28.5.12

Meja Mwangi: Die Wilderer

Wenn die beiden Ranger Kimathi und Burkell auf ihren langen Fahrten durch die kenianische Savanne die Geier am Horizont kreisen sehen, wissen sie: Die Wilderer haben wieder zugeschlagen. Das Elfenbein der Elefanten und Nashörner ist eine weltweit gesuchte Schmuggelware.
Plötzlich aber sind die Banden mit modernsten Waffen ausgerüstet und scheuen sich nicht, auch dne Rangers aufzulauern. Kimathi steigt aus, um sein Privatleben zu retten. Als er in Nairobi einen kleinen laden eröffnet, muss er feststellen, dass auch dort die Banden regieren. Er und Frank machen sich auf die Suche nach den Hintermännern und erkennen, dass sie es mit der Globalisierung zu tun haben. Mit der Globalisierung des organsierten Verbrechens, das nicht nur hinter Elfenbein ist. (Verlagstext)

Auch Kenia hat sein Ausländerproblem - etwa mit Leuten wie Al Haji und Ricardo. Al Haji ist nicht anderes als ein krimineller Ausländer am Rande Nairobis. Als mittelständischer Verbrecher hat sich der Amerikaner vom kleinen Schutzgelderpresser bis zum Edel-Gangster mit Villa, Swmming-Pool und Neun-Loch-Golfplatz hochgearbeitet und organisiert jetzt die Export-Geschäfte für die Mafia in den USA - Marijuana, Heroin und weißes Gold: Elfenbein. Das letztere besorgen ihm Wilderer-Banden aus dem Nationalpark, und an dieser Stelle kommen die Ranger Frank Burkell und John Kimathi ins Spiel - eine der schönsten Männerfreundschaften, von denen wir in letzter Zeit gelesen haben.

In einer souverän erzählten Episode lernen wir sie bei ihrer Jagd auf die Wilderer kennen: zwei Kerle, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und Freund geworden sind. Um so härter trifft es Burkell, als Kimathi den Dienst quittiert, weil er glaubt, dass das Leben als kleiner Kaufmann im Vorort Nairobis ungefährlicher sei als der Kampf gegen die gut ausgerüsteten Elefantenkiller. Ein Irrtum, denn jetzt bekommt er es mit Al Hajis Schutzgeld-Mafia zu tun. Die wird gerade vom US-Import Ricardo neu organisiert, den die New Yorker Bosse herübergeschickt haben, um ein wenig auf Al Haji aufzupassen. Denn man ist besorgt, weil sich die Elfenbeinlieferungen verzögern. Keine Frage, dass es nicht lange dauert, bis Burkell und Kimathi erkennen, dass sie beide einen gemeinsamen Gegner haben.

So greift in Meja Mwangis Geschichte eines ins andere und es entfaltet sich ein sorgfältiges gezeichnetes Panorama des heutigen Kenia - ein Panorama, in dem wir viel mehr von Land und Leuten erfahren als in den Reiseführern steht.

Meja Mwangi
Die Wilderer
The Bushtrackers
Aus dem Englischen von peter Friedrich
ut netro 218 (2001)


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