20.4.14

Die telefonische Mordsberatung- Brennpunkt Metropole
Factsheet


Die telefonische Mord(s)beratung:Brennpunkt Metropole

Samstag, 26.04.2014


Schnelllebig und pulsierend ist das Leben in der Großstadt häufig beschrieben. Und es gibt es auch die Schattenseiten und Abgründe, die hervorragende Schauplätze für gute Kriminalromane bieten.


Ihr Krimi-Kompetenzteam: Reinhard Jahn, Thomas Hackenberg, Ingrid Müller-Münch, Ulrich Noller
Foto: WDR, mit freundlicher Genehmigung

Die Großstadt als Schmelzpunkt der Kulturen, der Träume, des Geldes und des Verbrechens – nicht erst seit Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" ist die Metropole schillernder Schauplatz von Literatur.
Das Los Angeles von Raymond Chandler, das New York von Jerome Charyn oder das Kapstadt des Deon Meyer sind bekannte Krimi-Metropolen mit eigenem Sound. Die Krimiexperten Ulrich Noller (KrimiZEITBestenliste), Reinhard Jahn (Bochumer Krimiarchiv) und die Journalistin Ingrid Müller-Münch haben sich an weiteren Großstadt-Tatorten umgesehen und empfehlen unter anderem die besten Thriller aus Berlin, Barcelona, London, Rom und Paris. Außerdem berät das Krimi-Kompetenz-Team natürlich wieder alle Livegäste in kniffeligen Krimi-Fragen.

Moderation: Thomas Hackenberg

Live aus dem
Bürgerkulturzentrum Windeck, 
in der Halle Kabelmetal.
Schönecker Weg 5
51570 Windeck
Beginn: 21.00 Uhr
Ende: 23.00 Uhr



Megacities und Metropolen

Es gibt 10 Megacities – Städte mit mehr als 10 Mio Einwohnern.
Megacity
Land
Einwohner
Tokyo
Japan
31.480.000
Shanghai
China
14.609.000
Bombay
Indien
12.693.000
Karachi
Pakistan
11.627.000
Delhi
Indien
10.928.000
Neu Delhi
Indien
10.928.000
Manila
Philippinen
10.444.000
Moskau
Russ Föderation
10.381.000
Seoul
Südkorea
10.323.000
São Paulo
Brasilien
10.021.000

Quelle: http://www.laenderdaten.info/megacities.php

Die 10 tödlichsten Städte der Welt:
1.    San Pedro Sula, Honduras
159 Morde auf 100.000 Einwohner – das ist der traurige Rekord der Drogenstadt.
2.    Ciudad Juarez, Mexiko
6.000 Todesopfer der Drogenkartelle zwischen 2008 und 2010, doch „nur“ 148 Morde auf 100.000 Einwohner – das reicht für Platz 2
Weiter http://www.tourexpi.com/de-intl/news.html~nid=65311

Die gefährlichsten Städte der Welt
Kairo – In die Liste der gefährlichsten Städte gelangte Kairo hauptsächlich wegen der willkürlichen terroristischen Anschläge auf Touristenziele in den letzten Jahren.
Johannesburg – Hier ist bekanntlich die Kluft zwischen „arm“ und „reich“ besonders groß. Es gibt Gegenden, in die Sie ein Taxifahrer niemals bringen wird. Besonders „beliebt“ ist das „Car Hijacking“, bei dem vorzugsweise Autos, die an einer Kreuzung halten, überfallen werden. Dennoch ist die Lage heute besser, als der Ruf der Stadt.
Kapstadt – Manche beschreiben die Stadt als gefährlich, andere sagen, Kapstadt habe ein angenehmes Klima. Auch hier gilt: Keine persönlichen Ausweise im Auto liegen lassen, am besten vorher Kopien davon anfertigen. Eigene Wertsachen sollten niemals offen zur Schau gestellt werden, sonst ist man sie schneller wieder los, als man glaubt. Trotzdem gehört die Stadt zu einer der sehenswertestens Städten in Südafrika.
Weiter: http://www.mycitytrip.com/reisemagazin/die-gefaehrlichsten-grossstaedte-der-welt.25.htm

Und noch mehr Listen
Welche 10 Städte haben die höchste Kriminalitätsrate?
Die teuersten Städte der Welt - Hier ist das Leben richtig kostspielig
Die Städte mit den meisten Millionären - Die Top 10
Die größten Städte der Welt

 

Autoren und ihre Städte:

Raymond Chandler: Los Angeles (in den dreißigern)
3,7 Millionen Einwohner im Stadtgebiet
11,8 Millionen in der Metropolenregion

Raymond Chandlers Los Angeles
„‚Wir haben die aufgedonnerten Restaurants, Nachtklubs und das Gesindel einer hartgekochten Großstadt mit weniger Persönlichkeit als ein Pappbecher.’ — ‚Es ist dasselbe in jeder Großstadt, Amigo.’ — ‚Eine echte Großstadt hat noch etwas anderes, irgendeine knochige Struktur unter dem Mist. Los Angeles hat Hollywood — und hasst es. Es sollte sich verdammt glücklich schätzen. Ohne Hollywood wäre es eine Versandhausstadt: Nichts im Katalog, das man nicht woanders besser bekäme.’“ (‚The Little Sister’)
Quelle:
Dark City – Raymond Chandlers Los Angeles


Dashiell Hammett: San Francisco (in den dreißigern)
802000 Einwohner. Eher eine kleine Metropole, wie Frankfurt/M (687000)
"Der Malteser Falke" mit Sam Spade

Ed McBain: "Isola" (= New York)
Die Einwohnerzahl von Isola ist nicht bekannt,
New York hat etwa 8 Millionen Einwohner, größte Stadt der USA
Die Metropolenregion hat 18,9 Millionen Einwohner
Polizei-Romane mit dem 87ten Revier.
Isola ist eine fiktive Stadt, die sich an New York orientiert. Ed McBain erfand sie, so die Legende, weil er beim Schreiben seiner ersten Polizeiromane nicht dauernd vor Ort nach-recherchieren wollte.
WIKIPEDIA: The city is based on New York City, and similarly, has five sections, corresponding with the five boroughs of New York: Isola (Manhattan), Bethtown (Staten Island), Calm's Point (Brooklyn), Majesta (Queens), and Riverhead (Bronx). It has two major rivers, the Harb and the Dix, which inexplicably flow in a westerly direction despite the fact that Isola is on the East Coast.

Leo Malet: Paris ( in den vierzigern)
Aktuell hat Paris 2.249.975 Einwohner
Die neuen Geheimnisse von Paris (Les Nouveaux Mystères de Paris) ist ein 15-teiliger Romanzyklus mit dem Detektiv Nestor Burma, der jeden Roman in einem anderen "arrondissement" ansiedelt.
WIKIEPDIA: 1943 erschien sein Roman 120, Rue de la Gare, der Beginn einer Reihe um den Pariser Privatdetektiv Nestor Burma, an der er die nächsten 30 Jahre schrieb. Bekannt wurde Nestor Burma durch 15 Kriminalromane, die den Zyklus "Die neuen Geheimnisse von Paris" bilden. Dies ist eine Anspielung auf den bekannten Roman "Die Geheimnisse von Paris" von Eugène Sue.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Malet


Paco Ignacio Taibo II (kurz "PIT" genannt): Mexico City
Mexico City /Mexiko-Stadt) hat etwa  8,8 Millionen Einwohner
PIT schrieb bisher etwa 8 Krimis mit dem mexikanischen Privatdtetektiv Hector Belascoaran Shayne ("Shayne" ist eine Referenz an den US-Detektiv "Michael Shayne", dem Serienhelden des US-Autors Brett Halliday in den 30ern)
WIKIPEDIA: Taibo II gilt als Begründer des neuen lateinamerikanischen Kriminalromans, der Stilmittel des Abenteuerromans, Politthrillers und Krimis miteinander verbindet. Weltweit bekannt wurde er durch die Figur des erst gestorbenen und dann wiederauferstandenen unabhängigen Detektivs Héctor Belascoarán Shayne, der im Großstadtdschungel von Mexiko-Stadt Ermittlungen durchführt, die ihn immer wieder in einen Sumpf von Korruption und politischer Repression führen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Paco_Ignacio_Taibo_II

Martin Cruz Smith: Moskau
Die Stadt hat etwa 11,5 Millionen Einwohner
Für seinen Roman "Gorki Park" mit seinem Helden Arkadi Renko (bisher acht Romane) entwarf der US-Amerikaner Martin Cruz Smith (*1942) ein halb recherchiertes, halb imaginiertes Moskau, das der damaligen Leserschaft eine atmosphärisch dichten, detailreichen Einblick in die Hauptstadt der "alten" Sowjetunion bot. Dort war - nach Erscheinen des Buches – der Besitz eines Exemplars von "Gorki Park" bei Strafe verboten. Für die Verfilmung wurden Glasgow und  Helsinki zu "Moskau" umgestylt.
Für seine späteren Arkadi Renko-Romane recherchierte Smith dann ausführlich vor Ort in Russland.
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Cruz_Smith
Alf Mayer sagt dazu: Vor allem Moskau. Immer wieder Moskau. Und Russland. Die Heimat von Arkadi Renko. Moskauer Polizist und Outcast. Geschundener, Geprügelter. Gerechtigkeitsagent, Philosoph. Liebhaber, Ersatz-Vater. Sohn eines Generals, Veteran und Stoiker. Dieser komplexe russische Charakter betrat die Weltbühne erstmals 1981. Die Romanidee eines amerikanischen Autors, damals mitten im Kalten Krieg einen russischen Polizisten in Moskau zur Hauptfigur zu machen, wurde zuerst abgelehnt, erschien als Marktlücke aber dann so revolutionär und exotisch, dass Smiths Literaturagent bei Random House ein Honorar von einer Million Dollar lockerzumachen vermochte.
http://www.getidan.de/gesellschaft/leben/alf_mayer/10293/martin-cruz-smith-und-seine-arkadi-renko-romane


Leonardo Padura: Havanna,
bzw (spanisch La Habana)
oder vollständiger: Villa San Cristóbal de La Habana
Havanna ist die Hauptstadt Kubas und hat 2,1 Millionen Einwohner
Das Havanna-Quartett von Leonardo Padura (* 1955 in Havanna)
In seinem „Havanna-Quartett“ fängt er die spezifische Stimmung der Krisenjahre Anfang der 1990er ein, in denen Kuba wirtschaftlich unter dem Wegbrechen der Solidar- und Handelsbeziehungen zum ehemaligen Ostblock zu leiden hatte. Der Polizeikommissar Teniente (Leutnant) Mario Conde als Protagonist repräsentiert eine Generation von Enttäuschten und romantisch Nostalgischen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Padura

Hamburg: Frank Göhre
Hamburg hat etwa 1,7 Millionen Einwohner
Frank Göhre schrieb die "Kiez Trilogie", später ergänzt um einen vierten Band, über die Machtkämpfe und die Verschiebungen im Rotlichtviertel St. Pauli in den Achtzigern – die schließlich mit dem Auftritt des "Kiez-Killers" Werner "Mucki" Pinzner endeten, der noch in U-Haft ein Blutbad anrichtete
http://de.wikipedia.org/wiki/Mucki_Pinzner


Tokio: Mo Hayder, Barry Eisler 
Mit 31 Millionen Einwohner die größte "Megacity" der Welt.
Mo Hayders Roman "Tokio" ist die Geschichte einer Studentin die nach Tokio kommt, um ein Massaker aus dem japanisch-chinesischem Krieg (Nanking 1937) aufzuklären.
Mo Hayder (*1962) lebte einige Zeit in Tokio und arbeitete dort als Hostess und Englisch-Lehrerin.

Barry Eisler (*1964), arbeitete einige Jahre für die CIA  (als was auch immer), ehe er Schriftsteller wurde und  "John Rain", den Tokio Killer erfand (Bisher 7 Bände)
Barry Eisler über Barry Eisler: "Barry Eisler ist ein Thriller-Genie. Mit John Rain, dem Tokio Killer für natürliche Todesarten, erfand er einen Helden, der Männer begeistert - durch perfektes Karate zum Beispiel (schwarzer Gürtel!), perfekte Tarnung und perfekten Mut in lebensgefährlichen Situationen. Außerdem ist er ein Samurai (durch seinen japanischen Vater) und  ein amerikanischer Held (Vietnam-Krieg, CIA-Söldner). Er gefällt aber auch Frauen, weil er keinen Mordauftrag gegen sie annimmt, oft genug an sich selbst zweifelt, sich verliebt - und seiner Liebe treu bleibt, auch wenn er sich mit neuen Frauen einlässt.
http://www.barryeisler.com/index_german.php

Hongkong: John le Carré
"Eine Art Held" (The Honourable Schoolboy) ist "der" Hongkong-Thriller. Für den Mainstream-Roman ist dies "Noble House Hongkong" von James Clavell (1924-1994), in dem die Geschichte vom Aufstieg eines Handelshauses erzählt wird.
In John le Carrés Roman geht es um den Gelegnheitsagenten Jerry Westerby, der vom britischen Geheimdienstchef  "Control" für eine hoch brisante Operation nach Hongkong geschickt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eine_Art_Held

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