16.5.18

Christiane Dieckerhoff: Spreewaldrache


Spreewald-Fehde
Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner hat es aus dem Ruhrgebiet auf die Spreewaldwache nach Lübbenau verschlagen – zu den schwermütigen Sorben, an die Kanäle und Fließe des Biosphärenreservats in Brandenburg. Der neue Fall für Klaudia und ihre Kollegen beginnt mit einem zusammengeschlagenen Jugendlichen und einem toten Obdachlosen. Beide Verbrechen hängen zusammen – und führen Klaudia bei ihren Ermittlungen zu einer alten Fehde zwischen zwei alt eingesessenen Familienclans. Mehr als zwanzig Jahre liegt der dramatische Anlass für die »Spreewaldrache« zurück. Christiane Dieckerhoff aus Datteln erzählt den dritten Fall ihrer gebrochenen Heldin als düster grundiertes Heimatkrimidrama mit einem Anflug von »Twin Peaks«-Atmosphäre. Perfekte Krimi-Unterhaltung für eine schwermütige Spreewald-Tour.       rja
Familienkrimi (Vier Sterne)
Christiane Dieckerhoff:
Spreewaldrache
Ullstein, 304 Seiten, 

NRZ / WAZ/ Funke-Medien
16.05.2018

6.5.18

Friedrich Glauser-Preis für Karr & Wehner

Glauser-Preis für Karr & Wehner

Beste Kriminalstory kommt aus dem Ruhrgebiet

»In the Ghetto« inspirierte Krimi-Slam

Das Autorenteam Karr & Wehner aus dem Ruhrgebiet erhielt auf der Criminale in Halle (Saale) den Friedrich Glauser-Preis für den besten Kurzkrimi des Jahres. 
Glauser-Preis für Karr & Wehner
Die beste Kriminalstory des Jahres 2017 heißt »Hier in Tremiona«. In dem stilistisch als Hommage an Elvis Presleys »In the ghetto« gestalteten Krimi-Slam erzählt das Team Karr & Wehner aus Essen vom mörderischen Widerstand der Blaskapelle der alten Zechensiedlung Tremonia gegen die Sanierungs- und Gentrifizierungspläne eines Immobilienkonzerns.
Die Jury urteilte: »Diese Geschichte ist ein großer Song. Sie ist Musik und Text, vibriert und schwingt und träumt.«
Die Preisverleihung fand am 5. Mai statt, die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert.

Karr & Wehner sind H.P.Karr und Walter Wehner. Die beiden Autoren schreiben seit mehr als 25 Jahren zusammen Hörspiele, Stories und Großstadtthriller. 1996 wurde beriets ihr Thriller »Rattensommer« als beste Krimi des Jahres mit dem Glauser ausgezeichnet. 


Hier in Tremonia

Von Karr & Wehner 
 Ein Immobilienprojekt bedroht die verfallende Bergarbeitersiedlung, ihre Bewohner und Traditionen. Aber die Frauen und Männer der Knappschaftskapelle lassen das nicht zu. Auch wenn dies bedeutet, dass es Tote geben muss. Und zwar im Rhythmus der Musik.


mehr dazu  bei hpkarr.de




Das meinte die Jury:
Preisträger für den Friedrich-Glauser-Preis 2018 in der Sparte „Kurzkrimi“:
Karr & Wehner 

Hier in Tremonia
Tremonia. Tremonia ist Dortmund. Tremonia ist auch der Name einer Knappschaftskapelle. Sie spielt In the Ghetto von Elvis. Die Kapelle und der Song geben der Geschichte den Takt vor. Der Pott, die Stadt, das Getto. 
Karr und Wehner zeichnen mit wenigen rhythmischen Strichen das Bild einer heruntergekommenen, aber funktionierenden Siedlung, in der niemand wirklich Kohle hat, aber in der man sich kennt und vor allem aufeinander verlassen kann. Bergarbeiterromantik. Aussterbende Welt. Konkret bedroht durch die Magma-Immobilienentwicklungsgesellschaft. Die wollen die Siedlung entwickeln.
Was heißt: die kleinen Leute raus, neue, reichere Leute rein. Fette Kohle für die Magma, Heimatlosigkeit für die Leute aus der Siedlung. Das lassen die Rita, der Kalle und der Schorsch, der Klaus und der Rudi und die Uschi von der Band nicht durchgehen. 

Mit Raffinesse und Musik verhelfen sie jedem Magma-Vertreter zum passenden Unfall. Bis es aus ist mit dem Projekt.
Karr und Wehner beschreiben mit leisem Humor die fast schon verlorene Welt der Zechen und Kumpels und ihrer Werte. Sie erzählen den alten Kampf von David gegen Goliath, aber sie erzählen ihn neu. Mit liebevoller Wehmut und ganz großem Sound. Einfach außergewöhnlich.  



Peter Godazgar
(Foto: privat)
Und das sagte uns der Herausgeber Peter Godazgar
"Also, Ihr Lieben,
was soll ich sagen? Das sieht jetzt so aus, als hätte ich den Text gar nicht richtig gelesen. Hab ich aber doch. Mehrfach. Habe aber quasi nüscht gefunden. Nüscht. Jar nüscht. Klingt möglicherweise ranschmeißerisch, ist aber trotzdem so.

Ganz im Gegenteil: Ihr habt da ein herrliches Kleinod geschaffen. Exemplarisch, perfekt, schlicht großartig in der Verbindung zum Songtitel, und inhaltlich, darf ich das sagen, regelrecht anrührend. Ich danke Euch sehr!"

Das schrieb ich an Reinhard Jahn und Walter Wehner, nachdem ich das Manuskript ihrer Story "Hier in Tremonia" gelesen hatte. Kommt ja nicht ganz so oft vor, dass man was liest und sofort merkt: Das sticht heraus, das ist was Besonderes. Dass die Story aus meinem Herzensprojekt "Killing you softly" nun auch noch ausgerechnet bei der Criminale2018 in Halle tatsächlich mit dem Kurzkrimi-Glauser ausgezeichnet wurde … siehe oben: "was soll ich sagen?"