20.3.26

Jacques Berndorf - Alles Eifel oder was?

 

Der „Eifel-Blues“ war 1989 nach ein paar Vorläufern bei Bastei der erste echte Berndorf-Eifelkrimi, in dem sein Serienheld, der abgebrannte Star-Reporter Siggi Baumeister, in die Eifel versetzt wurde. Eben nach Berndorf – einen Ortsnamen wählte der Star-Journalist Michael Preute als Pseudonym für seinen Krimi, als er sich selbst ab- und ausgebrannt in die Eifel zurückzog. Das Buch löste als Erfolg die Ruhrgebiets-Krimis im Grafit Verlag ab. Daraus wuchs bis 2013 eine Reihe von rund 20 Baumeister-Krimis, die einen lokalen Krimi-Kult initiierten (ähnlich wie aktuell von Klaus-Peter Wolf mit Friesland betrieben).

Außerdem schrieb Berndorf auch noch Geheimdienst- bzw. Agenten-Romane, mit denen er aber nicht wirklich reüssieren konnte.

Fun-Fact: Wer spielte Siggi-Baumeister in der einzigen TV-Verfilmung eines Eifelkrimis? Antwort: Uwe Bohm, und zwar in "Brennendes Schweigen" (Fernsehfilm, ZDF/ARTE, 90 Min) (Drehbuch: Christian Jeltsch nach dem Roman "Eifel-Schnee" von Jacques Berndorf, Regie: Friedemann Fromm) EA ARTE 1.12.2000.
Der SPIEGEL sieht "
das ansehnlich gefilmte Werk (...) in der alten Schule des schwer anspruchsvollen ZDF-Films, der glaubt, wenn er nur schwer genug ist, kommt der Anspruch von allein."

21.2.26

Rex Stout: Alibi nach Maß

 

Rex Stout:

Alibi nach Maß (Bullet for One)

Verlag: Scherz-Verlag

Autor: Rex Stout

Erzählungsband: „Tod in zwei Raten“

Umfang: 95 Seiten

Personen

Nero Wolfe: Privatdetektiv

Archie Goodwin: Sein Mitarbeiter

Inspektor Cramer: Von der Mordkommission

Sigmund Keyes: Industrieplaner

Dorothy Keyes: Seine Tochter

Vic Talbott: Keyes' Verkaufsleiter

Frank Broadyke: Industrieplaner

Wayne Safford: Stallknecht

Audrey Rooney: Keyes' ehemalige Angestellte

Donaldsen: Anwalt

Ferdinand Pohl: Keyes' Teilhaber


Handlung

Die fünf Verdächtigen kommen zu Wolfe und bitten ihn, sie von dem Verdacht zu befreien, Sigmund Keyes auf seinem morgendlichen Ausritt im Central Park vom Pferd geschossen zu haben. Sie schieben Vic Talbott den Mord in die Schuhe. Er ist mit Dorothy verlobt, doch Keyes verweigerte eine Heirat. Audrey Rooney soll angeblich wichtige Unterlagen entwendet haben und wurde deshalb entlassen. Sie hielt diese Entlassung für ungerechtfertigt und verlangte eine Erklärung dafür.

Ferdinand Pohl ist an Keyes’ Unternehmen beteiligt, doch er fühlte sich benachteiligt. Frank Broadyke ist Keyes' schärfster Konkurrent. Wayne Safford konnte Keyes nicht leiden, weil er einmal Audrey, die er liebt, schlecht behandelt hat.

Inspektor Cramer möchte unbedingt mit Wolfe sprechen, doch Goodwin wimmelt ihn ab. Inzwischen schlagen sich Safford und Talbott. Talbott hat für die Tatzeit ein festes Alibi : Als ein Polizist Keyes durch den Park reiten sah, lag Talbott angeblich noch in seinem Hotelbett. Es kommt zu einem Streit zwischen Pohl und Dorothy, weil Pohl sich berechtigt fühlt, Keyes’ Geschäfte weiterzuführen.

Es kommt heraus, dass in Wirklichkeit Talbott die Pläne unterschlug und an Broadyke verkaufte. Wolfe lässt sich einen Plan der Geschäftsreisen aufstellen, die Talbott in der letzten Zeit unternahm. Er stellt fest, dass Talbott sich in einer anderen Stadt ein Reiterkostüm schneidern ließ, das dem von Keyes aufs Haar glich. Dann ermordete er Keyes, setzte sich auf dessen Pferd und ritt an dem Polizisten vorbei, der ihn für Keyes hielt und somit Talbotts Alibi bestärkte.

 

13.2.26

Anita Drögemöller

Heute im Bücherschrank:

Eine alte Bekannte schaut wieder mal vorbei

"Frau Drögemöller, Sie sind in Essen geboren?"
"Ja nu, wat heißt Essen. Da fängdet schon an!" Sie stieg mit wippenden balancierenden Schritten in die dämmrigen Hintergründe des Zimmers hinauf. "So klaa is dat alles nich. Ich würd ehr sagen: geboorn bin ich aufem Wech von Gelsenkirchen. Rübber nach Essen."


(Jürgen Lodemann: Anita Drögemöller und die Ruhe an der Ruhr, Zürich 1975 S. 97)

"Anita Drögemöller" gilt als Mutter des Ruhrgebietskrimis. "Anita Drögemöller oder Die Ruhe an der Ruhr" (Diogenes Verlag 1975, neu bei Klartext 2008) von Jürgen Lodemann (*1936 in Essen). Verfilmt als deutscher Luderfilm 1976