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22.6.21

Die sechs besten Anfänge 2014



Die sechs besten Anfänge deutscher Krimis, 2014:


Auf Platz 6 – direkt mit dem Dialog rein:

»Hast du Steine da drin?«, ächzt Cynthia Bonsant, als sie einen Umzugskarton auf den Arbeitsplatz ihres neuen Tischnachbarn wuchtet. Das Ding renkt ihr fast die Schultern aus.
(Marc Elsberg: Zero)

Auf Platz 5 – Wetter. Himmel. Geht immer.

Wie auf Zauberweise schwebten die flachen, lang gezogenen Inseln über dem tiefopalen Meer, ein wenig verwischt, flimmernd. Wie eine Fata Morgana lag der berühmte Archipel vor ihnen.
(Jean-Luc Bannalec: Bretonische Brandung)



Auf Platz 4 – irgendwas Fremdes. Irgendwie gruslig.
Fatal. Ein kurzer Blick auf das Bild genügte, um der dunklen Ahnung der vergangenen Monate Gestalt zu geben. Der Embryo lag gekrümmt wie ein Lurch, ein Auge schaute ihn direkt an. War das da ein Bein oder ein Fangarm über dem Drachenschwanz?
(Sascha Arango: Die Wahrheit und andere Lügen)



Auf Platz 3 – gleich mit einer geheimnisvollen Rückblende anfangen:
An dem Tag, als sein Vater verschwand, spielten sie im Stadion von Bologhine, Djamel und ein Dutzend Freunde aus dem Viertel und noch einmal so viele aus dem nahen Bab el Oued. Schweigend waren sie über die Mauer geklettert und auf dem Kunstrasen ausgeschwärmt wie sonst die Spieler von USM Alger und deren Gegner.
(Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht)


Platz 2
– das ist das ganze erste Kapitel. Irgendwie Poesie.
Es ist nicht der Aufprall, an den man sich später erinnert. Was man immer wieder vor sich sehen wird, ist der Moment des freien Falls.
Und man wird die Stille dieses Moments hören. Denn die Welt hört auf, sich zu drehen. Alles ist ruhig.
Nur der Körper fällt, schwebend, lautlos.
(Zoe Beck: Brixton Hill)


 


Und auf Platz 1- der Meister des Stakkato: Zack – Zack. Und Zack.


Sie holen dich in der Nacht, drei Tage später lebst du nicht mehr.
So schnell kann das gehen.
(Zoran Drvenkar: Still)

(ausgewählt und zusammengestellt von Reinhard Jahn, krimiblock)

16.1.18

Deutscher Krimipreis 2018 an Oliver Bottini

Deutscher Krimipreis 2018 für Oliver Bottini

Krimiautor Oliver Bottini für »Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens« ausgezeichnet.

Deutscher Krimipreis 2018

Der Deutsche Krimipreis 2018 geht an Oliver Bottini. Der in Berlin lebende Krimiautor wird für seinen Roman »Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens« ausgezeichnet.
Oliver Bottini errang den ersten Platz in einem Kopf an Kopf-Rennen mit Monika Geier (»Alles so hell da vorn«) und Andreas Pflüger (»Niemals«).
Das teilte das Bochumer Krimiarchiv mit, das die Vergabe der Auszeichnung alljährlich organisiert.
»Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens« handelt von einem rumänischen Ermittler, den die Recherchen in dem Mordfall an einer jungen Deutschen nach Mecklenburg führen. Die Jury lobte, dass der Roman von der Wirklichkeit der Globalisierung erzähle, vom Landraub der Agrarkonzerne und ihren verheerenden Wirkungen auf Mensch und Land, von den einschneidenden Veränderungen des Lebens in Europa nach 1989, von menschlichen Verlusten und winzigen Gewinnen, von Trauer und Leid.
In der Kategorie »International« ging die Auszeichnung an John leCarré für »Das Vermächtnis der Spione« (Ullstein), in dem der britische Altmeister des Agentenromans nach mehr als fünfzig Jahren noch einmal an seinen Weltbestseller »Der Spion, der aus der Kälte kam« (1963) anknüpft.

Seit 1985 zeichnet die Jury des Deutschen Krimipreises, bestehend aus Kritikern, Krimi-Buchhändlern, alljährlich jene Krimis aus, die »literarisch gekonnt und inhaltlich originell dem Genre neue Impulse geben«. Der Deutsche Krimipreis ist nicht dotiert, genießt aber als die älteste Kritiker-Auszeichnung des Genres im deutschsprachigen Raum hohes Ansehen. Eine öffentliche Verleihung des Preises findet auch in diesem Jahr nicht statt.
www.deutscher-krimipreis.de