2.5.16

Jürgen Ehlers
Die Hyäne von Hamburg

Ein mysteriöser Kriminalfall für Kommissar Kastrup und seine Kollegen von der Hamburger Kripo – zwei Tote in einem Park, acht Schüsse, die Zeugen hörten, sechs Projektile, die gefunden wurden.
Eine verletzte Zeugin, die mehr gesehen zu haben scheint als sie sagt. Und die sich plötzlich als jemand ganz anderes entpuppt als sie vorgibt zu sein.
Womit Kastrup und seine Kollegen auf eine faszinierendes kriminelles Geschäftsmodell gestoßen sind: Jemand – der sich "die Hyäne" nennt – tötet hoffnungslos süchtige Junkies, um ihre Identitäten an andere Menschen weiterzuverkaufen.
Was neben den intelligenten Ideen an diesem Roman ganz besonders besticht ist der glasklare Stil von Jürgen Ehlers und seine perfekte Ortskenntnis der Stadt Hamburg – in allen ihren Schattierungen. In diesem Kosmos von Industriebrachen idyllischen Parks und gutbürgerlichen Wohnvierteln verankert er seine Geschichte, die mit immer neuen Wendungen überrascht.
Beste deutsche Krimi-Unterhaltung. Jürgen Ehlers ist einer der stillen Stars des Genres –  und einer der besten.
(Reinhard Jahn WDR5 Mordsberatung) April 2016


Jürgen Ehlers
Die Hyäne von Hamburg
KBV

1.5.16

Christian Roux
Der Mann mit der Bombe

Larry und Lu – die beiden haben sich nicht gesucht, aber doch gefunden. Als Larry, Tontechniker, frustriert vom endlosen Bewerbungsmarathon eines Langzeitsarbeitslosen mit seiner Bombe (na ja, was heißt Bombe – es würde schon knallen, aber nicht so richtig schlimm) – als Larry also mit seiner Bombe in eine Bank geht, gerät er mitten in einen Banküberfall, den die rothaarige Lu gerade mit ihren Komplizen durchzieht.
Kurzerhand zückt Larry seine Bombe, kidnappt Lu, und die beiden machen sich um geklauten Fluchtwagen der Bankräuber davon. Es geht kreuz und quer durch Frankreich, als eine Noir-Variante von Bonnie und Clyde. Wenn sie Geld brauchen, überfallen sie einfach ein Postamt (Larry entwickelt da schnell eine gewisse Routine an) und zwischendurch fragt sich Lu, warum Larry nicht mit ihr in die Kiste will.
Ein Road-Movie mit Anklängen an den jungen Jean-Paul Belmondo (okay, Larry ist schwarz, aber was soll's) mit einem Schuss Tarantino (und Anklängen an den "Todestrieb" des französischen Star-Gangsters Jacques Mesrine). Das alles perfekt abgeschmeckt, dynamisch, packend, rasant erzählt, mit schnellen Dialogen und sardonischen Sarkasmen, die den Zustand der beiden Helden stets genau auf den Punkt bringen: Sie haben keine Chance, aber sie nutzen sie.
(Reinhard Jahn, WDR5 Mordsberatung) April 2016

Christian Roux
Der Mann mit der Bombe
Polar-Verlag