23.10.14

Die telefonische Mord(s)beratung (WDR 5) – live!
Samstag, 25.10.2014,


Die telefonische Mord(s)beratung (WDR 5) – live!

Samstag, 25.10.2014, 21:05 Uhr bis 23.00 Uhr
Live aus dem Alten Wasserwerk in Wickede im Rahmen des Krimifestivals "Mord am Hellweg"
Ihr Krimi-Kompetenzteam löst den Fall auf jeden Fall:
 Reinhard Jahn, Thomas Hackenberg, Ingrid Müller-Münch und Ulrich Noller
Foto: WDR, mit freundlicher Genehmigung
















Die WDR-5-Krimi-Kaufentscheidungshilfe von drei Experten live gesendet aus Wickede (Ruhr)!

Es gibt keine Bestsellerlisten ohne Krimis, keinen Fernsehabend ohne Leichen und auch im Hörbuchmarkt stellen Krimis einen soliden Anteil der Produktion. Wie behält man da als Fan den Überblick? Die Krimiexperten Ulrich Noller (KrimiZEIT-Bestenliste), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistin Ingrid Müller-Münch haben den Durchblick, finden in der Fülle das Besondere und helfen bei der Kaufentscheidung für einen gelungenen Krimi-Schmökerabend. Moderation: Thomas Hackenberg ("Gans und gar", "Quiz Taxi").
WDR 5 sendet live aus dem
Altens Wasserwerk
Hauptstraße 6c
58739 Wickede (Ruhr)
21.05 Uhr bis 23.00 Uhr
Einlass ab 20.00 bis 21.00 Uhr.
ACHTUNG: Pünktliches Erscheinen wegen Live-Sendung unbedingt erforderlich!

Redaktion Petra Brandl-Kirsch
Moderation: Thomas Hackenberg



Krimis aus Finnland.

Finnland – in diesem Jahr Gastland der Frankurter Buchmesse.

Was ist Finnland?
-Finnland grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee.
-Mit 5,4 Millionen Einwohnern auf einer Fläche nur wenig kleiner als Deutschland gehört Finnland zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas.
-statistisch sind das 16,04 Einwohner pro km²
-Ein großer Teil der Bevölkerung konzentriert sich dabei auf den Süden des Landes mit der Hauptstadt Helsinki.
-Die beiden offiziellen Landessprachen sind Finnisch und Schwedisch. 92 % der Bevölkerung sind finnisch-, 6 % schwedischsprachig.
-Finnland gehörte zunächst zu Schweden, wurde dann 1809 an Russland abgetreten.
-1917 erlangte Finnland seine Unabhängigkeit.
Quelle WIKIPEDIA

Was kennen wir aus Finnland?

Komische Filme von Akis Kaurismäki
Kaurismäkis Filme thematisieren häufig Schicksale von gesellschaftlichen Außenseitern in städtischen Zentren wie Helsinki. Sie sind nicht nur für ihre sparsamen Dialoge, sondern auch für einen skurril-lakonischen Humor bekannt.
Unter anderem:  Leningrad Cowboys Go America

Architektur von Alvar Aalto (1898-1976)
Alvar Aalto wurde bekannt für seine besonderen Konzeptionen im Bereich des organischen Bauens. Ein bekanntes Designerstück von Aalto ist die Aalto-Vase.
Nach seinen Plänen wurde unter anderem das Essener Aalto-Theater erbaut

Der Finnland-Krimi
Die Geschichte der finnischen Krimiliteratur ist vergleichsweise jung. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienen die ersten Kriminalgeschichten in finnischer Sprache. Ihre Vorläufer waren Moritaten, die in Form von Flugblättern über brutale Morde, Täter und ihre Opfer berichteten. Daneben herrschte eine rege Übersetzungstätigkeit. So wurde beispielsweise Kriminalliteratur aus Großbritannien und Frankreich ins Finnische übertragen, was einen großen Einfluss auf die noch in den literarischen Kinderschuhen steckenden finnischen Autoren ausübte. Bis heute dominieren deshalb immer noch die an der Realität orientierten Polizei- und Detektivgeschichten die finnische Kriminalliteratur.
Quelle und weiterlesen:
Buchmesse Blog 04.09.2014“Der finnische Krimi ist im Grunde sehr demokratisch.”

Finnische Kriminalliteratur:
Ilkka Remes
ist für den Action-Thriller was Mika Häkkinen für die Formel 1 ist: Der Star.
Eigentlich heißt er Petri Pykälä, wurde 1962 geboren und studierte Wirtschaftskommunikation in Turku und dann Visuelle Kommunikation in London.
Remes schreibt schnell, anschaulich, packend.  Seine Bücher sind entweder aktuelle oder zeitgeschichtlich grundierte schnörkellose Action-Romane: schnörkellos.

Bisher auf deutsch: 11 Romane

Aktuelles Buch: Die Schockwelle (Oktober 2013)
Die russische Journalistin Vera Dobrina wird in Helsinki ermordet. Elina Aro, die an einer Untersuchung über KGB und Stasi-Aktivitäten in Finnland arbeitet, war mit Vera befreundet und wurde durch Zufall Zeugin der Tat. Ist sie das nächste Opfer? Auf der Jagd nach dem Mörder kommt Riku Tanner vom Dezernat für Gewalt und Drogen einem Verbrechen von entsetzlichem Ausmaß auf die Spur. Ein noch im Bau befindliches Kernkraftwerk spielt dabei eine ebenso zentrale Rolle wie Geheimoperationen der DDR während des Kalten Krieges…

Taavi Soininvaara
geb 1966, ist der Polit-Thriller-Spezialist des finnischen Krimis.
Taavi Soininvaara, Jahrgang 1966, arbeitete als Chefanwalt für bedeutende finnische Unternehmen und schrieb zunächst nebenberuflich. Nachdem Erfolg seines ersten Krimis (2000) ließ er sich 2001 von allen beruflichen Verpflichtungen befreien, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein serieneheld ist Kommissar Arto Ratamo. "Finnisches Requiem" wurde als bester finnischer Kriminalroman ausgezeichnet.

Bisher erschienen: Etwa 8 bis 10 Arto Ratamo-Romane

Aktueller Titel
Das andere Tier (2014)
Kommissar Ratamo kehrt nach einem schwreen Unfall, an dessen Folgen er noch zu leiden hat,zur  SUPO − der "Sicherheitspolizei" – zurück. Er hat jetzt eine Hüfte aus Titan und ist psychisch labil. Als er mit Schmerzmitteln und eisernem Willen seinen Dienst antritt, wird er sofort degradiert. Trotzdem steckt er bald mitten in einem brisanten Fall: eine Leiche, kriminelle Geschäfte mit illegalen Einwanderern und atomares Wettrüsten im explosiven Nahen Osten.


Leena Lehtolainen
geboren 1964, ist die Star des unterhaltsamen Frauenkrimis. Mit ihrer Serienheldin Maria Kallio schuf sie die erste weibliche Kultfigur des finnischen Krimis. In ihren Krimis verfolgt die die Karriere ihrer Heldin Maria Kallio von der einfache Polizistin über ihr Jurastudium bis hin zur Anwältin und dann wieder zur Kriminalpolizei. Maria Kallios Fälle spielen in Espoo, einer Stadt in der Nachbarschaft von Helsinki.

Bisherige Romane:

etwa 17 auf deutsch, davon 11 Bände Maria Kallio

Aktuell:

Sag mir wo die Mädchen sind (2010)
In Espoo verschwinden kurz nacheinander drei muslimische Mädchen. Alle sind noch Teenager und haben oft einen Jugendclub besucht, in dem auch Maria Kallios Tochter Iida gern ihre Freizeit verbringt. Maria hat vor kurzem die Leitung einer Sondereinheit der Kripo übernommen und befasst sich mit Fällen wie diesem, die aus dem üblichen Ermittlungsraster fallen. Kaum hat Marias Team begonnen, Menschen aus dem Umfeld der Mädchen zu befragen, wird eine vierte junge Frau mit ihrem eigenen Kopftuch erdrosselt aufgefunden, die 16-jährige Iranerin Noor. Schnell stellt sich heraus, dass das Mädchen einen finnischen Freund hatte. Alle Spuren deuten auf einen Ehrenmord.

Und außer Konkurrenz:
Der "deutsche Finne"

Jan Costin Wagner
geboren 1972 in Hessen, ist mit einer Finnin verheiratet. Er begann 2001 mit "Eismond" seine Romanserie um den finnischen Kommissar Kimmo Joentaa. In den folgenden vier Romanen verfolgt er weiter das Leben des zur Depression neigende, tief nachdenklichen Polizisten, der unter dem Krebstod seiner Frau (in "Eismond") leidet.,
Wagners Romane sind sprachstarke  und zugleich extrem reduzierte Studien über menschliches Leid und Leiden, Schuld und Vergeltung.

Bisherige Romane: 5
Zuletzt: Tage des letzten Schnees (2014)
Anfang Mai, im finnischen Turku fällt der letzte Schnee. Kimmo Joentaa wird gleich zwei Mal gerufen: an einen Unfallort, an dem eine Elfjährige durch einen Unbekannten ums Leben gekommen ist, und an einen Tatort, an dem zwei unbekannte Tote auf einer Parkbank liegen, als würden sie schlafen. Für den Vater des bei dem Unfall verstorbenen Mädchens wird Kimmo Joentaa zum Begleiter in der Trauer, während er gleichzeitig daran arbeitet, die Unfallflucht und den Doppelmord aufzuklären.
Die Ermittlung führt Joentaa in ein fatales Beziehungsgeflecht, das Menschen, die ursprünglich nichts verband, schicksalhaft zusammengeführt hat: einen Architekten, der den festen Glauben an die Symmetrie des Lebens verliert, einen Schüler, der unaufhaltsam auf einen Amoklauf zusteuert, eine junge Frau, die versucht, der Armut zu entkommen, und einen Investmentbanker, der sich im Dickicht seines Doppellebens verliert.


19.9.14

Das aktuelle Krimi-Ranking
Die sieben besten Verfilmungen von Kriminalromanen


Die sieben besten Verfilmungen von Kriminalromanen

Platz 7
Jack rechnet ab
(Get Carter, 1971)
Regie: Mike Hodges
Roman: Jack rechnet ab (Jack's return home, später: Get Carter, 1970)
von Ted Lewis
Der junge Michael Caine spielt den Gangster Jack Carter, der in seine Heimat nach Newcastle zurückfährt, um seinen Bruder zu beerdigen und sich am Ende in einem Rachefeldzug gegen die lokale Mafia wiederfindet. Hart, düster, dreckig, perfektes britisches Gangsterkino.
Trivia:
Im Jahr  2000 drehte Stephen T. Kay das allgemein verachtete Remake "Get Carter – Die Wahrheit tut weh" mit Sylvester Stallone als Carter und Michael Caine in der Rolle des Gegenspielers Cliff Brumby, die im Orginal Bryan Mosley spielte.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=H40V_fLIha0
------------
Platz 6:
Dr. Mabuse der Spieler
(1922)
Regie: Fritz Lang
Roman: Dr. Mabuse der Spieler (1921)
von Norbert Jacques
Fritz Lang und seine Drehbuchautorin Thea von Harbou schufen aus dem Trash Helden des luxemburger Unterhaltungsschriftstellers Norbert Jacques die Figur des Dr. Mabuse, das Symbol des bösartigen Manipulators, Beeinflussers, Drahtzieher. Mabuse als erster Großgangster und – laut einiger Deutungen – Vorahnung der Diktatur des III. Reiches.

Trivia: Dem Erfolg des ersten Films folgte "Das Testament des Dr. Mabuse" (1932). 1953 verkaufte Norbert Jacques die Figurenrechte an Artur Brauners  CCC-Film, es folgten rund ein halbes Dutzend Neubearbeitungen und Sequels um die Mabuse-Figur bis hin zu Claude Chabrols "Docteur M." von 1989.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=_GnKM6VTbbA
---------------

Platz 5
Nur die Sonne war Zeuge
(Plein soleil, 1960)
Regie: René Clément
Roman: Der talentierte Mister Ripley (The talented Mister Ripley, 1955)
von Patricia Highsmith
Der junge Alain Delon als Tom Ripley. Perfekt inszeniert, unterkühlt und  voller Spannung. Anders als im Roman, in dem der amoralische Tom Ripley ungestraft entkommt, wird er im Film durch die legendär gewordene Schlußsequenz des Mordes an seinem Freund Greenleaf überführt.

Trivia: 1999 spielte Matt Damon in Anthony Mingellas Neuverfilmung den Tom Ripley – anders, aber nicht schlechter als Delon. Der "New Yorker" bezeichnete Tom Ripley bei Erscheinen des Romans als  einen der „abstoßendsten und faszinierendsten Charaktere seit langem“ und die Geschichte als „bemerkenswert unmoralisch“.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EkGcDACCeMc
--------------

Platz 4
Der Tod kennt keine Wiederkehr
(The long Good-bye, 1973)
Regie: Robert Altmann
Roman: Der lange Abschied (The long Good-bye, 1953)
von Raymond Chandler
Elliott Gould spielt Philip Marlowe, der von seinem Freund Terry Lennox betrogen wird. Altman verlegte die Geschichte in die 70er-Jahre und überzieht den ganzen Film mit einem brüchigen Charme, einer Trauer um die vergangene Zeit und der flirrenden Ungewissheit vor der Zukunft. Elliot Gould in seiner besten Rolle, mit Naturkrause und im Mundwinkel festgewachsener Zigarette. Altmanns Film fiel zunächst bei der Kritik absolut durch („Sie müssen kein Fan von Raymond Chandler sein, um diesen Film bedauernswert zu finden, aber es hilft.“) und  wurde erst später Stück für Stück rehabilitiert. ("Er mag nicht exakt so sein wie der Roman, aber so einen Philip Marlowe haben Sie noch nie gesehen.")
Trivia: Das Drehbuch schrieb Leigh Brackett (1915 – 1978), die auch schon 1946 für Howard Hawks  gemeinsam mit William Faulkner Chandlers "The big sleep" adaptiert hatte.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=-sTaFEmyL9c
-------------
Platz 3
Out of sight
(1998)
Regie: Steven Soderbergh
Roman: Zuckerschnute (später: Out of sight, 1996)
Von Elmore Leonard
George Clooney (Bankräuber Jack Foley) und Jennifer Lopez (US-Marshal Karen Sisco) lernen sich im Kofferraum eines Cadillacs kennen und laufen sich dann später noch einige Male beruflich und persönlich über den Weg. Die perfekte Mischung aus Action, Abenteuer, Krimi und Komödie. Clooney und Lopez waren nie besser, und Soderdbergh sowieso nicht.
Trivia: Worüber unterhalten sich ein Mann und eine Frau bei ihrer ersten Begegnung, wenn diese in einem Kofferraum stattfindet? Richtig: Sie sprechen über alte Filme.  Während Clooney zehn Millionen Dollar Gage erhielt, verdiente Lopez nur zwei Millionen und beklagte mehrmals, ihr Honorar sei zu niedrig gewesen.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=A_GOrRyhABg
--------------------

Platz 2
Das Schweigen der Lämmer
(The silence of the lambs, 1991)
Regie: Jonathan Demme
Romn: Das Schweigen der Lämmer (1988)
von Thomas Harris
Eine fast werkgetreue filmische Umsetzung des Romanstoffes. Getragen von einem perfekten Rhythmus spielen Jodie Foster und – natürlich – Anthony Hopkins – die Rollen ihres Lebens. Mittlerweile gehören ganze Dialogsequenzen ("Clarice!") und optische Chiffren (Lecters Eishockey-Maske) zur kollektiven kulturellen Erinnerung.

Trivia:  Der Film wurde in den fünf wichtigsten Kategorien mit einem Oscar ausgezeichnet. In der ersten Thomas Harris-Verfilmung "Blutmond" (1986) von Michael Mann wird Hannibal Lecter von Brian Cox gespielt. Thomas Harris schrieb noch das Sequel "Hannibal" und das Prequel "Hannibal Rising".
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=JismZR7zp4U
----------
Platz 1
Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958)

Regie: Alfred Hitchcock
Roman: Vertigo - aus dem Reich der Toten (D’entre les morts, 1954)
von Pierre Boileau und Thomas Narcejac
Jimmy Stewart hat Höhenangst und Kim Novak ist blond. Perfektes Spannungskino um vorgetäuschte und wechselnden Identitäten der blonden Kim und die zum Schietenr verdammte Liebe des ängstlichen Jimmy. "Vertigo" gilt bei manchen Filmexperten ohnehin als bester Film aller Zeiten.

Trivia: Laut François Truffaut hatten Boileau und Narcejac schon beim Schreiben des Romans auf Hitchcocks Interesse an dem Stoff spekuliert, da dieser zuvor vergeblich versucht hatte, sich die Filmrechte an ihrem früherem Roman "Celle qui n’était plus" zu sichern, der 1955 von Henri-Georges Clouzot als "Die Teuflischen" verfilmt wurde.
Trailer bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Z5jvQwwHQNY



(Text: Reinhard Jahn, mit Material von wikipedia, krimilexikon.de, krimi-couch.de und artechock.de)