünen Jacke. Er richtete eine Pistole auf Renate. »Bist du allein?«
   Renate nickte stumm. Sein Blick fiel auf Roberts Bild auf dem Board. »Wer ist das?«
   »Mein Bruder!«, sagte Renate. »Er lebt... nicht hier.«
   »Fein!« Der Mann ließ sich in einen Sessel sinken und richtete seine Waffe auf Renate. »Dann bleibe ich hier.«
   Die Zeit schien unendlich langsam zu vergehen. Draußen war es dunkel geworden. Als es klingelte, zuckte Renates ungebetener Gast zusammen.
   »Geh zur Tür«, zischte er. »Sag, dass du schon im Bett warst.«
   Renate drückte die Taste der Gegensprechanlage. »Ja?«
   »Polizeiobermeister Wellmann«, sagte eine energische Stimme. »Ist bei Ihnen alles in Ordnung, Frau Wendt?«
   »Doch, ja!« antwortete Renate. »Ich... war schon im Bett! Ich war heute Nachmittag mit Robert segeln und bin müde.«
   »Mit Robert?«, fragte die Stimme zurück.
   »Ja«, sagte Renate schnell. »Ich soll Ihnen Grüße ausrichten.«
   »Alles klar«, sagte der Polizist. »Wir suchen nach einen Mörder.«
   »Ja«, sagte Renate noch. »Ich habe davon gehört.«
   Der Mann brachte Renate zurück ins Wohnzimmer und das Warten ging weiter - bis plötzlich die Verandatür zersplitterte und maskierte SEK-Polizisten hereinstürzten. Sie überwältigten den Eindringling.. Polizeiobermeister Wellmann kam herein.
   »Zuerst dachte ich ja, Sie wären betrunken«, sagte er zu Renate. »Aber als Sie dann noch sagten, dass Sie wussten, dass wir einen Mörder suchten, war mir klar, dass der Kerl Sie in seiner Gewalt hatte.«
   Der Verbrecher starrte Renate an. »Was meint er damit?«
   Renate sah zu Roberts Bild auf dem Board. »Er meint damit, dass er mir Roberts Grüße nicht geglaubt hat.«
   »Genau«, sagte Wellmann. »Denn erst heute Vormittag waren Frau Wendt und ich auf der Beerdigung von Robert Wendt. Er ist letzte Woche draußen auf dem See bei einem Segelunfall ertrunken.«


Marek Stein: Renate und der Mörder BNN 26/2018








  








Marek Stein:
Renate und der Mörder
erschienen in
Badische neueste Nachrichten
30.6.2018 Nr 26
© by author/Jahn facts&fiction

22.6.18

Anthony Horowitz: Die Morde von Pye Hall


Doppelter Boden / Zwei Krimis in einem
Es gibt wahrscheinlich nichts an Krimi, was Anthony Horowitz nicht schreiben kann. Er hat Drehbücher für »Inspektor Barnaby«-Kuschelkrimis verfasst, Sherlock-Holmes-Romane nachempfunden und mit seinen Romanen um den jugendlichen Agenten Alex Rider einen Riesenerfolg.
Für »Die Morde von Pye Hall« greift Horowitz nun ganz tief in die Krimi-Trickkiste. Er erfindet den Krimi-Bestsellerautor Alan Conway und dessen deutsch-griechischen Meisterdetektiv Atticus Pünd. Dessen neuer Roman führt ihn ins beschauliche Saxby-on-Avon – und hier bricht der klasssische Tüftelkrimi ab. Auftritt Susan Ryeland – sie ist Conways Lektorin und muss jetzt nicht nicht nur den Mordfall des Atticus Pünd-Romans lösen, sondern auch das Verschwinden von Autor Conway aufklären. Susan ermittelt also in zwei Fällen – und bringt diesen herrlich verspielten Krimi-Doppel-Whopper zu einem guten Ende.   rja
Krimi perfekt (fünf Sterne)
Anthony Horowitz:
Die Morde von Pye Hall
Insel, 600 Seiten,

NRZ / WAZ / Funke-Medien
22-06-2018

21.6.18

Steve Hamilton: Drei Zeugen zu viel


Killer versagt
Nick Mason ist, wenn es das überhaupt geben kann, ein guter Killer. Ein Krimineller, ohne Frage, der unschuldig in den Knast geriet. Herausgeholt wurde er von Gangsterboss Darius Cole, um den Preis seiner Seele: Nick muss dem Paten von Chicago ab sofort zu Diensten sein. Als Killer. Soweit die faszinierende Idee von Steve Hamiltons "Das zweite Leben des Nick Mason". Das war packend, hinreißend. spannend.
"Drei Zeugen zu viel" ist nun die Fortsetzung der Nick Mason-Saga, und sie leidet unter allem, unter dem Fortsetzungen leiden können. Eine für neue Leser zu komplizierte Vorgeschichte, ein Plot, das kaum Neues bringt, ein Held, der auf der Stelle tritt. Sprich: Stagnation auf allen Ebenen. Nick Mason soll diesmal für Obergangster Cole drei Belastungszeugen ausschalten. Und muss natürlich seine Haut vor der Polizei retten, die ihn nur zu gern für ihre Zwecke einspannen würde. Nicht retten kann er sich vor der trotz aller Action einsetzenden Langeweile.  rja
Routine (zwei Sterne)
Steve Hamilton:
Drei Zeugen zu viel
Droemer, 336 Seiten

NRZ / WAZ / Funke-Medien
21.06.2018
 
WAZ Funke Medien
21.06.2018

18.6.18

Witte und Wittkamp: Taxi nach Rügen


Chromjuwelen
Axel Witte und Rainer Wittkamp sind das neue dynamische Duo auf der deutschen Krimiszene. Mit »Taxi nach Rügen«, dem ersten Fall ihres Kommissars Radegast mischen sie die deutsche Inselkrimiszene mit einem stylishen Sommerroman auf.
Oldtimer sind das teure Hobby der gepflegten Seniorentruppe, die zur Antikauto-Rallye nach Rügen kommt. Die Wagen in der Garage des Nobelhotels in Binz sind ein Vermögen wert – wie etwa der Mercedes 300SL Coupé Baujahr 55, für den schon Millionen geboten wurden. Mit einem generalstabsmäßig angelegten Coup sollen die edlen Karossen jetzt gleich im Dutzend geklaut werden.
In diese kriminelle Autoverschiebung gerät Taxifahrer Thorsten Gramzow ganz zufällig hinein – als Ersatz für einen Fahrer, den der Boss der Bande liquidiert hat. Leider ist Thorsten damit auch der erste Verdächtige in diesem Mordfall, mit dem sich Inselkommissar Radegast befasst. Die Geschichte ist gut ausgedacht und läuft rund wie ein perfekt gepflegter Oldtimermotor.      rja
Story mit Pfiff (Vier Sterne)
Witte und Wittkamp:
Taxi nach Rügen
Hinstorff, 368 Seiten, 

NRZ/WAZ/Funke-Medien
18.06.2018

16.5.18

Christiane Dieckerhoff: Spreewaldrache


Spreewald-Fehde
Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner hat es aus dem Ruhrgebiet auf die Spreewaldwache nach Lübbenau verschlagen – zu den schwermütigen Sorben, an die Kanäle und Fließe des Biosphärenreservats in Brandenburg. Der neue Fall für Klaudia und ihre Kollegen beginnt mit einem zusammengeschlagenen Jugendlichen und einem toten Obdachlosen. Beide Verbrechen hängen zusammen – und führen Klaudia bei ihren Ermittlungen zu einer alten Fehde zwischen zwei alt eingesessenen Familienclans. Mehr als zwanzig Jahre liegt der dramatische Anlass für die »Spreewaldrache« zurück. Christiane Dieckerhoff aus Datteln erzählt den dritten Fall ihrer gebrochenen Heldin als düster grundiertes Heimatkrimidrama mit einem Anflug von »Twin Peaks«-Atmosphäre. Perfekte Krimi-Unterhaltung für eine schwermütige Spreewald-Tour.       rja
Familienkrimi (Vier Sterne)
Christiane Dieckerhoff:
Spreewaldrache
Ullstein, 304 Seiten, 

NRZ / WAZ/ Funke-Medien
16.05.2018