27.9.26

Der Heimat-Krimi:
Feuer auf den Ruhrhöhen

Arbeitstitel:

Schock in der Nacht

Ein Ruhrpott-Krimi von Rex Richartz
 

Inhaltsangabe: Täter-Geschichte
Nachts stellt Holger den vermeintlichen Einbrecher im Gartenhaus - das ist Erik, der Liebhaber von Holgers Gattin Lena. Erik tötet Holger und zündete die Hütte an, damit alles wie ein missglückter Einbruch aussieht. Gemeinsam mit Lena will er ein neues Leben anfangen - mit Holger Geld. Doch die Millionen stecken  in den Holzwänden des brennenden Gartenhauses, als eiserne Reserve

Titelvorschläge:

Feuer an der Ruhr
Heiße Liebe kann tödlich sein
Schauplatz Essen, Baldeneysee / Ruhrhöhen

Manuskriptlänge:
3000 Zeichen mit Leerzeichen, ohne Deckblattzeichen

Nummer:
Lizenz # 2001

Lena schlug die Augen auf. Das Schlafzimmerfenster stand auf, die Nacht war lau. Glas klirrte. Sie griff nach Holgers Schulter. "Da ist jemand!"
Holger war sofort wach. Es klirrte wieder. "Da ist jemand im Gartenhaus!"
Holger holte seine Gaspistole aus dem Nachtisch. "Na warte..."
"Holger..."
Er war schon aus dem Bett. Sein nackter Oberkörper schimmerte im Mondlicht. Er sah gut aus für einen Mann von Ende fünfzig. Lena hörte ihn  über die Terrasse gehen. Das Haus lag auf den Ruhrhöhen, mit Blick auf den Essener Baldeneysee. 
Leise stand sie auf und folgte ihm. Ihr Herz pochte. Licht tanzte hinter den Fenstern des Gartenhauses. Holgers Rückzugsort, dort erholte er sich von seinen Geschäften. Lena lächelte bitter. Holger Hansen, der Immobilienhai. Es gab wohl keinen, der hier im Ruhrgebiet einen schlechteren Ruf hatte als er. Als sie ihn heiratete,  hatte sein Vermögen sie über vieles hinwegsehen lassen. Doch inzwischen war die Luft für Holger Hansen dünner geworden - Polizei und  Steuerfahndung ermittelten gegen ihn. Es war absehbar, dass man seine Geschäfte bald unterbinden würde.
"Aber natürlich habe ich ein Finanzpolster angelegt", hatte Holger ihr anvertraut. "Wenn mir etwa zustößt - schau in meinem Schreibtisch nach, in der untersten Schublade."
"He, wer ist da!?" Holger stieß die Tür des Gartenhauses auf. Die Gestalt, die dahinter auf ihn gewartet hatte, sah er nicht. Sie schlug mit etwas zu, Holger stürzte, blieb liegen. Lena fröstelte im kühlen Wind, der von der Ruhr heraufkam.
Sie rannte über die Wiese. "Schnell!", flüsterte sie, als Erik sie umarmen wollte. "Das Feuer!"
Erik Schumann, Holger Assistent, zwanzig Jahre jünger als sein Boss, war der Mann, mit dem Lea neu anfangen wollte. Nicht mehr an Holgers Seite, aber mit dessen Geld.
Der Plan war einfach - alles würde so aussehen, als habe Holger einen Einbrecher überrascht und sei von dem niedergeschlagen worden. Dann war Feuer ausgebrochen und Holger war ein Opfer der Flammen geworden.
Erik arbeitete schnell, es dauert nicht lange bis Flammen die Holzwände des Gartenhauses ergriffen.
Ein schneller Kuss, dann huschte Erik davon. Lena eilte ins Haus. Vom Arbeitszimmer aus sah sie das brennende Gartenhaus. Sie griff nach dem Telefon. Während sie wählte, bereitete sie sich auf ihre Rolle als geschockte Ehefrau vor. 
"Polizeinotruf..."
Lena hatte Holgers Brief aus der untersten Schublade geholt. "Liebste Lena - wundere dich nicht, wenn du im Fall meines Todes kein Vermögen auf meinen Konten findest. Ich habe alles in Sicherheit gebracht, damit dir weder Finanzamt noch Staatsanwaltschaft etwas abnehmen können. Das Geld ist in den Holzwänden des Gartenhauses versteckt... insgesamt drei Millionen..."
"Polizeinotruf... bitte sprechen Sie!" Lena starrte auf die Flammen, die in den Himmel schlugen und musste sich nicht einmal mehr verstellen, um die geschockte Ehefrau zu spielen.

 




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

(C) by author/Reinhard Jahn
Lizenz #2001
Erschienen in:auf einen Blick, Ausgabe WEST
Heft 28/2012
 


 

Der Heimat-Krimi:
Robert bringt's nicht

Arbeitstitel:

In die Hose gegangen

Ein Wattenscheid-Krimi von Marek Stein

Inhaltsangabe:
Ganovenstory, heiter. Robert will sich nach dem Knast mit einem Überfall auf die Wäscherei wieder bei seiner Freundin ins Spiel bringen. Doch er stellt sich so ungeschickt an, dass die Polizei ihm sofort auf die Schliche kommt. Und seine Freundin ist er auch noch los.

Titelvorschläge:
Der Überfall, der in die Hose ging
Robert bringts nicht
Schauplatz: Ruhrgebiet / Bochum-Wattenscheid

Manuskriptlänge:
3000 Zeichen

Lizenz-Nummer:
1471
 

"Die Bank war einfach zu groß für mich!", sagte Robert, als er nach drei Jahren aus der Krümmede, dem Bochumer Knast kam. 
"Sicher." Marianne sortierte die saubere Wäsche aus dem großen Paket, das sie aus der Wäscherei mitgebracht hatte. Robert fischte eine geblümte Männerunterhose aus den Sachen. "Bist du mir etwa untreu gewesen?"
Marianne nahm ihm die Hose weg. "Ein Versehen in der Wäscherei."
Robert war seit drei Tagen wieder draußen und froh, bei seiner alten Freundin hier in Wattenscheid untergekommen zu sein. Jetzt musste er erst einmal wieder zu Geld kommen, sonst setzte ihn Marianne auf die Straße. Sie stellte einen Sack Schmutzwäsche vor Robert hin. "Den bringst du morgen zur Wäscherei, klar?"
Zähneknirschend schleppte Robert den Wäschesack zur Wäscherei am August Bebel-Platz. Hier in einer Seitenstraße war Robert großgeworden, und er liebte das kleine Zentrum des Bochumer Vorortes. Wie viele Wattenscheider legte er Wert darauf, kein Bochumer zu sein. Sondern Wattenscheider! Die Angestellte in der Wäscherei verlangte Vorkasse. Als Robert das Geld in der Kasse sah, musste er lächeln. Die Wäscherei schien ausgezeichnet zu laufen. Und seine finanziellen Sorgen würden bald Geschichte sein.
"Bald kann ich im Supermarkt Kassenaufsicht werden", meinte Marianne am Abend. Sie arbeitete bei einem Discounter in Höntrop. "Marcus... Herr Magnussen, der Filialleiter, hat es mir versprochen. Dann muss ich den Tagesabschluss machen. Das sind rund 20.000 Euro am Tag."
Robert verschluckte sich. "Dass du mir nur nicht auf dumme Gedanken kommst", sagte Marianne scharf. "Herr Magnussen hat eine Pistole zum Schutz gegen Leute wie dich."
Der Rest von Roberts Entlassungsgeld aus dem Knast ging für eine Spielzeugpistole drauf. Für eine Gummimaske reichte es dann nicht mehr, also suchte Robert in Mariannes Wäscheschrank nach Nylonstrümpfen. Dummerweise trug Marianne nur Strumpfhosen. Schließlich entschied Robert sich für die geblümte Herrenunterhose die wohl aus Versehen in Mariannes Wäschepaket geraten war. Im Hauseingang neben der Wäscherei am Bebel-Platz zog er sie sich über, so dass er durch den Beinausschnitt spähen konnte.
"Überfall!" Mit der Pistole in der Hand stürzte Robert in die Wäscherei. Die Angestellte starrte Robert fassungslos an.
Robert hatte Champagner besorgt, den Tisch gedeckt und Kerzen angezündet. Damit blieben ihm noch knapp 900 Euro von der Beute aus der Wäscherei.
Als es klingelte, öffnete er verwundert die Tür. "Hallo Robert!", sagte Kommissar Schneider. Hinter stand die Wäscherei-Angestellte. 
"Aber...", sagte Robert.
"Ja das ist er", sagte die Frau. "Ich erkenne seine Stimme."
"Deine Maske, mein Freund", sagte der Kommissar. "Diese Unterhose war in der Wäsche deiner Freundin Marianne, ja? Sie lässt in der Wäscherei waschen, die du überfallen hast. Die Angestellte hat das Wäschereizeichen erkannt. Wir brauchten nur im Kundenbuch nachzusehen, zu wem es gehörte."
"Aber die Hose ist doch aus Versehen in Mariannes Wäsche geraten!", protestierte Robert. 
Doch da kam Marianne mit einem untersetzten Mann die Treppe herauf. "Das ist Marcus... Herr Magnussen", sagte sie. "Er ... wollte seine Unterhose abholen."















(C) by author/Reinhard Jahn
Lizenz #1471
Erschienen in:auf einen Blick, Ausgabe WEST
Heft 25/2012 

14.9.26

Der König in Gelb


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ullstein Buch Nummer 784
im Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt a.M. - Berlin
Der amerikanischen Originalausgabe THE SIMPLE ART OF MURDER entnommen
Übersetzt von Wilm W. Elwenspoek
 
Erstmals in deutscher Sprache
im Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt a.M. - Berlin
(C) by Helga Greene, Lit Ag. London
Übersetzung (C) Verlag Ullstein
Alle Rechte vorbehalten
Umschlagsentwurf : Georges Riberac
Printed in Germany, West-Berlin 1969
Gesamtherstellung Druckhaus Temnpelhof'
 


»Der Realist schreibt von einer Welt, in der Verbrecher
Nationen beherrschen können und fast ganze Städte
beherrschen, in denen Hotels und berühmte Restau-
rants im Besitze von Männern sind, die ihr Geld auf
dunkle Weisen gemacht haben, und in denen der
nette Herr eine Etage tiefer der Chef einiger ominöser
Geschäftsunternehmen ist ... Eine Welt, in der Sie
Zeuge eines Überfalls am helllichten Tage sein können,
in der Sie aber schnell in der Menge untertauchen, statt
irgend jemandem etwas davon zu sagen, weil es der
Polizei vielleicht nicht gefällt, daß Sie eine Zeugenaus-
sage zu Protokoll geben, und in der in jedem Fall zu-
gelassen wird, daß ein fragwürdiger Winkeladvokat
Sie bei der Verhandlung vor einer Jury von ausgesuch-
ten Schwachköpfen beschimpft und verächtlich macht,
ohne daß der Richter mehr als nur scheinbare Versuche
unternimmt, einzugreifen.«
Ein solcher Realist ist Chandler. Bei ihm gibt es keinen
Deus ex machina, der am Schluß einer Geschichte
auftaucht und schamlos eine jener billigen, überra-
schenden Lösungen serviert, die das fade Gefühl der
Enttäuschung, ja des Betrogen-worden-Seins verur-
sachen. Chandlers Stories und seine Figuren sind so
echt wie die Welt, in der sie handeln.