Posts mit dem Label Lux werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lux werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

19.6.21

Krimi der Woche
Tod am Morgen

Tod am Morgen

Von Manfred Mainau

 Genau um 8.34 Uhr hatte ein schwarzer Ford Eric Flottmann beim Joggen am Schiller-Park überfahren. Die Tatzeit konnte Kommissar Luchs dem Überwachungsvideo der Kamera am Parkeingang entnehmen.
   »Das war Mord!«, stellte er fest. Flottmanns Bruder Albert hatte ein gutes Motiv: Erics Erbe in Höhe von mehreren Millionen. Aber Albert bestritt alles und versuchte den Verdacht auf Flottmanns Frau Melinda zu lenken: »Eric wollte die Scheidung. Melinda nicht – kein Wunder, bei dem Ehevertrag der beiden!«
   Albert kannte sich da so gut aus, weil er mit Eric und Melinda in Erics Villa lebte. »Nur vorübergehend!«, erklärte er. »Bis ich mich finanziell neu aufgestellt habe!«
   Der Unfallort lag eine halbe Stunde von der Villa entfernt. »Eric machte stets auf dem Weg zum Büro beim Schiller-Park Zwischenstation, um eine Runde zu joggen!«, erklärte Melinda Flottmann. Und weiter: »Ich habe Eric heute morgen nur gehört, als er gegen halb acht losfuhr.«
   »Ich habe ihn um sieben in der Küche beim Frühstück getroffen«, sagte Albert. »Ich habe mir meinen Kaffee genommen und bin auf die Veranda gegangen.«
   Inzwischen hatte man das Tatfahrzeug gefunden – der schwarze Ford stand nicht abgeschlossen auf dem Grundstück eines Nachbarn der Flottmanns, der zurzeit auf Korfu war. Der Kommissar überlegte. Gut möglich, dass Albert den Wagen geklaut hatte, um ihn für das Attentat zu benutzen. »Ich habe Albert heute Morgen noch gesehen«, erklärte ein Nachbar der Flottmanns bei einer weiteren Befragung. »Er hat bis Viertel nach acht auf der Veranda gesessen und gefrühstückt.«
   »Damit war klar, dass nur Sie als Täterin in Frage kommen«, sagte Kommissar Luchs gleich darauf zu Melinda. Die frischgebackene Witwe wurde noch blasser als sie ohnehin schon war. »Aber …«
   »Von Ihrer Villa bis zum Tatort brauchte man eine halbe Stunde«, sagte Luchs. »Die Tat geschah um 8.34 Uhr. Wenn also Albert um 8.15 Uhr noch hier auf der Veranda gesehen worden ist, konnte er nicht der Täter sein. Blieben nur noch Sie.«

 Werbung

Mord nach Rezept - Band 22 
Abgerechnet wird am Schluss:
Zwei Dutzend spannende Krimis

bei amazon kdp


Es geht um Mord - um scheinbar perfekt ausgetüftelte Morde, um spontane Taten, um tödliche Verbrechen. Von den Nordseeinseln bis zu dem bayerischen Alpen. Es geht um Kommissare, die die richtigen Fragen stellen, um dem Täter am Ende auf die Spur zu kommen - die aber auch manchmal arg danebenliegen. Aber nicht für lange.
Außerdem geht es auch noch um Betrug, Überfall und Raub, um Liebe, Leidenschaft, Gier und Eifersucht. Und für alle Fälle gilt: Abgerechnet wird zum Schluss.

 

Manfred Mainau
Mord am Morgen
Badische neueste Nachrichten
24/2021 vom 19.6.2021
© by author / R.Jahn
Verbreitung nur mit Genehmigung

19.9.20

Krimi der Woche: Einer zuviel

Einer zu viel

Von John Miller

Kommissar Luchs betrat mit seiner Kollegin Vicky Kant den Lift des Business-Centers. Drei Anzugträger standen schon in der Kabine, und als Luchs und seine Kollegin eintraten, piepte ein Warnsignal los. Einer der Anzugträger deutete auf ein Schild: »Maximale Last vier Personen!« Die beiden Kommissare nahmen die Treppe. Das Büro von »Schildlein-Bau« war in der fünften Etage. Schildleins schlüsselfertige Reihenhäuser waren der Renner auf dem Immobilienmarkt.
  »Man hat mich und meine Susi gestern Abend gekidnappt und beraubt«, erklärte Leo Schildlein. Er tätschelte seiner Sekretärin die Schulter.
  Susi war ein Blondgeschöpf der Luxusklasse und sicher nicht nur für Schreibarbeiten angestellt. »Leo und ich waren gegen 23 Uhr noch im Büro«, sagte sie. »Plötzlich stürzten drei maskierte und bewaffnete Männer herein ...«
  Schildlein fuhr fort: »Ich habe ihnen Geld angeboten, alles, was in meinem Tresor war. Das Ding ist komplett aus Stahl, 80 Kilo schwer und mit einem Zeitschloss versehen, das erst morgens um acht Uhr aufgeht. Und was soll ich sagen - die Kerle haben mich, meine Susi und meinen Tresor einfach mitgenommen. Wir sind gemeinsam im Lift in die Tiefgarage hinuntergefahren. Mit ihrem Van ging's raus in eine Fabrikhalle - da haben wir dann gewartet, bis das Zeitschloss aufging und ich den Tresor öffnen konnte. Sie nahmen sich die fast hunderttausend Euro, die drin waren, und setzten dann mich und meine Susi aus.«
  »Nette Beute!«, sagte Luchs. »Sind Sie gegen Raub versichert?«
  »Sie behaupten doch nicht, dass wir uns die Entführung nur ausgedacht haben?« Schildlein schnappte nach Luft. »Sie gehen jetzt wohl besser!«
  Gleich darauf steuerten Luchs und seine Kollegin den Lift an. Plötzlich stoppte Luchs. »Wir müssen noch mal zurück«, sagte er.
  Dann schnappten bei Schildlein Handschellen. »Sie haben behauptet, die drei Räuber seien mit Ihnen, Ihrer Susi und einem 80 Kilo schweren Safe im Lift in die Tiefgarage hinuntergefahren«, sagte der Kommissar. »Eine glatte Lüge - denn der Lift blockiert, sobald mehr als vier Personen in der Kabine sind.«
  Vicky Kant wandte sich an Susi. »Soll ich Ihnen auch Handschellen anlegen? Oder wollen Sie sich Ihre Aussage über das, was hier gestern passiert ist, noch mal durch den Kopf gehen lassen?«
 Susi schluckte. »Okay. Keine Handschellen, ja?« 

 

 

Neu:
H.P. Karr präsentiert
Mord nach Rezept - Band 21: Komm her und stirb mit mir:
Zwei Dutzend kleine Krimis  
Kindle Ausgabe
Nicht immer ist ein Unfall ein Unfall. Doch wenn es ein Mord war - wer steckt dahinter? Nicht immer ist der nette Nachbar oder Kollege das Unschuldslamm, für das er sich ausgibt. Doch es ist schwer, ihm das Gegenteil zu beweisen. Es sei denn man hat ein Gespür für Mord.
Zwei Dutzend Kurzkrimis, mal cosy, mal smart, aber immer spannend und unterhaltsam. 



 

 

 

John Miller:
Einer zu viel
Badische neueste Nachrichten
38/2020 19.9.2020
© by author / Reinhard Jahn
Verbreitung nur mit Genehmigung

1.2.18

DAS KRIMI-RÄTSEL Wer stahl das Gift?


Die Drohung

Von Manfred Mainau

Kommissar Wolff steht unter Zeitdruck. Er hat den Mann verhaftet, der die Minimum-Supermarktkette erpresst hat, doch er weiß nicht, ob der Täter nicht noch mehr als die fünf Erdbeerjoghurts vergiftet hat, die man bisher gefunden hat. 

Der Täter heißt Uwe Nolte. In seinen Erpresserbriefen an den Minimum-Vorstand hat er genau bezeichnet, in welchen Filialen die fünf Erdbeer-Joghurts standen, die er mit jeweils fünf Milligramm Zyankali vergiftet hatte. Eine Million hat er verlangt. »Sobald ich das Geld habe, werde ich Ihnen mitteilen, in welchen Läden noch andere vergiftete Joghurts stehen!«, hat er geschrieben. 
Nur eine leere Drohung? Nolte schweigt. 
Ein Team hat seine Wohnung durchsucht und ein 50-Milliliter-Fläschchen mit Zyankali gefunden, halb leer. Auch die Spritze, mit der das Gift injiziert wurde, ist gefunden. »Chemielabor Kindermann« steht auf dem gefundenen Zyankali. 
Der Laborchef ist sehr auskunftsfreudig, als Wolff ihn anruft. »Nolte – ja, eine Inge Nolte hat bei uns gearbeitet. Ihr Mann Uwe hat sie manchmal abgeholt. Als es hier zu Diebstählen kam, haben wir Frau Nolte entlassen. Ich hatte sie oder ihren Mann im Verdacht, dass sie sich hier bedienten. 10 Gramm Silber fehlten, 50 Milligramm Zyankali und 20 Milligramm Schwefelsulfat.«
Kommissar Wolff bedankt sich und ruft er den Vorstand der Supermarktkette an. »Es gibt keine vergifteten Joghurts mehr in Ihren Läden«, sagt er.
Warum?



Lösung: Nolte benutzte das Fläschchen mit 50 Milliliter Zyankali für seine Tat. Er hatte 5 Lebensmittel mit 5 Millilitern des Giftes präpariert, also 25 Milliliter verbraucht. Hätte er noch mehr vergiftet, hätte das Fläschchen weniger als 25 Milliliter enthalten - doch das Fläschchen war, als man es fand noch exakt halbvoll. 


© beim Autor
Reinhard Jahn facts & fiction 

Weiterverbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung

27.4.17

Krimi der Woche: Das Leck im Rathaus



(C) Alle Rechte vorbehalten

Das Leck im Rathaus

Von H.P. Karr

Diskretion! Privatermittler Harry Lux hat das Wort in den letzten zehn Minuten mindestens zwanzig Mal von dem Fraktionschef der Mehrheitspartei gehört.
Grund für all die Diskretion, mit der man die Privatdetektei Lux engagiert hat, ist eine Akte mit 25 Fotokopien, die der Fraktionschef vor sich liegen hat. Die lokalpolitische Strategie der Mehrheitsfraktion - Stadionausbau, Innenstadtsanierung, Gewerbeansiedlung.
»Gestern, am Montag, haben wir uns im engsten Kreis über dieses Strategiepapier abgestimmt«, sagt der Fraktionsvorsitzende. »Die Sitzung fand hier in meinem Büro statt, von 10 bis 12 Uhr.« Er tippt auf die Notizen am Rand, die auf den Kopien mitkopiert sind. »Diese Notizen habe ich dabei auf meine Vorlage geschrieben, die ich leider offen liegen ließ, als ich zu Tisch ging. Ich kam um 16.30 Uhr zurück ins Büro und fand alles unverändert. Doch dann steckt heute Morgen diese Fotokopie der kompletten Vorlage im Briefkasten des Tageblatts.« Er senkt die Stimme. »Zum Glück steht der Lokalchef unserer Partei nahe und hat mich sofort informiert.«
Harry Lux sieht die Kopien durch. »Da sind Schmierspuren des Kopierers auf den Blättern.«
»Eben!«, meint der Fraktionschef. »Genau solche Spuren hinterlässt einer der Fotokopierer hier im Fraktionsbüro. Sie begreifen, was das heißt?«
Die diskreten Ermittlungen von Harry Lux ergeben, dass nur zwei Personen aus dem Fraktionsbüro die Akte kopiert haben können: Susanne Kleinschmitt, die Sekretärin, und Reinhold Meyerbeer, ein Student, der sein Praktikum in der Fraktion macht. Der Zähler des Kopierers, auf dem die Akte kopiert wurde, zeigt an, dass gestern mit Meyerbeers Kopierkarte um 14.30 Uhr sieben und um 16.23 Uhr 28 Kopien gemacht worden sind. Die Kopierkarte von Susanne Kleinschmitt ist um 10.45 Uhr für 50 Fotokopien benutzt worden, und um 14.33 Uhr für weitere 18 Kopien.
»Damit«, meint Harry Lux zum Fraktionschef, »wäre wohl klar, dass Ihr Praktikant das Leck in der Fraktion ist.«
»Meyerbeer? Aber wieso denn?«
»Aus Gründen der Logik!«, sagt Harry Lux. »Der Täter konnte die Akte erst nach Schluss der Sitzung um 12 Uhr von Ihrem Schreibtisch entwenden. Nach 12 Uhr kopierte aber Susanne Kleinschmitt nur 18 Blätter auf dem fraglichen Gerät – doch das Strategiepapier umfasst ja 25 Seiten. Aber Meyerbeer kopierte um 16.23 Uhr 28 Blatt. Damit ...«
»... ist alles klar«, murmelt der Fraktionschef. »Bitte behandeln Sie Ihre Erkenntnisse vertraulich, ja? Der Herr Meyerbeer ist nämlich der Neffe unseres Ministerpräsidenten. Da muss man ...«
»Diskretion wahren!«, nickt Harry Lux.

© beim Auto r/ Badische neueste Nachrichten 5/2015
Weiterverbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung.



Mehr Krimis in:
H.P. Karr präsentiert:
Mord nach Rezept – Band 6:
In zwei Dutzend Kurzkrimis quer durch Deutschland